Meine Steuererklärung scheitert selten daran, dass ich keine Zeit dafür hätte. Meist scheitert sie zunächst daran, dass ich keine Lust verspüre, mich einer Aufgabe zu unterwerfen, deren unmittelbaren Nutzen ich nicht erkenne. Ähnlich geht es mir bei Behördenschreiben oder administrativen Pflichten, die von aussen an mich herangetragen werden.
Mein Verhaltensmuster ist ziemlich zuverlässig: Ich verweigere zunächst den Beginn und erledige stattdessen demonstrativ etwas anderes. Natürlich handelt es sich dabei nicht um irgendeine Ablenkung, sondern um etwas vermeintlich Wichtiges. Ich beantworte E-Mails, ordne Unterlagen oder erledige eine Aufgabe, die ebenfalls schon länger auf meiner Liste steht. So kann ich mir einreden, produktiv zu sein. Erst wenn die Frist näher rückt und der äussere Druck gross genug wird, widme ich mich der ursprünglichen Aufgabe.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Vor rund 2'500 Jahren prägte der Stadtstaat Sparta ein Ideal von Disziplin, Standhaftigkeit und innerer Stärke. Die Erziehung junger Männer im sogenannten Agoge-System zielte darauf, physisch wie mental unerschütterlich zu werden. Viele der Prinzipien, die damals im militärischen Kontext galten, lassen sich heute auf persönliche Entwicklung und psychische Widerstandskraft übertragen. Wer mentale Resilienz aufbauen will, kann von diesen überlieferten Gewohnheiten profitieren.
„Ich hatte diese Woche überhaupt keine Zeit.“ Es ist einer jener Sätze, die ich fast täglich höre oder selbst sage. Manchmal stimmt er. Oft fühlt er sich zumindest wahr an. Was aber, wenn genau dieses Gefühl täuscht? Vielleicht ist unser grösstes Problem gar nicht die fehlende Zeit – sondern wie wir sie wahrnehmen.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! „Cognitive Shuffling“ (kognitive Neuordnung) ist eine Technik, die helfen kann, schneller einzuschlafen, indem sie das Gehirn gezielt ablenkt. Die Methode wurde von dem kanadischen Kognitionswissenschaftler Luc P. Beaudoin entwickelt und basiert auf der Idee, das Gehirn mit zusammenhangslosen Gedanken zu beschäftigen, um Grübelschleifen zu durchbrechen.
Die meisten Menschen wünschen sich ein glückliches Leben. Doch worin besteht Glück eigentlich? Für die einen bedeutet es Gesundheit, für andere beruflichen Erfolg, finanzielle Sicherheit oder erfüllte Beziehungen. Die moderne Ratgeberliteratur empfiehlt Achtsamkeit, Dankbarkeit oder positive Gewohnheiten. Hinter all diesen Ansätzen steht mehrheitlich dieselbe Annahme: Glück sei ein Zustand, den wir erreichen oder bewahren können.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Wer morgens gleich zum Smartphone greift und durch soziale Feeds scrollt, startet den Tag im Reaktionsmodus. Die eigene Aufmerksamkeit richtet sich auf fremde Inhalte, fremde Prioritäten, fremde Stimmen. Die eigene Kreativität kommt dabei zu kurz.
Vor einigen Jahren begann ich wieder, regelmässig von Hand zu schreiben. Nicht aus Nostalgie, nicht aus Skepsis gegenüber digitalen Werkzeugen. Mein Alltag spielt sich weitgehend am Bildschirm ab, und ich möchte das nicht ändern. Doch immer dann, wenn ich etwas wirklich verstehen, durchdenken oder entscheiden möchte, greife ich zum Notizbuch.
Diese Gewohnheit entstand zunächst aus einem praktischen Impuls. Mit der Zeit stellte ich fest, dass sie etwas verändert: Gedanken werden klarer. Zusammenhänge treten deutlicher hervor. Schwierige Entscheidungen wirken weniger überwältigend. Lange hielt ich das für eine persönliche Eigenheit. Heute spricht einiges dafür, dass dahinter mehr steckt.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Diese Woche etwas verspätet, die Hitze fordert ihren Tribut. Diese Woche befassen wir uns mit unserer Persönlichkeit und wie stark wir sie formen können.
Wer regelmässig wissenschaftliche Erkenntnisse über Lesen, #Lernen und ähnliche Themen konsultiert, begegnet einem vertrauten Muster. Irgendwo erscheint eine neue Studie. Wenige Tage später folgen die populärwissenschaftlichen Schlagzeilen: Papier sei dem Bildschirm überlegen, Bücher förderten das Verständnis, digitale Medien erschwerten die Konzentration. Die Studien unterscheiden sich, die Botschaft bleibt konstant.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Wer effektiver lernen will, sollte nicht nur wiederholen, sondern gezielt Pausen einbauen – so das zentrale Ergebnis mehrerer neurowissenschaftlicher Studien.