EpicMonday 05: Die drei Gesichter der Neugier

Illustration eines antiken Philosophen in Toga, der erschöpft an einem modernen Büroarbeitsplatz vor einem Computer sitzt, umgeben von leeren Bürostühlen und urbaner Architektur.

Freundinnen & Freunde der Weisheit! Ein neuer Monat hat begonnen und der Newsletter erscheint bereits in der fünften Ausgabe. Heute zeige ich auf, warum Tagträumen alles andere als nutzlos ist.

Tagträumen galt lange als unproduktives Abschweifen. Neue neurowissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass genau dieses mentale Umherschweifen dem Gehirn hilft, zu lernen und kreative Verbindungen zu knüpfen. Dahinter stehen drei unterschiedliche Arten der Neugier: epistemische Neugier, die nach neuem Wissen strebt; divergente Neugier, die spielerisch nach Möglichkeiten sucht; und affektive Neugier, die emotionale Reize verarbeitet. Während Mäuse im Labor frühere Reize „vorausschauend“ erneut aktivierten, zeigte sich beim Menschen, dass stille Wachphasen das Gedächtnis stärken und kreatives Denken fördern.

Diese Formen der Neugier zeigen sich besonders dann, wenn der Geist nicht gezielt gelenkt wird: beim Duschen, Spazieren oder bei monotonen Aufgaben. In solchen Momenten wird das sogenannte „Default Mode Network“ aktiv – ein Hirnnetzwerk, das Erinnerungen aufruft, Zukünftiges durchspielt und neue Lösungswege simuliert. Wer also scheinbar abschweift, ist oft in einem kognitiven Zustand erhöhter Verbindungskraft zwischen Planung, Erinnerung und Vorstellung – ein perfektes Umfeld für Ideenentwicklung.

Auch im Alltag zeigt sich die Wirkung: Menschen, die bewusst kurze Denkpausen einlegen, tolerieren Schmerz besser, reduzieren Stresshormone und lösen Probleme kreativer. Firmen, die „mind-wander breaks“ einführen, berichten von effizienteren Meetings. Statt das Abschweifen zu bekämpfen, lohnt es sich, es gezielt zuzulassen – als stillen Motor für Lernen, Kreativität und emotionale Balance.

Denkanstoss zum Wochenbeginn

„Das ganze Ungluück der Menschen nährt sich aus einem einzigen Umstand, nämlich, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ – Blaise Pascal (1623–1662)

ProductivityPorn-Tipp der Woche: Zwei-Minuten-Regel

Wenn eine Aufgabe weniger als zwei Minuten dauert, erledige sie sofort. Das verhindert, dass kleine To-dos sich zu einem riesigen Berg aufstauen und spart dir Zeit beim späteren Nacharbeiten.

Aus dem Archiv: Sind Eulen die schlaueren Köpfe?

Hast du dich jemals gefragt, ob es einen Zusammenhang zwischen deiner bevorzugten Tageszeit und deiner geistigen Leistungsfähigkeit gibt? Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass „Eulen“, also Menschen, die nachts aktiv sind und spät schlafen gehen, in kognitiven Tests tendenziell besser abschneiden als „Lerchen“, die früh aufstehen und morgens am produktivsten sind.

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EpicMind – Weisheiten für das digitale Leben „EpicMind“ (kurz für „Epicurean Mindset“) ist mein Blog und Newsletter, der sich den Themen Lernen, Produktivität, Selbstmanagement und Technologie widmet – alles gewürzt mit einer Prise Philosophie.


Disclaimer Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet. Das Artikel-Bild wurde mit ChatGPT erstellt und anschliessend nachbearbeitet.

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Michael Gisiger

Michael Gisiger

Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung. Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität, PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.