Ich greife einen Gedanken auf, der mir seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Kopf geht. Er stammt von Robert Spaemann, einem katholischen Philosophen, und ist ebenso schlicht wie unbequem: Bildung ist nicht Ausbildung. Ein gebildeter Mensch ist nicht einfach jemand mit viel Wissen oder mit einer gut verwertbaren Qualifikation, sondern jemand, der Zusammenhänge versteht, urteilen kann und sein Wissen in ein umfassenderes Verständnis von Welt und Mensch einordnet. Bildung, so Spaemann, ist Orientierung. Je länger ich diesen Satz mit mir herumtrage, desto deutlicher wird mir, wie sehr er quer zu vielen gegenwärtigen Debatten steht.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Wer kennt das nicht, endloses Sitzen am Schreibtisch. Wir alle wissen, dass das nicht gesund ist. Aber was können wir dagegen tun? In der sechsten Ausgabe des Newsletters beleuchte ich genau diese Frage.
In der heutigen digital vernetzten Welt ist das Smartphone für viele von uns ein ständiger Begleiter. Doch wie wirkt sich die blosse Anwesenheit dieses Geräts auf unsere kognitive Leistungsfähigkeit aus? Diese Frage wurde erstmals durch die sogenannte Brain-Drain-Hypothese aufgeworfen, die besagt, dass bereits die Anwesenheit eines Smartphones unsere geistigen Kapazitäten beeinträchtigen kann. In diesem Beitrag möchte ich mir die ursprüngliche Studie anschauen und sie mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontieren, die die Validität dieser Annahme infrage stellen.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Ein neuer Monat hat begonnen und der Newsletter erscheint bereits in der fünften Ausgabe. Heute zeige ich auf, warum Tagträumen alles andere als nutzlos ist.
Kooperation gilt heute fast überall als Schlüsselkompetenz: in Teams, in Organisationen, in Bildungskontexten. Gleichzeitig bleibt oft unklar, was mit guter Zusammenarbeit eigentlich gemeint ist. Reicht es, wenn alle nett sind? Oder wenn Geben und Nehmen fair austariert sind? In meinen Leadership-Trainings und auch im Unterricht beobachte ich immer wieder dieselbe Spannung: Menschen wollen kooperativ sein, fürchten aber, ausgenutzt zu werden. Genau hier setzt die Arbeit von Adam Grant [1] an. Seine Typologie der Kooperation liefert ein überraschend nüchternes Raster, um diese Spannungen besser zu verstehen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit klaren Befunden.
Selbstgesteuertes Lernen gilt heute als eine der Schlüsselkompetenzen schlechthin. Unsere Arbeitswelt ist geprägt von Beschleunigung und Verdichtung. Eigenverantwortung wächst. Gleichzeitig bleibt oft unklar, wie Sie Ihren Lernprozess konkret strukturieren sollen, ohne sich in Methoden, Tools oder gut gemeinten Ratschlägen zu verlieren. Das FASTER-Modell von Jim Kwik, der als Lerncoach vor allem ein breites Publikum anspricht, bietet hierfür einen einfachen, aber nicht oberflächlichen Orientierungsrahmen. Ich lese es weniger als Lernmethode im engeren Sinn, sondern als Heuristik, die hilft, Aufmerksamkeit, Handlung und Wiederholung bewusst zu organisieren.
Letzte Woche, beim Abendessen mit Freunden, rutschten wir in eine Diskussion über die aktuelle Situation im Iran. Innerhalb von Minuten sprachen wir aneinander vorbei – nicht weil die Argumente fehlten, sondern weil niemand wirklich zuhörte. Jeder wartete nur darauf, den nächsten Punkt zu setzen. Das Gespräch wirkte wie eine schlecht geschnittene Talkshow: viel Bewegung, wenig Erkenntnis. Genau an diesem Punkt setzen Daniel Dennetts vier Debattierregeln [1] ein – weniger als Technik, mehr als philosophische Zumutung an das eigene Denken.