Warum steigen manche Menschen in Organisationen auf – und andere nicht, obwohl sie fachlich mindestens ebenso kompetent sind? Diese Frage begegnet mir regelmässig. Im Unterricht, in Gesprächen mit Führungskräften, in Diskussionen über Karrierewege. Viele gehen implizit davon aus, dass sich Qualität langfristig durchsetzt. Wer die besseren Analysen liefert, wer klüger denkt, wer sorgfältiger arbeitet, wird früher oder später auch führen. So einfach ist es nicht.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Unsere Persönlichkeit ist nicht in Stein gemeisselt. Wir können sie formen, an ihr arbeiten. Aber sie verändert sich nicht über Nacht.
Wir wissen meistens ziemlich genau, was uns guttäte. Weniger vergleichen. Mehr schlafen. Den Feierabend nicht mit E-Mails verbringen. Und dennoch handeln wir regelmässig gegen diese Einsichten – nicht aus Schwäche, sondern weil zwischen dem Verstehen und dem tatsächlichen Leben eine Lücke klafft, die sich mit noch mehr Wissen nicht schliessen lässt. Was also fehlt? Der französische Philosophiehistoriker Pierre Hadot hat darauf eine unerwartete Antwort gegeben: Übung. Nicht Theorien und Argumente, sondern Praxis, Wiederholung, Training. Eine Antwort, die die Antike schon kannte und die wir, so Hadot, weitgehend vergessen haben.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Nicht nur Tagträume sind produktiv, auch die Gedanken schweifen lassen (sog. Mind Wandering) kann beim Lernprozess hilfreich sein. Das Gehirn arbeitet einfach auf einer anderen Ebene weiter.
Ich greife einen Gedanken auf, der mir seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Kopf geht. Er stammt von Robert Spaemann, einem katholischen Philosophen, und ist ebenso schlicht wie unbequem: Bildung ist nicht Ausbildung. Ein gebildeter Mensch ist nicht einfach jemand mit viel Wissen oder mit einer gut verwertbaren Qualifikation, sondern jemand, der Zusammenhänge versteht, urteilen kann und sein Wissen in ein umfassenderes Verständnis von Welt und Mensch einordnet. Bildung, so Spaemann, ist Orientierung. Je länger ich diesen Satz mit mir herumtrage, desto deutlicher wird mir, wie sehr er quer zu vielen gegenwärtigen Debatten steht.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Wer kennt das nicht, endloses Sitzen am Schreibtisch. Wir alle wissen, dass das nicht gesund ist. Aber was können wir dagegen tun? In der sechsten Ausgabe des Newsletters beleuchte ich genau diese Frage.
In der heutigen digital vernetzten Welt ist das Smartphone für viele von uns ein ständiger Begleiter. Doch wie wirkt sich die blosse Anwesenheit dieses Geräts auf unsere kognitive Leistungsfähigkeit aus? Diese Frage wurde erstmals durch die sogenannte Brain-Drain-Hypothese aufgeworfen, die besagt, dass bereits die Anwesenheit eines Smartphones unsere geistigen Kapazitäten beeinträchtigen kann. In diesem Beitrag möchte ich mir die ursprüngliche Studie anschauen und sie mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontieren, die die Validität dieser Annahme infrage stellen.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Ein neuer Monat hat begonnen und der Newsletter erscheint bereits in der fünften Ausgabe. Heute zeige ich auf, warum Tagträumen alles andere als nutzlos ist.
Kooperation gilt heute fast überall als Schlüsselkompetenz: in Teams, in Organisationen, in Bildungskontexten. Gleichzeitig bleibt oft unklar, was mit guter Zusammenarbeit eigentlich gemeint ist. Reicht es, wenn alle nett sind? Oder wenn Geben und Nehmen fair austariert sind? In meinen Leadership-Trainings und auch im Unterricht beobachte ich immer wieder dieselbe Spannung: Menschen wollen kooperativ sein, fürchten aber, ausgenutzt zu werden. Genau hier setzt die Arbeit von Adam Grant [1] an. Seine Typologie der Kooperation liefert ein überraschend nüchternes Raster, um diese Spannungen besser zu verstehen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit klaren Befunden.