EpicMonday 08: Bin ich so, wie ich bin – oder so, wie ich sein will?

Freundinnen & Freunde der Weisheit! Unsere Persönlichkeit ist nicht in Stein gemeisselt. Wir können sie formen, an ihr arbeiten. Aber sie verändert sich nicht über Nacht.
Viele Menschen wünschen sich, gelassener, gewissenhafter oder kontaktfreudiger zu sein. Die psychologische Forschung zeigt: Unsere Persönlichkeit ist formbar – aber nur bis zu einem gewissen Grad. Zwar bestimmen genetische Anlagen zu einem grossen Teil, wie wir ticken. Doch auch unser Umfeld, unsere Erfahrungen und bewusste Entscheidungen prägen mit, wer wir sind – und wer wir werden können.
Psychologinnen und Psychologen unterscheiden dabei fünf zentrale Persönlichkeitsmerkmale: emotionale Stabilität, Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und soziale Verträglichkeit. Diese „Big Five“ sind keine festen Kategorien, sondern Kontinua – man kann also durchaus an einer Eigenschaft arbeiten, ohne sich grundlegend zu verändern. Studien belegen, dass gezielte Übungen wie Tagespläne, kleine Mutproben oder sogenannte Wenn-Dann-Pläne (z. B. „Wenn ich auf der Party allein bin, spreche ich jemanden an“) dabei helfen können, gewünschte Eigenschaften zu stärken. Voraussetzung ist jedoch: Die Veränderung muss aus einem inneren Antrieb heraus erfolgen – nicht aus gesellschaftlichem Druck.
Besonders gut lassen sich Eigenschaften wie Extraversion oder Gewissenhaftigkeit beeinflussen. Andere wie Offenheit oder Verträglichkeit sind tiefer verankert – oft durch kulturelle oder familiäre Prägungen – und lassen sich nur schwer und meist nur mit Unterstützung verändern. Entscheidend ist dabei weniger der Wunsch nach einem Idealbild als vielmehr die Frage: Was tut mir gut? In welchen Situationen möchte ich mich anders verhalten – und warum?
Letztlich geht es nicht darum, sich neu zu erfinden, sondern sich besser kennenzulernen. Persönlichkeit verändert sich nicht über Nacht, sondern schrittweise – ähnlich wie ein Muskel, der durch Training wächst. Und sie verändert sich nachhaltiger, wenn Entwicklung und Selbstakzeptanz Hand in Hand gehen. Wer sich unter permanentem Optimierungsdruck verbiegt, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren. Veränderung braucht deshalb mehr als Methoden – sie braucht Mass und Sinn.
Denkanstoss zum Wochenbeginn
„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ – Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)
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Wenn ich etwas Neues lerne oder mich für ein Thema interessiere, greife ich auf eine Methode zurück, die sich über die Jahre bewährt hat: Ich mache Notizen in meiner Notizbuch-App, und oft entstehen daraus Mini-Essays. Diese Mini-Essays sind nicht nur eine Art, meine Gedanken zu ordnen, sondern dienen mir auch als Grundlage für spätere Blogbeiträge. Sie helfen mir, meine Ideen zu strukturieren und mein Verständnis zu vertiefen. Doch was passiert, wenn man diese Methode mit einer der effektivsten Lerntechniken kombiniert, die es gibt – der Feynman-Methode?
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EpicMind – Weisheiten für das digitale Leben „EpicMind“ (kurz für „Epicurean Mindset“) ist mein Blog und Newsletter, der sich den Themen Lernen, Produktivität, Selbstmanagement und Technologie widmet – alles gewürzt mit einer Prise Philosophie.
Disclaimer Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet. Das Artikel-Bild wurde mit ChatGPT erstellt und anschliessend nachbearbeitet.
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