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    <title>Resilienz &amp;mdash; EpicMind</title>
    <link>https://epicmind.ch/tag:Resilienz</link>
    <description>Weisheiten für das digitale Leben</description>
    <pubDate>Mon, 18 May 2026 09:55:08 +0000</pubDate>
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      <title>Resilienz &amp;mdash; EpicMind</title>
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      <title>Jenseits der Mitte: Über das Älterwerden, die Gelassenheit und den Luxus, weniger zu wollen</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Danielson-Gambogi: Tyttö ja kissat kesäisessä maisemassa&#xA;&#xA;Heute werde ich 50. Eine runde Zahl, die sich leise, aber deutlich bemerkbar macht – nicht nur im Pass, sondern auch in meinem inneren Koordinatensystem. Halbzeit vielleicht, wahrscheinlich auch schon mehr als das. Jedenfalls ein Anlass, innezuhalten. Und ehrlich gesagt: Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten sollte. 50 – das klingt nach Verantwortung, nach gereiftem Urteil, vielleicht sogar nach leichter Verbitterung. Nach Jahren, in denen man die Welt ernst genommen hat. Manchmal zu ernst. Dabei entdecke ich gerade im #Alter eine neue Leichtigkeit. Nicht die sorglose, euphorische Art der Zwanziger, sondern eine leisere, stabilere Form: eine Gelassenheit, die nicht vorgibt, alles im Griff zu haben, aber auch nicht mehr alles beweisen muss. Und ich beginne zu verstehen, dass genau darin eine Form von Freiheit liegt, die ich früher übersehen habe.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Vom Eigensinn der Zeit&#xA;&#xA;Es heisst, die Jugend habe alle Zeit der Welt. Die Wahrheit ist wohl: Sie hat sie nicht – aber sie merkt es noch nicht. Das Bewusstsein der Endlichkeit tritt mit den Jahren leiser, aber bestimmter ins Leben. Was früher abstrakt war, wird konkret. Die eigenen Eltern altern sichtbar, die ersten Freunde haben ernsthafte Diagnosen oder nehmen sich Auszeiten nicht mehr aus Abenteuerlust, sondern aus Notwendigkeit. Und doch: Ich fürchte mich weniger davor als früher. Vielleicht, weil ich – im Gegensatz zu früher – nicht mehr alles kontrollieren will. Wie Oliver Burkeman in seinem Buch 4000 Wochen sinngemäss schreibt, beginnt mit dem Älterwerden oft ein Abschied vom Drang, alles kontrollieren zu wollen – ein Drang, der besonders in der Jugend ausgeprägt ist. Älterwerden heisst auch, die Unverfügbarkeit des Lebens anzuerkennen. Und damit anzufangen, sich darin einzurichten. Nicht als Rückzug, sondern als Hinwendung zur Wirklichkeit.&#xA;&#xA;„Der Tod geht uns nichts an.“&#xA;&#xA;Epikur schrieb in seinem Brief an Menoikeus: „Gewöhne dich an den Gedanken, dass der Tod uns nichts angeht. Denn alles Gute und Schlimme beruht auf der Wahrnehmung. Der Tod aber ist der Verlust der Wahrnehmung.“ Das klingt radikal – und ist es auch. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr empfinde ich diesen Gedanken nicht als Zumutung, sondern als Erleichterung. Älterwerden bringt eine merkwürdige Art von Ruhe mit sich. Weil nicht mehr alles möglich ist. Und gerade dadurch wird manches klarer. Nicht mehr alles ausprobieren zu müssen, bedeutet auch, sich begrenzen zu dürfen. Nein sagen zu können. Sagen zu können: Das reicht. Genug. Paradoxerweise macht der Gedanke, nicht unsterblich zu sein, das Leben nicht kleiner. Er macht es dichter.&#xA;&#xA;Der Luxus, weniger zu wollen&#xA;&#xA;Ich erinnere mich an eine Szene vor ein paar Jahren: Ich sass an einem freien Tag in einem Café, las ein gutes Buch, trank einen hervorragenden Espresso, und hatte keine Termine. Kein Produktivitätsziel, kein Schrittzähler, keine Ambitionen. Einfach da. Ich hätte damals nicht sagen können, was das war – heute weiss ich: Es war Fülle. Eine epikureische Fülle. Freundschaft, einfaches, aber wohltuendes Essen, ein Dach über dem Kopf, Zeit für Philosophie – Epikur erkannte darin die Basis des guten Lebens. Der Rest? Entbehrlich. Und manchmal sogar hinderlich. &#xA;&#xA;Was ich früher als Mittel zum #Glück betrachtete – etwa beruflichen Erfolg – erscheint mir heute eher als Nebenprodukt einer gelungenen Lebensführung. Nicht mehr das Ziel, sondern ein möglicher Begleiter. Diese Form des Genügens hat nichts mit Verzichtsromantik zu tun. Sie ist ein bewusster Entscheid: gegen das ständige Streben, für das bewusste Leben. Immer öfter merke ich, dass es mich nicht glücklicher macht, mehr zu haben. Aber es beruhigt mich, weniger zu brauchen.&#xA;&#xA;Wenn ich dem Älterwerden eine Haltung zuordnen müsste, dann wäre es diese: das Üben im Loslassen. Nicht als Flucht, sondern als Form der Gestaltung. „Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile über die Dinge“, schrieb Epiktet in seinem Handbüchlein der Moral. Und genau das lerne ich neu: nicht jedes Urteil reflexhaft zu übernehmen, nicht jede Erwartung zu erfüllen, nicht jeden Impuls zur Reaktion werden zu lassen.&#xA;&#xA;Gelassenheit heisst für mich heute nicht Gleichgültigkeit. Sondern Aufmerksamkeit ohne Verstrickung. Präsenz ohne Drama. Ich darf mich aufregen – aber ich muss es nicht. Ich darf mich kümmern – aber ich muss nicht alles retten. Diese Form der inneren Unterscheidung ist eine tägliche Übung. Und wie jede Übung bleibt sie unvollkommen. Aber sie verändert etwas: Sie schafft Räume. Zwischen Reiz und Reaktion. Zwischen Anspruch und Antwort. Zwischen dem, was von aussen auf mich einwirkt – und dem, was ich daraus mache.&#xA;&#xA;Widerstandskraft ist Wandlungsfähigkeit&#xA;&#xA;Ich habe gelernt, #Resilienz nicht als Härte zu verstehen, sondern als Wandlungsfähigkeit. Was mich trägt, sind nicht eiserne Prinzipien oder starre Pläne, sondern die Fähigkeit, mich zu bewegen. Mich zu befragen. Mich zu verändern. Und auch: mich zu akzeptieren. Früher habe ich berufliche Rückschläge als persönliches Versagen empfunden und mich wochenlang damit gequält. Heute kann ich in einer gescheiterten Projektidee auch eine Befreiung sehen – die Chance, einen Weg nicht weitergehen zu müssen, der ohnehin nicht der richtige war. Nicht weil ich gleichgültiger geworden wäre, sondern weil ich gelernt habe, zwischen dem Ereignis selbst und meiner Deutung davon zu unterscheiden.&#xA;&#xA;Mit 50 habe ich viele Illusionen verloren. Das ist gut so. Manche davon waren hinderlich – etwa die, alles müsse sinnvoll, effizient oder erfolgreich sein. Ich setze heute eher auf das, was im Stillen trägt, als auf das, was laut beeindruckt. Auf das Gespräch. Auf das Zuhören. Auf den Spaziergang ohne Ziel. Vielleicht besteht der Ertrag dieses Alters nicht in Weisheit im emphatischen Sinn, sondern in einer freundlicheren Beziehung zum Unvollkommenen – auch zum eigenen.&#xA;&#xA;Ein anderer Blick&#xA;&#xA;Ich habe nicht vor, das Altern zu verklären. Natürlich gibt es auch Schatten: körperliche Veränderungen, Abschiede, Verletzlichkeit. Aber ich schaue heute anders hin. Mit mehr Zärtlichkeit. Mit mehr Geduld. Und mit weniger Angst. Wahrscheinlich bin ich nicht klüger geworden. Aber ich bin leiser geworden. Und das reicht vielleicht schon.&#xA;&#xA;Was ich mir für die kommenden Jahre wünsche? Weniger Lautstärke. Mehr Tiefe. Gespräche mit Menschen, die nicht nur recht haben wollen. Tage ohne Plan. Und die Freiheit, immer wieder neu zu entscheiden, was mir wichtig ist – ohne ständig erklären zu müssen, warum. Älterwerden ist kein Defizit. Es ist eine Einladung. Nicht an das alte Ich, sich zu verteidigen. Sondern an das neue, sich zu zeigen. Ich will sie annehmen.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/jenseits-der-mitte-uber-das-alterwerden-die-gelassenheit-und-den-luxus&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Elin Danielson-Gambogi (1861–1919): Flicka och katter i somrigt landskap, UPM-Kymmenen Kulttuurisäätiö, Helsinki, Public Domain.jpg).&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;#Selbstbetrachtungen | #Philosophie&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/df/Elin_Danielson-Gambogi_-_Girl_with_cats_in_a_summer_landscape_%281892%29.jpg/965px-Elin_Danielson-Gambogi_-_Girl_with_cats_in_a_summer_landscape_%281892%29.jpg" alt="Danielson-Gambogi: Tyttö ja kissat kesäisessä maisemassa"/></p>

<p>Heute werde ich 50. Eine runde Zahl, die sich leise, aber deutlich bemerkbar macht – nicht nur im Pass, sondern auch in meinem inneren Koordinatensystem. Halbzeit vielleicht, wahrscheinlich auch schon mehr als das. Jedenfalls ein Anlass, innezuhalten. Und ehrlich gesagt: Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten sollte. 50 – das klingt nach Verantwortung, nach gereiftem Urteil, vielleicht sogar nach leichter Verbitterung. Nach Jahren, in denen man die Welt ernst genommen hat. Manchmal zu ernst. Dabei entdecke ich gerade im <a href="https://epicmind.ch/tag:Alter" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Alter</span></a> eine neue Leichtigkeit. Nicht die sorglose, euphorische Art der Zwanziger, sondern eine leisere, stabilere Form: eine Gelassenheit, die nicht vorgibt, alles im Griff zu haben, aber auch nicht mehr alles beweisen muss. Und ich beginne zu verstehen, dass genau darin eine Form von Freiheit liegt, die ich früher übersehen habe.</p>



<h2 id="vom-eigensinn-der-zeit" id="vom-eigensinn-der-zeit">Vom Eigensinn der Zeit</h2>

<p>Es heisst, die Jugend habe alle Zeit der Welt. Die Wahrheit ist wohl: Sie hat sie nicht – aber sie merkt es noch nicht. Das Bewusstsein der Endlichkeit tritt mit den Jahren leiser, aber bestimmter ins Leben. Was früher abstrakt war, wird konkret. Die eigenen Eltern altern sichtbar, die ersten Freunde haben ernsthafte Diagnosen oder nehmen sich <a href="./alleine-aber-nicht-einsam">Auszeiten nicht mehr aus Abenteuerlust, sondern aus Notwendigkeit.</a> Und doch: Ich fürchte mich weniger davor als früher. Vielleicht, weil ich – im Gegensatz zu früher – nicht mehr alles kontrollieren will. Wie Oliver Burkeman in seinem Buch <em>4000 Wochen</em> sinngemäss schreibt, beginnt mit dem Älterwerden oft ein Abschied vom Drang, alles kontrollieren zu wollen – ein Drang, der besonders in der Jugend ausgeprägt ist. Älterwerden heisst auch, die Unverfügbarkeit des Lebens anzuerkennen. Und damit anzufangen, sich darin einzurichten. Nicht als Rückzug, sondern als Hinwendung zur Wirklichkeit.</p>

<h2 id="der-tod-geht-uns-nichts-an" id="der-tod-geht-uns-nichts-an">„Der Tod geht uns nichts an.“</h2>

<p><a href="https://epicmind.ch/tag:Epikur" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Epikur</span></a> schrieb in seinem <em>Brief an Menoikeus</em>: „Gewöhne dich an den Gedanken, dass der Tod uns nichts angeht. Denn alles Gute und Schlimme beruht auf der Wahrnehmung. Der Tod aber ist der Verlust der Wahrnehmung.“ Das klingt radikal – und ist es auch. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr empfinde ich diesen Gedanken nicht als Zumutung, sondern als Erleichterung. Älterwerden bringt eine merkwürdige Art von Ruhe mit sich. Weil nicht mehr alles möglich ist. Und gerade dadurch wird manches klarer. Nicht mehr alles ausprobieren zu müssen, bedeutet auch, sich begrenzen zu dürfen. Nein sagen zu können. Sagen zu können: Das reicht. Genug. Paradoxerweise macht der Gedanke, nicht unsterblich zu sein, das Leben nicht kleiner. Er macht es dichter.</p>

<h2 id="der-luxus-weniger-zu-wollen" id="der-luxus-weniger-zu-wollen">Der Luxus, weniger zu wollen</h2>

<p>Ich erinnere mich an eine Szene vor ein paar Jahren: Ich sass an einem freien Tag in einem Café, las ein gutes Buch, trank einen hervorragenden Espresso, und hatte keine Termine. Kein Produktivitätsziel, kein Schrittzähler, keine Ambitionen. Einfach da. Ich hätte damals nicht sagen können, was das war – heute weiss ich: Es war Fülle. Eine epikureische Fülle. Freundschaft, einfaches, aber wohltuendes Essen, ein Dach über dem Kopf, Zeit für Philosophie – Epikur erkannte darin die Basis des guten Lebens. Der Rest? Entbehrlich. Und manchmal sogar hinderlich.</p>

<p>Was ich früher als Mittel zum <a href="https://epicmind.ch/tag:Gl%C3%BCck" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Glück</span></a> betrachtete – etwa beruflichen Erfolg – erscheint mir heute eher als Nebenprodukt einer gelungenen Lebensführung. Nicht mehr das Ziel, sondern ein möglicher Begleiter. Diese Form des Genügens hat nichts mit Verzichtsromantik zu tun. Sie ist ein bewusster Entscheid: gegen das ständige Streben, für das bewusste Leben. Immer öfter merke ich, dass es mich nicht glücklicher macht, mehr zu haben. Aber es beruhigt mich, weniger zu brauchen.</p>

<p>Wenn ich dem Älterwerden eine Haltung zuordnen müsste, dann wäre es diese: das Üben im Loslassen. Nicht als Flucht, sondern als Form der Gestaltung. „Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile über die Dinge“, schrieb Epiktet in seinem <em>Handbüchlein der Moral</em>. Und genau das lerne ich neu: nicht jedes Urteil reflexhaft zu übernehmen, nicht jede Erwartung zu erfüllen, nicht jeden Impuls zur Reaktion werden zu lassen.</p>

<p><a href="./die-radikale-tugend-der-gelassenheit">Gelassenheit heisst für mich heute nicht Gleichgültigkeit. Sondern Aufmerksamkeit ohne Verstrickung.</a> Präsenz ohne Drama. Ich darf mich aufregen – aber ich muss es nicht. Ich darf mich kümmern – aber ich muss nicht alles retten. Diese Form der inneren Unterscheidung ist eine tägliche Übung. Und wie jede Übung bleibt sie unvollkommen. Aber sie verändert etwas: Sie schafft Räume. Zwischen Reiz und Reaktion. Zwischen Anspruch und Antwort. Zwischen dem, was von aussen auf mich einwirkt – und dem, was ich daraus mache.</p>

<h2 id="widerstandskraft-ist-wandlungsfähigkeit" id="widerstandskraft-ist-wandlungsfähigkeit">Widerstandskraft ist Wandlungsfähigkeit</h2>

<p>Ich habe gelernt, <a href="https://epicmind.ch/tag:Resilienz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resilienz</span></a> <a href="./ein-etwas-anderer-blick-auf-resilienz-philosophische-lebenspraxis">nicht als Härte zu verstehen, sondern als Wandlungsfähigkeit</a>. Was mich trägt, sind nicht eiserne Prinzipien oder starre Pläne, sondern die Fähigkeit, mich zu bewegen. Mich zu befragen. Mich zu verändern. Und auch: mich zu akzeptieren. Früher habe ich berufliche Rückschläge als persönliches Versagen empfunden und mich wochenlang damit gequält. Heute kann ich in einer gescheiterten Projektidee auch eine Befreiung sehen – die Chance, einen Weg nicht weitergehen zu müssen, der ohnehin nicht der richtige war. Nicht weil ich gleichgültiger geworden wäre, sondern weil ich gelernt habe, zwischen dem Ereignis selbst und meiner Deutung davon zu unterscheiden.</p>

<p><a href="./kierkegaard-als-wegweiser-zu-einem-erfullten-leben">Mit 50 habe ich viele Illusionen verloren. Das ist gut so.</a> Manche davon waren hinderlich – etwa die, alles müsse sinnvoll, effizient oder erfolgreich sein. Ich setze heute eher auf das, was im Stillen trägt, als auf das, was laut beeindruckt. Auf das Gespräch. Auf das Zuhören. Auf den Spaziergang ohne Ziel. Vielleicht besteht der Ertrag dieses Alters nicht in Weisheit im emphatischen Sinn, sondern in einer freundlicheren Beziehung zum Unvollkommenen – auch zum eigenen.</p>

<h2 id="ein-anderer-blick" id="ein-anderer-blick">Ein anderer Blick</h2>

<p>Ich habe nicht vor, das Altern zu verklären. Natürlich gibt es auch Schatten: körperliche Veränderungen, Abschiede, Verletzlichkeit. Aber ich schaue heute anders hin. Mit mehr Zärtlichkeit. Mit mehr Geduld. Und mit weniger Angst. Wahrscheinlich bin ich nicht klüger geworden. Aber ich bin leiser geworden. Und das reicht vielleicht schon.</p>

<p>Was ich mir für die kommenden Jahre wünsche? Weniger Lautstärke. Mehr Tiefe. Gespräche mit Menschen, die nicht nur recht haben wollen. <a href="./gedanken-zu-ostern-rhythmus-statt-effizienzdruck">Tage ohne Plan. Und die Freiheit, immer wieder neu zu entscheiden, was mir wichtig ist</a> – ohne ständig erklären zu müssen, warum. Älterwerden ist kein Defizit. Es ist eine Einladung. Nicht an das alte Ich, sich zu verteidigen. Sondern an das neue, sich zu zeigen. Ich will sie annehmen.</p>

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<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/jenseits-der-mitte-uber-das-alterwerden-die-gelassenheit-und-den-luxus">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elin_Danielson-Gambogi">Elin Danielson-Gambogi</a> (1861–1919): <em>Flicka och katter i somrigt landskap</em>, UPM-Kymmenen Kulttuurisäätiö, Helsinki, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Elin_Danielson-Gambogi_-_Girl_with_cats_in_a_summer_landscape_(1892).jpg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstbetrachtungen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstbetrachtungen</span></a> | <a href="https://epicmind.ch/tag:Philosophie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Philosophie</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
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      <guid>https://epicmind.ch/jenseits-der-mitte-uber-das-alterwerden-die-gelassenheit-und-den-luxus</guid>
      <pubDate>Fri, 04 Jul 2025 06:01:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Vier Worte und ein Notizbuch – für einen besseren Schlaf</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Füssli: Nachtmahr&#xA;&#xA;Wer kennt das nicht: Es ist drei Uhr morgens, draussen ist alles still – nur im eigenen Kopf herrscht Hochbetrieb. Gedanken kreisen, Aufgabenlisten wachsen, verpasste Chancen und ungeklärte Fragen drängen sich auf. An Schlaf ist kaum noch zu denken. Solche Nächte sind keine Seltenheit – sie gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch muss man diesem inneren Film wirklich tatenlos zusehen?&#xA;&#xA;Psychologische Erkenntnisse legen nahe, dass es beim Wiedereinschlafen weniger um Kontrolle geht – sondern darum, den Gedankenfluss gezielt umzulenken. Zwei Methoden, die besonders in der Nacht ihre Wirkung entfalten können, stehen dabei im Zentrum: eine kurze Formel aus vier Worten und eine gezielte Auseinandersetzung mit dem, was den Schlaf raubt – aber zur richtigen Zeit. Beide sind wissenschaftlich fundiert und leicht umzusetzen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Was nachts wach hält&#xA;&#xA;Ein wachsender Anteil der Bevölkerung kennt das Phänomen des nächtlichen Aufwachens oder der Schwierigkeiten beim Einschlafen. Die Ursachen sind vielfältig. Neben äusseren Faktoren wie Lärm oder Licht sind es häufig innere Spannungen, die den Schlaf unterbrechen oder verhindern. In der Fachliteratur wird dies als „kognitive Reaktivität“ [1] beschrieben: das automatische, oft schwer steuerbare Anspringen des Denkens in einem Moment, der eigentlich der Regeneration dienen sollte.&#xA;&#xA;Besonders häufig ist dabei das sogenannte Zukunftsgrübeln. Der Psychologe Dr. Michael Gradisar, Leiter der Schlafforschung bei Sleep Cycle, weist darauf hin, dass viele Menschen beim Einschlafen vor allem über die Anforderungen des nächsten Tages nachdenken. Das Gehirn gerät in eine Art Alarmmodus – ein Zustand, der mit Entspannung unvereinbar ist.&#xA;&#xA;Die Vier-Wort-Formel: „Dieser Gedanke kann warten“&#xA;&#xA;Der US-amerikanische Psychologe Jeffrey Bernstein hat über Jahre hinweg mit Menschen gearbeitet, die unter nächtlichem Grübeln leiden. Seine Empfehlung ist ebenso schlicht wie wirksam: „This Thought Can Wait“ – „Dieser Gedanke kann warten“. Diese vier Worte helfen dabei, den mentalen Druck zu entschärfen, ohne Gedanken zu verdrängen oder aktiv zu bekämpfen.&#xA;&#xA;Die Wirksamkeit der Methode beruht auf mehreren psychologischen Mechanismen:&#xA;&#xA;Die Formel anerkennt den Gedanken, ohne ihm nachzugeben.&#xA;Sie verschiebt den Fokus weg vom Lösen hin zum Beruhigen.&#xA;Sie aktiviert die Fähigkeit zur gedanklichen Selbstregulation – ein zentraler Aspekt moderner psychotherapeutischer Ansätze.&#xA;&#xA;Bernstein empfiehlt, die Formel mit dem Atem zu verknüpfen: beim Einatmen still denken „Dieser Gedanke …“, beim Ausatmen „… kann warten“. So wird ein beruhigender Rhythmus geschaffen, der gleichzeitig körperlich wie kognitiv wirkt. Ergänzend kann eine Visualisierung helfen: Man stellt sich ein gedankliches Glas vor, in das man Sorgen legt – mit der Absicht, sie am Morgen wieder herauszunehmen, wenn es sinnvoll ist.&#xA;&#xA;Wichtig ist, die Formel nicht als sofortiges Allheilmittel zu betrachten. Sie wirkt nicht durch einmalige Anwendung, sondern durch Wiederholung – ähnlich wie bei Achtsamkeitsübungen geht es um Training, nicht um Kontrolle.&#xA;&#xA;Die Constructive-Worry-Methode: Sorgen bewusst auslagern&#xA;&#xA;Während die Vier-Wort-Formel direkt in der Nacht angewendet wird, setzt die sogenannte Constructive Worry-Methode früher an – idealerweise am frühen Abend. Entwickelt wurde sie von der kanadischen Psychologin Dr. Coleen Carney, die an der Ryerson University zum Zusammenhang von Schlaf und Depression forscht. Ihr Ansatz zielt darauf ab, die gedankliche Aktivität vom Bett weg und in den Tagesverlauf hinein zu verlagern.&#xA;&#xA;Die Methode umfasst drei Schritte:&#xA;&#xA;Zeit schaffen: Rund 15 Minuten werden am frühen Abend reserviert – mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen.&#xA;Sorgen benennen: Es werden drei aktuelle Sorgen schriftlich festgehalten – handschriftlich, nicht digital, um Bildschirmzeit zu vermeiden.&#xA;Lösungsansätze formulieren: Zu jeder Sorge wird ein realistischer nächster Schritt notiert, auch wenn dieser nur heisst: Morgen weiter überlegen.&#xA;&#xA;Diese Struktur erlaubt dem Gehirn, innere Spannungen ernst zu nehmen – aber eben zu einem geeigneten Zeitpunkt. Gradisar weist darauf hin, dass die Methode dann besonders effektiv ist, wenn sie über mehrere Wochen hinweg regelmässig praktiziert wird. Studien bestätigen diesen Effekt: In einer Untersuchung aus dem Jahr 2018 schliefen Personen, die eine To-do-Liste für den nächsten Tag verfassten, signifikant schneller ein als jene, die über ihren vergangenen Tag reflektierten.&#xA;&#xA;Ergänzende Massnahmen: Raum für Schlaf schaffen&#xA;&#xA;Auch wenn mentale Techniken zentrale Elemente eines besseren Umgangs mit Schlafproblemen sind, spielen äussere Faktoren eine unterstützende Rolle. Drei Massnahmen bieten sich besonders an:&#xA;&#xA;Abendliche Routinen: Rituale vor dem Schlafengehen, wie Lesen, leichte Dehnübungen oder das Hören einer geführten Meditation, helfen, dem Körper ein klares Signal zu geben: Jetzt beginnt die Ruhezeit.&#xA;Schlafumgebung optimieren: Ein kühler, aufgeräumter Raum mit gedämpftem Licht fördert die innere Beruhigung.&#xA;Digitale Disziplin: Der Verzicht auf Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen verhindert das Ansteigen des Aktivierungsniveaus durch Blaulicht und Informationsflut.&#xA;&#xA;Solche Massnahmen allein sind kein Garant für guten Schlaf, doch sie bilden ein unterstützendes Fundament für die eigentliche innere Arbeit. Damit können auch #Stress abgebaut und #Resilienz aufgebaut werden.&#xA;&#xA;Was der Körper in der Nacht leistet&#xA;&#xA;Trotz intensiver Forschung ist noch nicht vollständig geklärt, warum wir genau schlafen müssen. Was aber als gesichert gilt: Schlaf ist entscheidend für die körperliche und geistige Regeneration. Während der Nacht konsolidiert das Gehirn Erinnerungen, reguliert Emotionen und stärkt das Immunsystem. Körperlich erfolgen Prozesse wie Zellreparatur, Muskelaufbau und Hormonregulation.&#xA;&#xA;Die optimale Schlafdauer variiert individuell. Die US-amerikanische „National Health Foundation“ (NFH) empfiehlt für Erwachsene zwischen 26 und 64 Jahren sieben bis neun Stunden pro Nacht. Entscheidend ist weniger die exakte Zahl, sondern das Gefühl der Erholung. Wer regelmässig mit bleierner Müdigkeit aufwacht, leidet möglicherweise unter einer sogenannten Schlafschuld [2] – also einem kumulierten Schlafdefizit über mehrere Tage hinweg. Dieses kann das Risiko für körperliche Erkrankungen wie Diabetes ebenso erhöhen wie für psychische Belastungen.&#xA;&#xA;Fazit: Zwei Methoden und drei Tipps&#xA;&#xA;Schlaf lässt sich nicht erzwingen – aber wir können Bedingungen schaffen, die ihm den Weg erleichtern. Statt das eigene Grübeln zu bekämpfen, hilft es, den Kopf in ruhige Bahnen zu lenken. Die beiden hier beschriebenen Methoden bieten dafür einen klaren und praktikablen Zugang:&#xA;&#xA;Zwei evidenzbasierte Methoden:&#xA;&#xA;Die Vier-Wort-Formel „Dieser Gedanke kann warten“ – ein mentales Stoppsignal mit grosser Wirkung.&#xA;Die Constructive-Worry-Methode – Sorgen aktiv annehmen, aber aus dem Bett verbannen.&#xA;&#xA;Drei unterstützende Massnahmen:&#xA;&#xA;Eine regelmässige Abendroutine als verlässliches Signal für den Übergang in den Schlaf gehört zu den täglichen #Habits.&#xA;Eine beruhigende Schlafumgebung, die Reize reduziert und Sicherheit vermittelt.&#xA;Der bewusste Verzicht auf digitale Geräte vor dem Schlafen – als Schutz vor Reizüberflutung.&#xA;&#xA;Wer diese Schritte als Einladung versteht – nicht als Pflicht – wird entdecken, dass sich der Schlaf oft zurückmeldet, wenn er nicht mehr eingefordert wird. Vier Worte und ein Notizbuch neben dem Bett sind ein Anfang.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/vier-worte-und-ein-notizbuch-fur-einen-besseren-schlaf&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Anmerkungen&#xA;&#xA;[1] „Kognitive Reaktivität“ (cognitive reactivity) bezeichnet die Tendenz, dass bestimmte Gedankeninhalte – etwa Sorgen oder selbstkritische Überzeugungen – unter Belastung oder Müdigkeit besonders schnell und automatisch aktiviert werden. In der Schlafpsychologie meint man damit, dass das Gehirn bei nächtlichem Erwachen oder beim Einschlafen sehr leicht in typische, oft problemzentrierte Denkmuster zurückfällt – etwa Grübeleien oder Zukunftssorgen. Dieser Mechanismus kann das Einschlafen oder Wiedereinschlafen erheblich erschweren. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Depressionsforschung und wurde später auch im Zusammenhang mit Schlafstörungen verwendet.&#xA;&#xA;[2] Der Begriff „Schlafschuld“ (sleep debt) bezeichnet den Unterschied zwischen dem individuell benötigten Schlaf und dem tatsächlich erhaltenen Schlaf über einen bestimmten Zeitraum. Wer etwa regelmässig nur sechs Stunden schläft, obwohl der Körper acht Stunden zur Regeneration braucht, häuft täglich zwei Stunden Schlafschuld an. Über eine Woche entsteht so ein Defizit von 14 Stunden. Diese „Schuld“ lässt sich nicht vollständig durch längeres Schlafen am Wochenende ausgleichen. Anhaltende Schlafschuld kann sich negativ auf Konzentration, Stimmung, Immunfunktion und langfristig auf die körperliche Gesundheit auswirken – etwa durch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Die Forschung zeigt: Der Körper braucht nicht nur ausreichend, sondern auch regelmässigen Schlaf, um sich vollständig zu erholen.&#xA;&#xA;Bildquelle&#xA;Johann Heinrich Füssli (1741–1825): Nachtmahr, Detroit Institute of Arts, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;ProductivityPorn&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/56/John_Henry_Fuseli_-_The_Nightmare.JPG/960px-John_Henry_Fuseli_-_The_Nightmare.JPG" alt="Füssli: Nachtmahr"/></p>

<p>Wer kennt das nicht: Es ist drei Uhr morgens, draussen ist alles still – nur im eigenen Kopf herrscht Hochbetrieb. Gedanken kreisen, Aufgabenlisten wachsen, verpasste Chancen und ungeklärte Fragen drängen sich auf. An Schlaf ist kaum noch zu denken. Solche Nächte sind keine Seltenheit – sie gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch muss man diesem inneren Film wirklich tatenlos zusehen?</p>

<p>Psychologische Erkenntnisse legen nahe, dass es beim Wiedereinschlafen weniger um Kontrolle geht – sondern darum, den Gedankenfluss gezielt umzulenken. Zwei Methoden, die besonders in der Nacht ihre Wirkung entfalten können, stehen dabei im Zentrum: eine kurze Formel aus vier Worten und eine gezielte Auseinandersetzung mit dem, was den Schlaf raubt – aber zur richtigen Zeit. Beide sind wissenschaftlich fundiert und leicht umzusetzen.</p>



<h2 id="was-nachts-wach-hält" id="was-nachts-wach-hält">Was nachts wach hält</h2>

<p>Ein wachsender Anteil der Bevölkerung kennt das Phänomen des nächtlichen Aufwachens oder der Schwierigkeiten beim Einschlafen. Die Ursachen sind vielfältig. Neben äusseren Faktoren wie Lärm oder Licht sind es häufig innere Spannungen, die den Schlaf unterbrechen oder verhindern. In der Fachliteratur wird dies als „kognitive Reaktivität“ [1] beschrieben: das automatische, oft schwer steuerbare Anspringen des Denkens in einem Moment, der eigentlich der Regeneration dienen sollte.</p>

<p>Besonders häufig ist dabei das sogenannte <em>Zukunftsgrübeln</em>. Der Psychologe Dr. Michael Gradisar, Leiter der Schlafforschung bei <a href="https://sleepcycle.com/">Sleep Cycle</a>, weist darauf hin, dass viele Menschen beim Einschlafen vor allem über die Anforderungen des nächsten Tages nachdenken. Das Gehirn gerät in eine Art Alarmmodus – ein Zustand, der mit Entspannung unvereinbar ist.</p>

<h2 id="die-vier-wort-formel-dieser-gedanke-kann-warten" id="die-vier-wort-formel-dieser-gedanke-kann-warten">Die Vier-Wort-Formel: „Dieser Gedanke kann warten“</h2>

<p>Der US-amerikanische Psychologe Jeffrey Bernstein hat über Jahre hinweg mit Menschen gearbeitet, die unter nächtlichem Grübeln leiden. <a href="https://www.psychologytoday.com/gb/blog/liking-the-child-you-love/202505/the-4-word-sleep-trick-that-stops-3-am-overthinking">Seine Empfehlung ist ebenso schlicht wie wirksam</a>: <em>„This Thought Can Wait“</em> – <em>„Dieser Gedanke kann warten“</em>. Diese vier Worte helfen dabei, den mentalen Druck zu entschärfen, ohne Gedanken zu verdrängen oder aktiv zu bekämpfen.</p>

<p>Die Wirksamkeit der Methode beruht auf mehreren psychologischen Mechanismen:</p>
<ul><li>Die Formel anerkennt den Gedanken, ohne ihm nachzugeben.</li>
<li>Sie verschiebt den Fokus weg vom Lösen hin zum Beruhigen.</li>
<li>Sie aktiviert die Fähigkeit zur gedanklichen Selbstregulation – ein zentraler Aspekt moderner psychotherapeutischer Ansätze.</li></ul>

<p>Bernstein empfiehlt, die Formel mit dem Atem zu verknüpfen: beim Einatmen still denken „Dieser Gedanke …“, beim Ausatmen „… kann warten“. So wird ein beruhigender Rhythmus geschaffen, der gleichzeitig körperlich wie kognitiv wirkt. Ergänzend kann eine Visualisierung helfen: Man stellt sich ein gedankliches Glas vor, in das man Sorgen legt – mit der Absicht, sie am Morgen wieder herauszunehmen, wenn es sinnvoll ist.</p>

<p>Wichtig ist, die Formel nicht als sofortiges Allheilmittel zu betrachten. Sie wirkt nicht durch einmalige Anwendung, sondern durch Wiederholung – ähnlich wie bei Achtsamkeitsübungen geht es um Training, nicht um Kontrolle.</p>

<h2 id="die-constructive-worry-methode-sorgen-bewusst-auslagern" id="die-constructive-worry-methode-sorgen-bewusst-auslagern">Die Constructive-Worry-Methode: Sorgen bewusst auslagern</h2>

<p>Während die Vier-Wort-Formel direkt in der Nacht angewendet wird, setzt die sogenannte <a href="https://drcolleencarney.com/wp-content/uploads/2013/05/Constructive-Worry-Worksheet.pdf"><em>Constructive Worry</em>-Methode</a> früher an – idealerweise am frühen Abend. Entwickelt wurde sie von der kanadischen Psychologin Dr. Coleen Carney, die <a href="https://psychlabs.ryerson.ca/carney/">an der Ryerson University zum Zusammenhang von Schlaf und Depression forscht</a>. Ihr Ansatz zielt darauf ab, die gedankliche Aktivität vom Bett weg und in den Tagesverlauf hinein zu verlagern.</p>

<p>Die Methode umfasst drei Schritte:</p>
<ol><li><strong>Zeit schaffen:</strong> Rund 15 Minuten werden am frühen Abend reserviert – mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen.</li>
<li><strong>Sorgen benennen:</strong> Es werden drei aktuelle Sorgen schriftlich festgehalten – handschriftlich, nicht digital, um Bildschirmzeit zu vermeiden.</li>
<li><strong>Lösungsansätze formulieren:</strong> Zu jeder Sorge wird ein realistischer nächster Schritt notiert, auch wenn dieser nur heisst: <em>Morgen weiter überlegen</em>.</li></ol>

<p>Diese Struktur erlaubt dem Gehirn, innere Spannungen ernst zu nehmen – aber eben zu einem geeigneten Zeitpunkt. Gradisar weist darauf hin, dass die Methode dann besonders effektiv ist, wenn sie über mehrere Wochen hinweg regelmässig praktiziert wird. Studien bestätigen diesen Effekt: In einer <a href="https://doi.org/10.1037/xge0000374">Untersuchung aus dem Jahr 2018</a> schliefen Personen, die eine To-do-Liste für den nächsten Tag verfassten, signifikant schneller ein als jene, die über ihren vergangenen Tag reflektierten.</p>

<h2 id="ergänzende-massnahmen-raum-für-schlaf-schaffen" id="ergänzende-massnahmen-raum-für-schlaf-schaffen">Ergänzende Massnahmen: Raum für Schlaf schaffen</h2>

<p>Auch wenn mentale Techniken zentrale Elemente eines besseren Umgangs mit Schlafproblemen sind, spielen äussere Faktoren eine unterstützende Rolle. Drei Massnahmen bieten sich besonders an:</p>
<ul><li><strong>Abendliche Routinen:</strong> <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/habits-mehr-als-nur-automatisierte-handlungen">Rituale vor dem Schlafengehen</a>, wie Lesen, leichte Dehnübungen oder das Hören einer geführten Meditation, helfen, dem Körper ein klares Signal zu geben: Jetzt beginnt die Ruhezeit.</li>
<li><strong>Schlafumgebung optimieren:</strong> Ein kühler, <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/micro-habits-kleine-gewohnheiten-mit-grosser-wirkung">aufgeräumter Raum</a> mit gedämpftem Licht fördert die innere Beruhigung.</li>
<li><strong>Digitale Disziplin:</strong> Der <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/achtsamkeit-und-digitale-kompetenz-als-schlussel-gegen-technostress">Verzicht auf Bildschirmzeit</a> vor dem Schlafengehen verhindert das Ansteigen des Aktivierungsniveaus durch Blaulicht und Informationsflut.</li></ul>

<p>Solche Massnahmen allein sind kein Garant für guten Schlaf, doch sie bilden ein unterstützendes Fundament für die eigentliche innere Arbeit. Damit können auch <a href="https://epicmind.ch/tag:Stress" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Stress</span></a> abgebaut und <a href="https://epicmind.ch/tag:Resilienz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resilienz</span></a> aufgebaut werden.</p>

<h2 id="was-der-körper-in-der-nacht-leistet" id="was-der-körper-in-der-nacht-leistet">Was der Körper in der Nacht leistet</h2>

<p>Trotz intensiver Forschung ist noch <a href="https://www.spektrum.de/frage/warum-schlafen-wir/1676272">nicht vollständig geklärt, warum wir genau schlafen müssen</a>. Was aber als gesichert gilt: Schlaf ist entscheidend für die körperliche und geistige Regeneration. Während der Nacht konsolidiert das Gehirn Erinnerungen, reguliert Emotionen und stärkt das Immunsystem. Körperlich erfolgen Prozesse wie Zellreparatur, Muskelaufbau und Hormonregulation.</p>

<p>Die optimale Schlafdauer variiert individuell. Die US-amerikanische „National Health Foundation“ (NFH) <a href="https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/aktuelles/2022/special-schlaf-schlafdauer">empfiehlt für Erwachsene zwischen 26 und 64 Jahren sieben bis neun Stunden pro Nacht</a>. Entscheidend ist weniger die exakte Zahl, sondern das Gefühl der Erholung. Wer regelmässig mit bleierner Müdigkeit aufwacht, leidet möglicherweise unter einer sogenannten <em>Schlafschuld</em> [2] – also einem kumulierten Schlafdefizit über mehrere Tage hinweg. Dieses kann das Risiko für körperliche Erkrankungen wie Diabetes ebenso erhöhen wie für psychische Belastungen.</p>

<h2 id="fazit-zwei-methoden-und-drei-tipps" id="fazit-zwei-methoden-und-drei-tipps">Fazit: Zwei Methoden und drei Tipps</h2>

<p>Schlaf lässt sich nicht erzwingen – aber wir können Bedingungen schaffen, die ihm den Weg erleichtern. Statt das eigene Grübeln zu bekämpfen, hilft es, den Kopf in ruhige Bahnen zu lenken. Die beiden hier beschriebenen Methoden bieten dafür einen klaren und praktikablen Zugang:</p>

<h3 id="zwei-evidenzbasierte-methoden" id="zwei-evidenzbasierte-methoden">Zwei evidenzbasierte Methoden:</h3>
<ul><li>Die <strong>Vier-Wort-Formel</strong> <em>„Dieser Gedanke kann warten“</em> – ein mentales Stoppsignal mit grosser Wirkung.</li>
<li>Die <strong>Constructive-Worry-Methode</strong> – Sorgen aktiv annehmen, aber aus dem Bett verbannen.</li></ul>

<h3 id="drei-unterstützende-massnahmen" id="drei-unterstützende-massnahmen">Drei unterstützende Massnahmen:</h3>
<ul><li>Eine <strong>regelmässige Abendroutine</strong> als verlässliches Signal für den Übergang in den Schlaf gehört zu den täglichen <a href="https://epicmind.ch/tag:Habits" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Habits</span></a>.</li>
<li>Eine <strong>beruhigende Schlafumgebung</strong>, die Reize reduziert und Sicherheit vermittelt.</li>
<li>Der <strong>bewusste Verzicht auf digitale Geräte</strong> vor dem Schlafen – als Schutz vor Reizüberflutung.</li></ul>

<p>Wer diese Schritte als Einladung versteht – nicht als Pflicht – wird entdecken, dass sich der Schlaf oft zurückmeldet, wenn er nicht mehr eingefordert wird. Vier Worte und ein Notizbuch neben dem Bett sind ein Anfang.</p>

<hr/>

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<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/vier-worte-und-ein-notizbuch-fur-einen-besseren-schlaf">Discuss...</a></p>

<hr/>

<p><strong>Anmerkungen</strong></p>

<p>[1] „Kognitive Reaktivität“ (<em>cognitive reactivity</em>) bezeichnet die Tendenz, dass bestimmte Gedankeninhalte – etwa Sorgen oder selbstkritische Überzeugungen – unter Belastung oder Müdigkeit besonders schnell und automatisch aktiviert werden. In der Schlafpsychologie meint man damit, dass das Gehirn bei nächtlichem Erwachen oder beim Einschlafen sehr leicht in typische, oft problemzentrierte Denkmuster zurückfällt – etwa Grübeleien oder Zukunftssorgen. Dieser Mechanismus kann das Einschlafen oder Wiedereinschlafen erheblich erschweren. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Depressionsforschung und wurde später auch im Zusammenhang mit Schlafstörungen verwendet.</p>

<p>[2] Der Begriff „Schlafschuld“ (<em>sleep debt</em>) bezeichnet den Unterschied zwischen dem individuell benötigten Schlaf und dem tatsächlich erhaltenen Schlaf über einen bestimmten Zeitraum. Wer etwa regelmässig nur sechs Stunden schläft, obwohl der Körper acht Stunden zur Regeneration braucht, häuft täglich zwei Stunden Schlafschuld an. Über eine Woche entsteht so ein Defizit von 14 Stunden. Diese „Schuld“ lässt sich nicht vollständig durch längeres Schlafen am Wochenende ausgleichen. Anhaltende Schlafschuld kann sich negativ auf Konzentration, Stimmung, Immunfunktion und langfristig auf die körperliche Gesundheit auswirken – etwa durch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Die Forschung zeigt: Der Körper braucht nicht nur ausreichend, sondern auch regelmässigen Schlaf, um sich vollständig zu erholen.</p>

<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich">Johann Heinrich Füssli</a> (1741–1825): <em>Nachtmahr</em>, Detroit Institute of Arts, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:John_Henry_Fuseli_-_The_Nightmare.JPG">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
]]></content:encoded>
      <guid>https://epicmind.ch/vier-worte-und-ein-notizbuch-fur-einen-besseren-schlaf</guid>
      <pubDate>Wed, 28 May 2025 07:50:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Gedanken zu Ostern: Rhythmus statt Effizienzdruck</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Linderum: Schreibstube im Kloster&#xA;&#xA;Es ist ein Satz, der hängen bleibt: „Wir im Westen befinden uns in einem kollektiven Burnout. Da könnten gewisse Techniken aus dem Kloster helfen. Etwa die Rhythmisierung des Lebens, die Stille. Ohne Stille gibt es keine Visionen, und ohne Visionen können wir die Gesellschaft nicht voranbringen.“ So sagte es Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 19. April 2025. Vielleicht wirkt er so eindringlich, weil er einen wunden Punkt trifft. Kurz nach Ostern, in einer Phase, in der das Jahr seine erste Ermüdung offenbart und das Licht des Frühlings gegen die Schatten der Überlastung antritt, klingt der Gedanke nach Stille, Rhythmus und Vision wie ein leiser Protest gegen die Betriebsamkeit des Alltags.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Dass dieser Gedanke aus einem Benediktinerkloster stammt, mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch wer sich mit der Regel des heiligen Benedikt befasst, erkennt rasch: Es handelt sich um ein jahrhundertealtes, bewährtes Modell der Lebensgestaltung, das in seiner Klarheit und Mässigung bemerkenswert anschlussfähig an die Fragen unserer Zeit ist.&#xA;&#xA;Eine alte Regel – neu gelesen&#xA;&#xA;Ich selbst bin nicht religiös. Aber ich habe einen Teil meiner Schulzeit an einem Internat verbracht, das von Benediktinern geführt wurde. Die Benediktsregel war dort nicht nur Unterrichtsstoff, sondern prägte bis zu einem gewissen Grad auch den Alltag. Manche Prinzipien davon – feste Zeiten, ritualisierte Abläufe, das Zusammenspiel von individueller Verantwortung und gemeinschaftlichem Rhythmus – begleiten mich bis heute als stille Referenz. Vielleicht liegt darin meine Sensibilität für die Relevanz dieser Regel auch jenseits klösterlicher Mauern.&#xA;&#xA;Benedikt von Nursia, der im 6. Jahrhundert lebte, war kein Ideologe der Weltabkehr, sondern ein Suchender, der angesichts der Umbrüche seiner Zeit nach Ordnung und Orientierung verlangte. Die Regel, die er für seine Gemeinschaft in Montecassino verfasste, ist von einer pragmatischen Haltung durchdrungen: Sie gliedert den Tag in Zeiten der Arbeit, des Gebets und der Ruhe. Sie mahnt zur Mässigung, zur Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und zur Anerkennung der eigenen Grenzen. In einer Epoche des Umbruchs, dem Übergang von der Antike zum Mittelalter, in der das Chaos nach Orientierung verlangte, bot sie eine Form – nicht als Korsett, sondern als Raum.&#xA;&#xA;Diese Form ist es, auf die sich Abt Urban bezieht, wenn er von „Techniken aus dem Kloster“ spricht. Es sind keine geheimen Rituale, sondern Prinzipien, die sich auf das Leben ausserhalb der Klostermauern übertragen lassen: der Wechsel von Aktivität und Stille. Die bewusste Rhythmisierung des Tages. Die Entscheidung, Aufgaben nicht endlos fortzusetzen, sondern abzuschliessen, wenn die vorgesehene Zeit verstrichen ist. In all dem steckt eine tiefe Einsicht: Dass menschliches Leben nicht durch die Quantität der erfüllten Aufgaben gewinnt, sondern durch die Qualität der gelebten Zeit.&#xA;&#xA;Zeit als Form, nicht als Ressource&#xA;&#xA;In einem Gespräch mit dem Magazin Big Think beschreibt der Autor Oliver Burkeman die Benediktsregel als ein „Modell der Mässigung und des Rhythmus, das Zeit für Arbeit, Zeit für Gebet und Zeit für Ruhe vorsieht“. Er betont dabei insbesondere einen Gedanken, der dem modernen #Zeitmanagement diametral entgegensteht: dass Aufgaben nicht erst dann beendet werden, wenn sie abgeschlossen sind, sondern wenn die dafür vorgesehene Zeit vorüber ist. Es ist eine Haltung, die dem Druck der ständigen Selbstoptimierung eine Grenze setzt – eine Grenze, die heute oft schmerzlich fehlt.&#xA;&#xA;Der klösterliche Umgang mit Zeit kennt kein Multitasking, keine Unterbrechungen, keine permanente Verfügbarkeit. Er kennt aber auch keinen Perfektionismus. Die Arbeit geschieht im Rahmen des Möglichen, nicht des Idealen. Der Klang der Glocke zum Gebet ist zugleich Signal zur Unterbrechung und Erinnerung daran, dass das Leben nicht auf Erledigung programmiert ist, sondern auf Gegenwärtigkeit. Was zählt, ist nicht der Output, sondern die Hingabe im Moment.&#xA;&#xA;Abt Urbans Hinweis auf die Stille ist in diesem Zusammenhang besonders bemerkenswert. Stille wird heute oft als Abwesenheit von Geräusch verstanden – im besten Fall als Wellnessmoment, im schlimmsten Fall als Leerstelle. In der Regel des heiligen Benedikt jedoch ist die Stille ein aktiver Raum: ein Raum des Hörens, des Innehaltens, der Sammlung. Sie ist die Voraussetzung für jene Art von Vision, von der im Zitat die Rede ist. Nicht im Sinne grosser Zukunftsentwürfe, sondern als innere Ausrichtung, als Klarheit darüber, was im Leben wesentlich ist. In einer Zeit, in der sich viele Menschen getrieben fühlen – von Terminen, Nachrichten, Erwartungen – wirkt dieser Gedanke fast subversiv.&#xA;&#xA;Vision, so verstanden, entsteht nicht aus der Überforderung, sondern aus der Distanz zur Daueraufmerksamkeit. Sie verlangt ein Ausgesetztsein – nicht im Sinne von Schwäche, sondern von Offenheit. Die Regel des heiligen Benedikt schafft solche Räume. Sie erkennt an, dass menschliches Mass nicht im ständigen Leisten liegt, sondern im klugen Wechsel von Tun und Lassen, von Sprechen und Schweigen, von Wirken und Ruhen.&#xA;&#xA;An Ostern, einem Fest der Erneuerung, könnte diese Haltung kaum aktueller sein. Während in Wirtschaft und Gesellschaft vielerorts von #Resilienz die Rede ist, erinnert die Benediktsregel daran, dass Widerstandskraft nicht allein im Durchhalten liegt, sondern im Gestalten von Rhythmen, die das Leben tragen. Sie fragt nicht, wie man schneller wird – sondern wie man sinnvoll lebt.&#xA;&#xA;Vielleicht ist es das, was Abt Urban meint, wenn er sagt, dass ohne Visionen die Gesellschaft nicht vorankommt. Ohne Stille – ohne Räume der Reflexion und ohne die Bereitschaft, sich als Mensch mit Grenzen zu begreifen – entstehen keine tragfähigen Zukunftsbilder. Und ohne diese Bilder bleiben wir in Bewegung, ohne wirklich unterwegs zu sein.&#xA;&#xA;Die Regel des heiligen Benedikt ist kein Allheilmittel. Aber sie ist ein Spiegel. Sie zeigt, was wir im Ringen mit der Zeit vielleicht vergessen haben: dass Lebenskunst weniger mit Kontrolle zu tun hat als mit Hingabe – an einen Rhythmus, der nicht uns antreibt, sondern uns trägt.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/gedanken-zu-ostern-rhythmus-statt-effizienzdruck&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Richard Linderum (1851–1926): Schreibstube im Kloster, Dorotheum, München, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;Selbstbetrachtungen&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d0/Richard_Linderum_Schreibstube_im_Kloster_1900.jpg/960px-Richard_Linderum_Schreibstube_im_Kloster_1900.jpg" alt="Linderum: Schreibstube im Kloster"/></p>

<p>Es ist ein Satz, der hängen bleibt: „Wir im Westen befinden uns in einem kollektiven Burnout. Da könnten gewisse Techniken aus dem Kloster helfen. Etwa die Rhythmisierung des Lebens, die Stille. Ohne Stille gibt es keine Visionen, und ohne Visionen können wir die Gesellschaft nicht voranbringen.“ So sagte es <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urban_Federer">Abt Urban Federer</a> vom Kloster Einsiedeln <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/abt-von-einsiedeln-im-westen-befinden-wir-uns-in-einem-kollektiven-burnout-ld.1880631">im Interview mit der <em>Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)</em> vom 19. April 2025</a>. Vielleicht wirkt er so eindringlich, weil er einen wunden Punkt trifft. Kurz nach Ostern, in einer Phase, in der das Jahr seine erste Ermüdung offenbart und das Licht des Frühlings gegen die Schatten der Überlastung antritt, klingt der Gedanke nach Stille, Rhythmus und Vision wie ein leiser Protest gegen die Betriebsamkeit des Alltags.</p>



<p>Dass dieser Gedanke aus einem Benediktinerkloster stammt, mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch wer sich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regula_Benedicti">der Regel des heiligen Benedikt</a> befasst, erkennt rasch: Es handelt sich um ein jahrhundertealtes, bewährtes Modell der Lebensgestaltung, das in seiner Klarheit und Mässigung bemerkenswert anschlussfähig an die Fragen unserer Zeit ist.</p>

<h2 id="eine-alte-regel-neu-gelesen" id="eine-alte-regel-neu-gelesen">Eine alte Regel – neu gelesen</h2>

<p>Ich selbst bin nicht religiös. Aber ich habe einen Teil meiner Schulzeit an einem Internat verbracht, das von Benediktinern geführt wurde. Die Benediktsregel war dort nicht nur Unterrichtsstoff, sondern prägte bis zu einem gewissen Grad auch den Alltag. Manche Prinzipien davon – feste Zeiten, ritualisierte Abläufe, das Zusammenspiel von individueller Verantwortung und gemeinschaftlichem Rhythmus – begleiten mich bis heute als stille Referenz. Vielleicht liegt darin meine Sensibilität für die Relevanz dieser Regel auch jenseits klösterlicher Mauern.</p>

<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_von_Nursia">Benedikt von Nursia</a>, der im 6. Jahrhundert lebte, war kein Ideologe der Weltabkehr, sondern ein Suchender, der angesichts der Umbrüche seiner Zeit nach Ordnung und Orientierung verlangte. Die Regel, die er für seine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Montecassino">Gemeinschaft in Montecassino</a> verfasste, ist von einer pragmatischen Haltung durchdrungen: Sie gliedert den Tag in Zeiten der Arbeit, des Gebets und der Ruhe. Sie mahnt zur Mässigung, zur Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und zur Anerkennung der eigenen Grenzen. In einer Epoche des Umbruchs, dem Übergang von der Antike zum Mittelalter, in der das Chaos nach Orientierung verlangte, bot sie eine Form – nicht als Korsett, sondern als Raum.</p>

<p>Diese Form ist es, auf die sich Abt Urban bezieht, wenn er von „Techniken aus dem Kloster“ spricht. Es sind keine geheimen Rituale, sondern Prinzipien, die sich auf das Leben ausserhalb der Klostermauern übertragen lassen: der Wechsel von Aktivität und Stille. Die bewusste Rhythmisierung des Tages. Die Entscheidung, Aufgaben nicht endlos fortzusetzen, sondern abzuschliessen, wenn die vorgesehene Zeit verstrichen ist. In all dem steckt eine tiefe Einsicht: Dass menschliches Leben nicht durch die Quantität der erfüllten Aufgaben gewinnt, sondern durch die Qualität der gelebten Zeit.</p>

<h2 id="zeit-als-form-nicht-als-ressource" id="zeit-als-form-nicht-als-ressource">Zeit als Form, nicht als Ressource</h2>

<p>In <a href="https://bigthink.com/thinking/rule-of-saint-benedict-oliver-burkemans/">einem Gespräch mit dem Magazin <em>Big Think</em></a> beschreibt der Autor <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Oliver_Burkeman">Oliver Burkeman</a> die Benediktsregel als ein „Modell der Mässigung und des Rhythmus, das Zeit für Arbeit, Zeit für Gebet und Zeit für Ruhe vorsieht“. Er betont dabei insbesondere einen Gedanken, der dem modernen <a href="https://epicmind.ch/tag:Zeitmanagement" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Zeitmanagement</span></a> diametral entgegensteht: dass Aufgaben nicht erst dann beendet werden, wenn sie abgeschlossen sind, sondern wenn die dafür vorgesehene Zeit vorüber ist. Es ist eine Haltung, <a href="./die-dringlichkeitsfalle-ueberwinden-und-mehr-zeit-fuer-das-wesentliche-finden">die dem Druck der ständigen Selbstoptimierung eine Grenze setzt</a> – eine Grenze, die heute oft schmerzlich fehlt.</p>

<p>Der klösterliche Umgang mit Zeit kennt kein Multitasking, keine Unterbrechungen, keine permanente Verfügbarkeit. Er kennt aber auch keinen Perfektionismus. Die Arbeit geschieht im Rahmen des Möglichen, nicht des Idealen. Der Klang der Glocke zum Gebet ist zugleich Signal zur Unterbrechung und Erinnerung daran, dass das Leben nicht auf Erledigung programmiert ist, sondern auf Gegenwärtigkeit. Was zählt, ist nicht der Output, sondern die Hingabe im Moment.</p>

<p>Abt Urbans Hinweis auf die Stille ist in diesem Zusammenhang besonders bemerkenswert. Stille wird heute oft als Abwesenheit von Geräusch verstanden – im besten Fall als Wellnessmoment, im schlimmsten Fall als Leerstelle. In der Regel des heiligen Benedikt jedoch ist die Stille ein aktiver Raum: ein Raum des Hörens, des Innehaltens, der Sammlung. Sie ist die Voraussetzung für jene Art von Vision, von der im Zitat die Rede ist. Nicht im Sinne grosser Zukunftsentwürfe, sondern als innere Ausrichtung, als Klarheit darüber, was im Leben wesentlich ist. In einer Zeit, in der sich viele Menschen getrieben fühlen – von Terminen, Nachrichten, Erwartungen – wirkt dieser Gedanke fast subversiv.</p>

<p>Vision, so verstanden, entsteht nicht aus der Überforderung, sondern aus der Distanz zur Daueraufmerksamkeit. Sie verlangt ein Ausgesetztsein – nicht im Sinne von Schwäche, sondern von Offenheit. Die Regel des heiligen Benedikt schafft solche Räume. Sie erkennt an, dass menschliches Mass nicht im ständigen Leisten liegt, sondern im klugen Wechsel von Tun und Lassen, von Sprechen und Schweigen, von Wirken und Ruhen.</p>

<p>An Ostern, einem Fest der Erneuerung, könnte diese Haltung kaum aktueller sein. Während in Wirtschaft und Gesellschaft vielerorts von <a href="https://epicmind.ch/tag:Resilienz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resilienz</span></a> die Rede ist, <strong>erinnert die Benediktsregel daran, dass Widerstandskraft nicht allein im Durchhalten liegt, sondern im Gestalten von Rhythmen, die das Leben tragen. Sie fragt nicht, wie man schneller wird – sondern wie man sinnvoll lebt.</strong></p>

<p>Vielleicht ist es das, was Abt Urban meint, wenn er sagt, dass ohne Visionen die Gesellschaft nicht vorankommt. Ohne Stille – ohne Räume der Reflexion und ohne die Bereitschaft, sich als Mensch mit Grenzen zu begreifen – entstehen keine tragfähigen Zukunftsbilder. Und ohne diese Bilder bleiben wir in Bewegung, ohne wirklich unterwegs zu sein.</p>

<p>Die Regel des heiligen Benedikt ist kein Allheilmittel. Aber sie ist ein Spiegel. Sie zeigt, was wir im Ringen mit der Zeit vielleicht vergessen haben: <a href="./ein-etwas-anderer-blick-auf-resilienz-philosophische-lebenspraxis">dass Lebenskunst weniger mit Kontrolle zu tun hat als mit Hingabe</a> – an einen Rhythmus, der nicht uns antreibt, sondern uns trägt.</p>

<hr/>

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<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/gedanken-zu-ostern-rhythmus-statt-effizienzdruck">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://kunsthandel-stradmann.de/artist/richard-linderum/">Richard Linderum</a> (1851–1926): <em>Schreibstube im Kloster</em>, Dorotheum, München, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Richard_Linderum_Schreibstube_im_Kloster_1900.jpg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstbetrachtungen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstbetrachtungen</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
]]></content:encoded>
      <guid>https://epicmind.ch/gedanken-zu-ostern-rhythmus-statt-effizienzdruck</guid>
      <pubDate>Mon, 21 Apr 2025 06:27:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Weisheitsarbeit – Erfahrung als Wegweiser in der modernen Arbeitswelt</title>
      <link>https://epicmind.ch/weisheitsarbeit-erfahrung-als-wegweiser-in-der-modernen-arbeitswelt?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Robert Lewis Reid: Wisdom&#xA;&#xA;Die Arbeitswelt steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung, Automatisierung und der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) stellen sowohl Unternehmen als auch uns als Arbeitnehmende vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig erleben wir einen demografischen Wandel: Die Menschen werden älter, arbeiten länger und treffen auf eine jüngere Generation, die mit digitalem Know-how aufwächst und vermehrt Führungspositionen übernimmt.&#xA;&#xA;Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft entscheidend sein werden. Reicht das Wissen, das heute durch Technologie und das Internet leicht zugänglich ist, aus? Oder brauchen wir etwas Tiefergehendes, das uns und unsere Unternehmen langfristig erfolgreich macht?&#xA;&#xA;In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema bin ich auf einen Artikel von Chip Conley im Harvard Business Manager gestossen. Conley stellt darin den Ansatz der „Weisheitsarbeit“ vor – ein Konzept, das spannende Antworten auf diese Frage liefert. Weisheitsarbeit könnte der Schlüssel sein, um die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu meistern. Was genau dahinter steckt, versuche ich in diesem Beitrag aufzuzeigen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Das Ende der Wissensarbeit – Warum Weisheitsarbeit immer wichtiger wird&#xA;&#xA;Peter Drucker, Doyen der modernen Managementtheorie, prägte bereits 1959 den Begriff der Knowledge Work (Wissensarbeit). Er erkannte, dass in der aufstrebenden Wissensgesellschaft der wahre Wert nicht in Maschinen oder Werkzeugen liegt, sondern im Wissen der Arbeitnehmenden. Jahrzehntelang dominierte dieses Konzept die Arbeitswelt: Diejenigen, die Wissen ansammelten und anwendeten, galten als wertvollste Ressource.&#xA;&#xA;Doch die Zeiten ändern sich. Heute hat praktisch jeder Mensch mit einem Computer oder Smartphone Zugang zu einem unermesslichen Schatz an Informationen. #KI kann und wird vermehrt viele Aufgaben übernehmen, die früher ausschliesslich menschliches Wissen erforderten. Wissensarbeit, wie wir sie kennen, stösst an ihre Grenzen, weil Maschinen diese Aufgaben oft effizienter erledigen.&#xA;&#xA;Hier kommt die Weisheitsarbeit ins Spiel. Weisheit, durch Erfahrung gewonnen und weitergegeben, wird zu einer zunehmend wertvollen Ressource. Sie bedeutet nicht nur, Informationen zu besitzen, sondern diese durch Reflexion und #Lernen aus Fehlern auf die richtige Weise anzuwenden.&#xA;&#xA;Erfahrung ist etwas, das Maschinen nicht leisten können. Während Wissen leicht zugänglich ist, gewinnt Weisheit an Bedeutung, besonders in der Zusammenarbeit zwischen jüngeren, technologieaffinen Führungskräften und älteren, erfahreneren Mitarbeitenden. Weisheitsarbeit schlägt hier die Brücke zwischen digitalem Wissen und menschlicher Erfahrung.&#xA;&#xA;Was ist Weisheitsarbeit? – Eine Definition&#xA;&#xA;Weisheitsarbeit unterscheidet sich grundlegend von Wissensarbeit. Während Wissensarbeit das Sammeln und Anwenden von Informationen betont, geht es bei der Weisheitsarbeit um mehr. Conley beschreibt Weisheit als „verstoffwechselte Erfahrung, die mit anderen geteilt wird“ („metabolized experience shared with others“). Sie entsteht durch Reflexion und das bewusste Verarbeiten von Erlebtem.&#xA;&#xA;Ein zentraler Bestandteil der Weisheitsarbeit ist der intergenerationale Wissenstransfer. In altersgemischten Teams wird dieser Austausch immer wichtiger. Ältere Arbeitnehmende, die über einen reichen Erfahrungsschatz verfügen, geben ihre Weisheit an jüngere KollegInnen weiter, die ihre digitale Kompetenz und neue Denkweisen einbringen. Diese Zusammenarbeit führt nicht nur zum Austausch von Informationen, sondern auch zu tiefen Einsichten und erprobten Ansätzen.&#xA;&#xA;Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass Wissen durch Technologie einfach zugänglich ist, während Weisheit eine menschliche Fähigkeit bleibt. Maschinen können Daten verarbeiten, aber sie können nicht aus komplexen, emotionalen oder widersprüchlichen Erfahrungen lernen. Diese Fähigkeit, die richtige Entscheidung auf Basis von Erfahrung zu treffen, ist der Kern von Weisheitsarbeit.&#xA;&#xA;Conley sieht Weisheitsarbeit als Brücke zwischen der schnellen, datengetriebenen Welt und den tiefen, oft intuitiven Einsichten des Menschen. Sie bietet einen klaren Vorteil, indem sie nicht nur Fakten liefert, sondern auch das Verständnis, wie und wann diese Fakten anzuwenden sind.&#xA;&#xA;Die Vorteile von Weisheitsarbeit für Unternehmen und Arbeitnehmende&#xA;&#xA;Conley betont, dass der generationenübergreifende Austausch und die Nutzung von Erfahrungswissen die Produktivität und Widerstandsfähigkeit von Unternehmen steigern können.&#xA;&#xA;Höhere Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit: Mitarbeitende, die von MentorInnen begleitet werden, bleiben länger in ihrem Unternehmen. Ältere Arbeitnehmende sind oft zufriedener und durch ihre Erfahrung im Umgang mit #Stress weniger anfällig für Burnout. Millennials profitieren durch Mentoring von der #Resilienz und Erfahrung älterer Generationen.&#xA;&#xA;Produktivere Teams: Altersgemischte Teams, in denen Weisheitsarbeit gefördert wird, sind produktiver. Ältere Mitarbeitende bringen langfristige Perspektiven ein, während jüngere KollegInnen durch digitale Kompetenz und Innovation punkten. Studien zeigen, dass diese Mischung zu besseren Ergebnissen führt.&#xA;&#xA;Besseres Verständnis der Generationen: Weisheitsarbeit trägt zu einem tieferen Verständnis der unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen zwischen den Generationen bei. Jüngere Generationen erleben häufiger Entfremdung, während ältere KollegInnen mehr Stabilität empfinden. Der Austausch über Generationen hinweg stärkt die Zusammenarbeit.&#xA;&#xA;Wertschätzung von Erfahrungswissen: In einer zunehmend von KI geprägten Welt wird menschliches Erfahrungswissen wichtiger. Ältere Mitarbeitende erfahren eine neue Wertschätzung, da sie ihren Erfahrungsschatz an die jüngeren Generationen weitergeben. Ihre Weisheit trägt zum langfristigen Erfolg bei.&#xA;&#xA;Ansätze zur Implementierung von Weisheitsarbeit&#xA;&#xA;Conley nennt verschiedene Ansätze, wie Weisheitsarbeit in der Praxis umgesetzt werden kann, wobei der generationenübergreifende Austausch im Vordergrund steht.&#xA;&#xA;Altersgemischte Teams fördern: Unternehmen sollten bewusst altersdiverse Teams bilden, um verschiedene Perspektiven und Fähigkeiten zu vereinen. Die Kombination aus digitalem Sachverstand der Jüngeren und der Erfahrung der Älteren schafft Synergien, die zu besseren Ergebnissen führen.&#xA;&#xA;Mentoring-Programme etablieren: Mentoring ist eine effektive Methode, um Weisheit weiterzugeben. Ältere Mitarbeitende können ihre Erfahrungen an jüngere KollegInnen weitergeben, was beiden Seiten zugutekommt. Die Jüngeren profitieren von den Einsichten der Älteren, während diese ihre Rolle reflektieren und weiterentwickeln.&#xA;&#xA;Prozesswissen teilen: Unternehmen sollten Strukturen schaffen, die den systematischen Austausch von Prozesswissen ermöglichen. Dieses Wissen geht über formale Abläufe hinaus und umfasst auch die informellen Mechanismen eines Unternehmens. Regelmässige Reflexionsrunden oder Plattformen für den Wissensaustausch sind hier hilfreich.&#xA;&#xA;Fazit: Weisheitsarbeit – Die Zukunft der Arbeit?&#xA;&#xA;Weisheitsarbeit stellt einen grundlegenden Wandel im Denken über die moderne Arbeitswelt dar. Während Wissensarbeit zunehmend von Maschinen und künstlicher Intelligenz übernommen wird, rückt Weisheit, verstanden als reflektierte und geteilte Erfahrung, in den Mittelpunkt.&#xA;&#xA;Wie Conley aufzeigt, liegt die Zukunft der Arbeit in der Fähigkeit, generationenübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und den Erfahrungsschatz älterer Mitarbeitender zu nutzen. Unternehmen, die auf Weisheitsarbeit setzen, profitieren von produktiveren Teams, höherer Mitarbeiterbindung und einem tieferen Verständnis der Bedürfnisse ihrer Belegschaft.&#xA;&#xA;Weisheitsarbeit bietet uns die Möglichkeit, Wissen nicht nur zu verwalten, sondern es in wertvolle Handlungen zu übersetzen – basierend auf Erfahrungen, die durch Technologie nicht ersetzt werden können. Sie ist ein wichtiger Baustein für den langfristigen Erfolg in der modernen Arbeitswelt.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/weisheitsarbeit-erfahrung-als-wegweiser-in-der-modernen-arbeitswelt&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Robert Lewis Reid) (1862–1929): Wisdom, Wandgemälde im Thomas Jefferson Building der Library of Congress, Washington, D.C., Bildunterschrift: „KNOWLEDGE COMES BVT WISDOM LINGERS“, Foto von Carol Highsmith, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;ProductivityPorn&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f6/Wisdom-Reid-Highsmith.jpeg/750px-Wisdom-Reid-Highsmith.jpeg" alt="Robert Lewis Reid: Wisdom"/></p>

<p>Die Arbeitswelt steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung, Automatisierung und der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) stellen sowohl Unternehmen als auch uns als Arbeitnehmende vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig erleben wir einen demografischen Wandel: Die Menschen werden älter, arbeiten länger und <a href="https://www.bain.com/insights/better-with-age-the-rising-importance-of-older-workers/">treffen auf eine jüngere Generation</a>, die mit digitalem Know-how aufwächst und vermehrt Führungspositionen übernimmt.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft entscheidend sein werden. Reicht das Wissen, das heute durch Technologie und das Internet leicht zugänglich ist, aus? Oder brauchen wir etwas Tiefergehendes, das uns und unsere Unternehmen langfristig erfolgreich macht?</p>

<p>In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema bin ich auf <a href="https://hbr.org/2024/08/why-wisdom-work-is-the-new-knowledge-work">einen Artikel von Chip Conley im <em>Harvard Business Manager</em></a> gestossen. Conley stellt darin den Ansatz der <strong>„Weisheitsarbeit“</strong> vor – ein Konzept, das spannende Antworten auf diese Frage liefert. Weisheitsarbeit könnte der Schlüssel sein, um die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu meistern. Was genau dahinter steckt, versuche ich in diesem Beitrag aufzuzeigen.</p>



<h2 id="das-ende-der-wissensarbeit-warum-weisheitsarbeit-immer-wichtiger-wird" id="das-ende-der-wissensarbeit-warum-weisheitsarbeit-immer-wichtiger-wird">Das Ende der Wissensarbeit – Warum Weisheitsarbeit immer wichtiger wird</h2>

<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Drucker">Peter Drucker</a>, Doyen der modernen Managementtheorie, prägte bereits 1959 den Begriff der <em>Knowledge Work</em> (Wissensarbeit). Er erkannte, dass in der aufstrebenden Wissensgesellschaft der wahre Wert nicht in Maschinen oder Werkzeugen liegt, sondern im Wissen der Arbeitnehmenden. Jahrzehntelang dominierte dieses Konzept die Arbeitswelt: Diejenigen, die Wissen ansammelten und anwendeten, galten als wertvollste Ressource.</p>

<p>Doch die Zeiten ändern sich. Heute hat praktisch jeder Mensch mit einem Computer oder Smartphone Zugang zu einem unermesslichen Schatz an Informationen. <a href="https://epicmind.ch/tag:KI" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">KI</span></a> kann und wird vermehrt viele Aufgaben übernehmen, die früher ausschliesslich menschliches Wissen erforderten. Wissensarbeit, wie wir sie kennen, stösst an ihre Grenzen, weil Maschinen diese Aufgaben oft effizienter erledigen.</p>

<p>Hier kommt die Weisheitsarbeit ins Spiel. Weisheit, durch Erfahrung gewonnen und weitergegeben, wird zu einer zunehmend wertvollen Ressource. Sie bedeutet nicht nur, Informationen zu besitzen, sondern diese durch Reflexion und <a href="https://epicmind.ch/tag:Lernen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Lernen</span></a> aus Fehlern auf die richtige Weise anzuwenden.</p>

<p><strong>Erfahrung ist etwas, das Maschinen nicht leisten können.</strong> Während Wissen leicht zugänglich ist, gewinnt Weisheit an Bedeutung, besonders in der Zusammenarbeit zwischen jüngeren, technologieaffinen Führungskräften und älteren, erfahreneren Mitarbeitenden. Weisheitsarbeit schlägt hier die Brücke zwischen digitalem Wissen und menschlicher Erfahrung.</p>

<h2 id="was-ist-weisheitsarbeit-eine-definition" id="was-ist-weisheitsarbeit-eine-definition">Was ist Weisheitsarbeit? – Eine Definition</h2>

<p>Weisheitsarbeit unterscheidet sich grundlegend von Wissensarbeit. Während Wissensarbeit das Sammeln und Anwenden von Informationen betont, geht es bei der Weisheitsarbeit um mehr. Conley beschreibt Weisheit als „verstoffwechselte Erfahrung, die mit anderen geteilt wird“ („metabolized experience shared with others“). Sie entsteht durch Reflexion und das bewusste Verarbeiten von Erlebtem.</p>

<p>Ein zentraler Bestandteil der Weisheitsarbeit ist der intergenerationale Wissenstransfer. In altersgemischten Teams wird dieser Austausch immer wichtiger. Ältere Arbeitnehmende, die über einen reichen Erfahrungsschatz verfügen, geben ihre Weisheit an jüngere KollegInnen weiter, die ihre digitale Kompetenz und neue Denkweisen einbringen. Diese Zusammenarbeit führt nicht nur zum Austausch von Informationen, sondern auch zu tiefen Einsichten und erprobten Ansätzen.</p>

<p>Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass Wissen durch Technologie einfach zugänglich ist, während Weisheit eine menschliche Fähigkeit bleibt. Maschinen können Daten verarbeiten, aber sie können nicht aus komplexen, emotionalen oder widersprüchlichen Erfahrungen lernen. Diese Fähigkeit, die richtige Entscheidung auf Basis von Erfahrung zu treffen, ist der Kern von Weisheitsarbeit.</p>

<p>Conley sieht Weisheitsarbeit als Brücke zwischen der schnellen, datengetriebenen Welt und den tiefen, oft intuitiven Einsichten des Menschen. Sie bietet einen klaren Vorteil, indem sie nicht nur Fakten liefert, sondern auch das Verständnis, wie und wann diese Fakten anzuwenden sind.</p>

<h2 id="die-vorteile-von-weisheitsarbeit-für-unternehmen-und-arbeitnehmende" id="die-vorteile-von-weisheitsarbeit-für-unternehmen-und-arbeitnehmende">Die Vorteile von Weisheitsarbeit für Unternehmen und Arbeitnehmende</h2>

<p>Conley betont, dass der generationenübergreifende Austausch und die Nutzung von Erfahrungswissen die Produktivität und Widerstandsfähigkeit von Unternehmen steigern können.</p>
<ol><li><p><strong>Höhere Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit</strong>: <a href="https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/global/Documents/About-Deloitte/gx-millenial-survey-2016-exec-summary.pdf">Mitarbeitende, die von MentorInnen begleitet werden, bleiben länger in ihrem Unternehmen</a>. Ältere Arbeitnehmende sind oft zufriedener und durch ihre Erfahrung im Umgang mit <a href="https://epicmind.ch/tag:Stress" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Stress</span></a> <a href="https://www.gallup.com/workplace/404693/generation-disconnected-data-gen-workplace.aspx">weniger anfällig für Burnout</a>. Millennials profitieren durch Mentoring von der <a href="https://epicmind.ch/tag:Resilienz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resilienz</span></a> und Erfahrung älterer Generationen.</p></li>

<li><p><strong>Produktivere Teams</strong>: <a href="https://www.aarp.org/work/careers/multigenerational-workforce-survey/">Altersgemischte Teams, in denen Weisheitsarbeit gefördert wird, sind produktiver.</a> Ältere Mitarbeitende bringen langfristige Perspektiven ein, während jüngere KollegInnen durch digitale Kompetenz und Innovation punkten. <a href="https://fortune.com/well/2024/01/26/benefits-older-employees-workforce-retention-burnout-experience-inclusivity/">Studien zeigen</a>, dass diese Mischung zu besseren Ergebnissen führt.</p></li>

<li><p><strong>Besseres Verständnis der Generationen</strong>: Weisheitsarbeit trägt zu einem tieferen Verständnis der unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen zwischen den Generationen bei. Jüngere Generationen erleben häufiger Entfremdung, während ältere KollegInnen mehr Stabilität empfinden. Der Austausch über Generationen hinweg stärkt die Zusammenarbeit.</p></li>

<li><p><strong>Wertschätzung von Erfahrungswissen</strong>: In einer zunehmend von KI geprägten Welt wird menschliches Erfahrungswissen wichtiger. Ältere Mitarbeitende erfahren eine neue Wertschätzung, da sie ihren Erfahrungsschatz an die jüngeren Generationen weitergeben. Ihre Weisheit trägt zum langfristigen Erfolg bei.</p></li></ol>

<h2 id="ansätze-zur-implementierung-von-weisheitsarbeit" id="ansätze-zur-implementierung-von-weisheitsarbeit">Ansätze zur Implementierung von Weisheitsarbeit</h2>

<p>Conley nennt verschiedene Ansätze, wie Weisheitsarbeit in der Praxis umgesetzt werden kann, wobei der generationenübergreifende Austausch im Vordergrund steht.</p>
<ul><li><p><strong>Altersgemischte Teams fördern</strong>: Unternehmen sollten bewusst altersdiverse Teams bilden, um verschiedene Perspektiven und Fähigkeiten zu vereinen. Die Kombination aus digitalem Sachverstand der Jüngeren und der Erfahrung der Älteren schafft Synergien, die zu besseren Ergebnissen führen.</p></li>

<li><p><strong>Mentoring-Programme etablieren</strong>: Mentoring ist eine effektive Methode, um Weisheit weiterzugeben. Ältere Mitarbeitende können ihre Erfahrungen an jüngere KollegInnen weitergeben, was beiden Seiten zugutekommt. Die Jüngeren profitieren von den Einsichten der Älteren, während diese ihre Rolle reflektieren und weiterentwickeln.</p></li>

<li><p><strong>Prozesswissen teilen</strong>: Unternehmen sollten Strukturen schaffen, die den systematischen Austausch von Prozesswissen ermöglichen. Dieses Wissen geht über formale Abläufe hinaus und umfasst auch die informellen Mechanismen eines Unternehmens. Regelmässige Reflexionsrunden oder Plattformen für den Wissensaustausch sind hier hilfreich.</p></li></ul>

<h2 id="fazit-weisheitsarbeit-die-zukunft-der-arbeit" id="fazit-weisheitsarbeit-die-zukunft-der-arbeit">Fazit: Weisheitsarbeit – Die Zukunft der Arbeit?</h2>

<p>Weisheitsarbeit stellt einen grundlegenden Wandel im Denken über die moderne Arbeitswelt dar. Während Wissensarbeit zunehmend von Maschinen und künstlicher Intelligenz übernommen wird, rückt Weisheit, verstanden als reflektierte und geteilte Erfahrung, in den Mittelpunkt.</p>

<p>Wie Conley aufzeigt, liegt die Zukunft der Arbeit in der Fähigkeit, generationenübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und den Erfahrungsschatz älterer Mitarbeitender zu nutzen. Unternehmen, die auf Weisheitsarbeit setzen, profitieren von produktiveren Teams, höherer Mitarbeiterbindung und einem tieferen Verständnis der Bedürfnisse ihrer Belegschaft.</p>

<p>Weisheitsarbeit bietet uns die Möglichkeit, Wissen nicht nur zu verwalten, sondern es in wertvolle Handlungen zu übersetzen – basierend auf Erfahrungen, die durch Technologie nicht ersetzt werden können. Sie ist ein wichtiger Baustein für den langfristigen Erfolg in der modernen Arbeitswelt.</p>

<hr/>

<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/weisheitsarbeit-erfahrung-als-wegweiser-in-der-modernen-arbeitswelt">Discuss...</a></p>

<hr/>

<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Reid_(Maler)">Robert Lewis Reid</a> (1862–1929): <em>Wisdom</em>, Wandgemälde im Thomas Jefferson Building der Library of Congress, Washington, D.C., Bildunterschrift: „KNOWLEDGE COMES BVT WISDOM LINGERS“, Foto von Carol Highsmith, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wisdom-Reid-Highsmith.jpeg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
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      <guid>https://epicmind.ch/weisheitsarbeit-erfahrung-als-wegweiser-in-der-modernen-arbeitswelt</guid>
      <pubDate>Thu, 26 Sep 2024 06:33:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Morgen macht’s? Eine kritische Betrachtung von Morgenroutinen</title>
      <link>https://epicmind.ch/der-morgen-machts-eine-kritische-betrachtung-von-morgenroutinen?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Edvard Munch: Der Tag danach&#xA;&#xA;In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist es kein Wunder, dass immer mehr von uns nach Wegen suchen, den Alltag zu optimieren. Ein Trend, der dabei in den letzten Jahren besonders an Popularität gewonnen hat, ist die Etablierung einer sog. Morgenroutine. Doch was ist dran an dem Hype um Yoga vor dem Frühstück und Tagebuch schreiben vor dem ersten Kaffee? In diesem Beitrag möchte ich das Phänomen der Morgenroutine beleuchten und aufzeigen, was die Wissenschaft über ihre potenziellen Vorteile sagt – ohne dabei die Schattenseiten zu vernachlässigen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Was sind Morgenroutinen?&#xA;&#xA;Eine Morgenroutine umfasst eine Reihe von Handlungen, die du jeden Morgen regelmässig und in derselben Abfolge durchführst. Ziel ist es, den Tag strukturiert zu beginnen und damit die Grundlage für Produktivität und Wohlbefinden zu legen. Ob meditative Übungen, Sport oder kreatives Schreiben – die Routine sollte deinen persönlichen Bedürfnissen gerecht werden. Morgenroutinen bieten laut aktuellen Erkenntnissen der Psychologie mehrere Vorteile. Sie vermitteln dir ein Gefühl der Kontrolle über den Tag, was die Selbstwirksamkeit und damit auch die allgemeine Zufriedenheit steigern kann.1] Ebenso tragen sie dazu bei, die Zahl der Entscheidungen, die du im Laufe eines Tages treffen musst, zu reduzieren. Diese Reduktion des Entscheidungsspielraums schont deine mentale Energie, die du dann für komplexere Aufgaben nutzen kannst.[2] Darüber hinaus zeigen Studien, dass bestimmte morgendliche Aktivitäten, wie z. B. körperliche Bewegung oder Meditation, deine Stimmung verbessern und die #Resilienz gegenüber #Stress erhöhen können.[3 Eine regelmässige Morgenroutine kann zudem deinen Schlafrhythmus stabilisieren und dadurch die Schlafqualität verbessern, was wiederum zu einem erholsameren Start in den Tag beiträgt.[5]&#xA;&#xA;Mit diesem Fundament möchte ich nun zu einer kritischen Betrachtung übergehen, die die potenziellen Nachteile von Morgenroutinen beleuchtet.&#xA;&#xA;Kritik an Morgenroutinen&#xA;&#xA;Obwohl Morgenroutinen viele Vorteile bieten können, gibt es auch kritische Stimmen, die vor potenziellen Nachteilen warnen. Ein zentraler Kritikpunkt ist der Stress, den eine allzu strikte Routine verursachen kann. Wenn wir uns zu sehr auf eine perfekte Abfolge von Aktivitäten fokussieren, kann das leicht zu einem weiteren Stressfaktor im ohnehin hektischen Alltag werden. Anstatt den Tag entspannt zu beginnen, kann der Druck, eine umfangreiche Routine „abzuarbeiten“, das Gegenteil bewirken und den Morgen in eine stressige Zeit verwandeln.&#xA;&#xA;Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird, ist der gesellschaftliche Druck, der durch den Hype um Morgenroutinen entsteht. Besonders in sozialen Medien werden Morgenrituale häufig idealisiert dargestellt, was bei vielen Menschen das Gefühl hervorrufen kann, sie müssten ebenfalls eine aufwendige Routine etablieren, um erfolgreich zu sein. Dieser Vergleich mit vermeintlich perfekten Morgenroutinen anderer kann zu Frustration und einem Gefühl des Versagens führen, wenn die eigene Routine nicht denselben Standards entspricht.&#xA;&#xA;Ein weiterer, wenn auch weniger zentraler Kritikpunkt betrifft die mögliche Einschränkung der Kreativität. Einige Expertinnen und Experten argumentieren, dass starre Morgenroutinen die kreativen Prozesse hemmen können. Gerade die morgendliche Schläfrigkeit, die wir oft als Hindernis betrachten, könnte in Wahrheit ein wertvoller Moment für kreative Gedanken sein. Studien zeigen,[6] dass unser Gehirn in diesen Phasen der Müdigkeit eher unkonventionelle Verbindungen herstellt und somit kreative Lösungen für Probleme findet.&#xA;&#xA;Zusammengefasst ist es wichtig, dass du eine Morgenroutine wählst, die zu dir passt und dich unterstützt, anstatt dich unter Druck zu setzen. Die Routine sollte flexibel genug sein, um sich an deine individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände anzupassen, ohne dabei zur zusätzlichen Belastung zu werden.&#xA;&#xA;Tipps für eine erfolgreiche Morgenroutine&#xA;&#xA;Wenn du dich entscheidest, eine Morgenroutine in deinen Alltag zu integrieren, ist es wichtig, diese so zu gestalten, dass sie dich wirklich unterstützt und nicht zur zusätzlichen Belastung wird. Hier sind einige allgemeine Tipps, die dir helfen können, eine sinnvolle Morgenroutine zu entwickeln:&#xA;&#xA;1. Klein anfangen: Anstatt deine gesamte Morgenroutine radikal umzustellen, starte mit kleinen Veränderungen. Neue Gewohnheiten brauchen Zeit, um sich zu festigen. Beginne vielleicht mit einer kurzen Meditation oder einem Spaziergang und erweitere deine Routine Schritt für Schritt.&#xA;&#xA;2. Auf den eigenen Körper hören: Nicht jeder Mensch ist morgens gleich leistungsfähig. Es ist wichtig, dass du deine Routine an deinen individuellen Chronotypen anpasst. Wenn du eher ein „Nachtmensch“ bist, ist es vielleicht sinnvoller, ruhigere Aktivitäten in den Morgen zu integrieren und auf kreative oder intensive Aufgaben später am Tag zu verschieben.&#xA;&#xA;3. Flexibilität bewahren: Eine Morgenroutine sollte dich unterstützen, aber nicht in ein starres Korsett zwängen. Wenn du merkst, dass eine bestimmte Aktivität dir nicht guttut oder an einem bestimmten Tag nicht passt, erlaube dir, Anpassungen vorzunehmen. Es geht darum, eine Routine zu schaffen, die dich stärkt und nicht belastet.&#xA;&#xA;4. Realistische Ziele setzen: Überambitionierte Routinen sind schwer durchzuhalten und können schnell zu Frustration führen. Setze dir deshalb realistische Ziele, die du auch langfristig einhalten kannst. Eine einfache, konsistente Routine ist oft effektiver als eine überladene.&#xA;&#xA;5. Offline starten: In der heutigen digitalen Welt ist es verlockend, den Tag mit dem Checken von Nachrichten oder sozialen Medien zu beginnen. Allerdings kann dies schnell zu Stress und Ablenkung führen. Versuche stattdessen, den Tag bewusst ohne digitale Geräte zu beginnen, um eine ruhigere und fokussiertere Morgenstimmung zu schaffen.&#xA;&#xA;Indem du diese Tipps berücksichtigst, kannst du eine Morgenroutine entwickeln, die dir wirklich guttut und dich optimal auf den Tag vorbereitet. Denke daran, dass es keine „perfekte“ Routine gibt – es geht darum, das zu finden, was für dich funktioniert und dich in deinem Alltag unterstützt.&#xA;&#xA;Schlussfolgerung&#xA;&#xA;Ob eine Morgenroutine sinnvoll ist, musst du für dich selbst entscheiden. Wichtig ist, dass die Routine zu deinen Bedürfnissen passt und dir hilft, den Tag mit Energie und Klarheit zu beginnen. Anstatt starr einem Idealbild zu folgen, solltest du auf deinen Körper hören und die Routine so gestalten, dass sie dir guttut und den Start in den Tag erleichtert.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/der-morgen-machts-eine-kritische-betrachtung-von-morgenroutinen&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Fussnoten&#xA;[1] https://doi.org/10.1037%2Fa0038029&#xA;[2] https://doi.org/10.1287/orsc.2014.0899&#xA;[3] https://doi.org/10.1098/rsfs.2014.0040&#xA;[4] https://doi.org/10.22271/yogic.2023.v8.i1d.1407&#xA;[5] https://doi.org/10.1080/07420520600650695&#xA;[6] https://doi.org/10.1152/jn.00651.2012&#xA;&#xA;Bildquelle&#xA;Edvard Munch (1863–1944): Der Tag danach, Nationalmuseum Oslo, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in meinen Notizen und Links wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;ProductivityPorn&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/07/MunchDerTagdanach1894.JPG/792px-MunchDerTagdanach1894.JPG" alt="Edvard Munch: Der Tag danach"/></p>

<p>In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist es kein Wunder, dass immer mehr von uns nach Wegen suchen, den Alltag zu optimieren. Ein Trend, der dabei in den letzten Jahren besonders an Popularität gewonnen hat, ist die Etablierung einer sog. <strong>Morgenroutine</strong>. Doch was ist dran an dem Hype um Yoga vor dem Frühstück und Tagebuch schreiben vor dem ersten Kaffee? In diesem Beitrag möchte ich das Phänomen der Morgenroutine beleuchten und aufzeigen, was die Wissenschaft über ihre potenziellen Vorteile sagt – ohne dabei die Schattenseiten zu vernachlässigen.</p>



<h2 id="was-sind-morgenroutinen" id="was-sind-morgenroutinen">Was sind Morgenroutinen?</h2>

<p>Eine Morgenroutine umfasst eine Reihe von Handlungen, die du jeden Morgen regelmässig und in derselben Abfolge durchführst. Ziel ist es, den Tag strukturiert zu beginnen und damit die Grundlage für Produktivität und Wohlbefinden zu legen. Ob meditative Übungen, Sport oder kreatives Schreiben – die Routine sollte deinen persönlichen Bedürfnissen gerecht werden. Morgenroutinen bieten laut aktuellen Erkenntnissen der Psychologie mehrere Vorteile. Sie vermitteln dir ein Gefühl der Kontrolle über den Tag, was die Selbstwirksamkeit und damit auch die allgemeine Zufriedenheit steigern kann.[1] Ebenso tragen sie dazu bei, die Zahl der Entscheidungen, die du im Laufe eines Tages treffen musst, zu reduzieren. Diese Reduktion des Entscheidungsspielraums schont deine mentale Energie, die du dann für komplexere Aufgaben nutzen kannst.[2] Darüber hinaus zeigen Studien, dass bestimmte morgendliche Aktivitäten, wie z. B. körperliche Bewegung oder Meditation, deine Stimmung verbessern und die <a href="https://epicmind.ch/tag:Resilienz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resilienz</span></a> gegenüber <a href="https://epicmind.ch/tag:Stress" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Stress</span></a> erhöhen können.[3][4] Eine regelmässige Morgenroutine kann zudem deinen Schlafrhythmus stabilisieren und dadurch die Schlafqualität verbessern, was wiederum zu einem erholsameren Start in den Tag beiträgt.[5]</p>

<p>Mit diesem Fundament möchte ich nun zu einer kritischen Betrachtung übergehen, die die potenziellen Nachteile von Morgenroutinen beleuchtet.</p>

<h2 id="kritik-an-morgenroutinen" id="kritik-an-morgenroutinen">Kritik an Morgenroutinen</h2>

<p>Obwohl Morgenroutinen viele Vorteile bieten können, gibt es auch kritische Stimmen, die vor potenziellen Nachteilen warnen. Ein zentraler Kritikpunkt ist der Stress, den eine allzu strikte Routine verursachen kann. Wenn wir uns zu sehr auf eine perfekte Abfolge von Aktivitäten fokussieren, kann das leicht zu einem <a href="https://fortune.com/well/2023/08/15/ceo-morning-routines-unhealthy/">weiteren Stressfaktor im ohnehin hektischen Alltag</a> werden. Anstatt den Tag entspannt zu beginnen, kann der Druck, eine umfangreiche Routine „abzuarbeiten“, das Gegenteil bewirken und den Morgen in eine stressige Zeit verwandeln.</p>

<p>Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird, ist der gesellschaftliche Druck, der durch den Hype um Morgenroutinen entsteht. Besonders in sozialen Medien werden Morgenrituale häufig idealisiert dargestellt, was bei vielen Menschen das Gefühl hervorrufen kann, sie müssten ebenfalls eine aufwendige Routine etablieren, um erfolgreich zu sein. <a href="https://www.vox.com/culture/353950/morning-routines-rituals-huberman-morning-pages-excercise-meditation-journaling-cold">Dieser Vergleich mit vermeintlich perfekten Morgenroutinen anderer kann zu Frustration und einem Gefühl des Versagens führen</a>, wenn die eigene Routine nicht denselben Standards entspricht.</p>

<p>Ein weiterer, wenn auch weniger zentraler Kritikpunkt betrifft die mögliche <a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/how-to-be-brilliant/201206/why-morning-routines-are-creativity-killers">Einschränkung der Kreativität</a>. Einige Expertinnen und Experten argumentieren, dass starre Morgenroutinen die kreativen Prozesse hemmen können. Gerade die morgendliche Schläfrigkeit, die wir oft als Hindernis betrachten, könnte in Wahrheit ein wertvoller Moment für kreative Gedanken sein. Studien zeigen,[6] dass unser Gehirn in diesen Phasen der Müdigkeit eher unkonventionelle Verbindungen herstellt und somit kreative Lösungen für Probleme findet.</p>

<p>Zusammengefasst ist es wichtig, dass du eine Morgenroutine wählst, die zu dir passt und dich unterstützt, anstatt dich unter Druck zu setzen. Die Routine sollte flexibel genug sein, um sich an deine individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände anzupassen, ohne dabei zur zusätzlichen Belastung zu werden.</p>

<h2 id="tipps-für-eine-erfolgreiche-morgenroutine" id="tipps-für-eine-erfolgreiche-morgenroutine">Tipps für eine erfolgreiche Morgenroutine</h2>

<p>Wenn du dich entscheidest, eine Morgenroutine in deinen Alltag zu integrieren, ist es wichtig, diese so zu gestalten, dass sie dich wirklich unterstützt und nicht zur zusätzlichen Belastung wird. Hier sind einige allgemeine Tipps, die dir helfen können, eine sinnvolle Morgenroutine zu entwickeln:</p>

<p><strong>1. Klein anfangen:</strong> Anstatt deine gesamte Morgenroutine radikal umzustellen, starte mit kleinen Veränderungen. <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/habits-mehr-als-nur-automatisierte-handlungen">Neue Gewohnheiten brauchen Zeit</a>, um sich zu festigen. Beginne vielleicht mit einer kurzen Meditation oder einem Spaziergang und erweitere deine Routine Schritt für Schritt.</p>

<p><strong>2. Auf den eigenen Körper hören:</strong> Nicht jeder Mensch ist morgens gleich leistungsfähig. Es ist wichtig, dass du deine Routine an <a href="./sind-eulen-die-schlaueren-koepfe">deinen individuellen Chronotypen</a> anpasst. Wenn du eher ein „Nachtmensch“ bist, ist es vielleicht sinnvoller, ruhigere Aktivitäten in den Morgen zu integrieren und auf kreative oder intensive Aufgaben später am Tag zu verschieben.</p>

<p><strong>3. Flexibilität bewahren:</strong> Eine Morgenroutine sollte dich unterstützen, aber nicht in ein starres Korsett zwängen. Wenn du merkst, dass eine bestimmte Aktivität dir nicht guttut oder an einem bestimmten Tag nicht passt, erlaube dir, Anpassungen vorzunehmen. Es geht darum, eine Routine zu schaffen, die dich stärkt und nicht belastet.</p>

<p><strong>4. Realistische Ziele setzen:</strong> Überambitionierte Routinen sind schwer durchzuhalten und können schnell zu Frustration führen. Setze dir deshalb realistische Ziele, die du auch langfristig einhalten kannst. Eine einfache, konsistente Routine ist oft effektiver als eine überladene.</p>

<p><strong>5. Offline starten:</strong> In der heutigen digitalen Welt ist es verlockend, den Tag mit dem Checken von Nachrichten oder sozialen Medien zu beginnen. Allerdings kann dies schnell zu Stress und Ablenkung führen. Versuche stattdessen, <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/meine-erste-30-day-challenge-2024-tagliche-morning-pages">den Tag bewusst ohne digitale Geräte zu beginnen</a>, um eine ruhigere und fokussiertere Morgenstimmung zu schaffen.</p>

<p>Indem du diese Tipps berücksichtigst, kannst du eine Morgenroutine entwickeln, die dir wirklich guttut und dich optimal auf den Tag vorbereitet. Denke daran, <strong>dass es keine „perfekte“ Routine gibt – es geht darum, das zu finden, was für dich funktioniert und dich in deinem Alltag unterstützt</strong>.</p>

<h2 id="schlussfolgerung" id="schlussfolgerung">Schlussfolgerung</h2>

<p>Ob eine Morgenroutine sinnvoll ist, musst du für dich selbst entscheiden. Wichtig ist, dass die Routine zu deinen Bedürfnissen passt und dir hilft, den Tag mit Energie und Klarheit zu beginnen. Anstatt starr einem Idealbild zu folgen, solltest du auf deinen Körper hören und die Routine so gestalten, dass sie dir guttut und den Start in den Tag erleichtert.</p>

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<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/der-morgen-machts-eine-kritische-betrachtung-von-morgenroutinen">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Fussnoten</strong>
[1] <a href="https://doi.org/10.1037%2Fa0038029">https://doi.org/10.1037%2Fa0038029</a>
[2] <a href="https://doi.org/10.1287/orsc.2014.0899">https://doi.org/10.1287/orsc.2014.0899</a>
[3] <a href="https://doi.org/10.1098/rsfs.2014.0040">https://doi.org/10.1098/rsfs.2014.0040</a>
[4] <a href="https://doi.org/10.22271/yogic.2023.v8.i1d.1407">https://doi.org/10.22271/yogic.2023.v8.i1d.1407</a>
[5] <a href="https://doi.org/10.1080/07420520600650695">https://doi.org/10.1080/07420520600650695</a>
[6] <a href="https://doi.org/10.1152/jn.00651.2012">https://doi.org/10.1152/jn.00651.2012</a></p>

<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Edvard_Munch">Edvard Munch</a> (1863–1944): <em>Der Tag danach</em>, Nationalmuseum Oslo, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:MunchDerTagdanach1894.JPG">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in meinen Notizen und Links wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
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      <guid>https://epicmind.ch/der-morgen-machts-eine-kritische-betrachtung-von-morgenroutinen</guid>
      <pubDate>Fri, 23 Aug 2024 07:07:45 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ein etwas anderer Blick auf Resilienz: Philosophische Lebenspraxis</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Zucchi: A Greek Philosopher and His Disciples&#xA;&#xA;Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog „Vater der Stressforschung“ Hans Selye und seine Forschung vorgestellt. Gegen Ende des Beitrags bin ich dann kurz auf das Konzept der #Resilienz zu sprechen gekommen: Wie schaffen es bestimmte Menschen, sich durch Herausforderungen zu behaupten und daran zu wachsen, die andere als unerträglich empfinden? Dieser Frage will ich in diesem Blogbeitrag nachgehen. Was also verbirgt sich hinter dem Begriff Resilienz, wie kann man diese Fähigkeit entwickeln, und vor allem, was hat das mit Philosophie zu tun?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Was ist Resilienz?&#xA;&#xA;Resilienz, abgeleitet vom lateinischen resilire (zurückspringen, abprallen), war ursprünglich ein Begriff aus der Materialforschung und bezeichnete die physikalische Eigenschaft eines Werkstoffs, nach extremem Druck von aussen wieder zu seiner ursprünglichen Form zurückzufinden. Heute meinen wir damit die Fähigkeit eines Menschen, sich an schwierige Lebensumstände anzupassen und Krisen zu bewältigen.&#xA;&#xA;Resilienz ist somit nicht gleichbedeutend mit dem Ignorieren von Problemen oder dem Verdrängen negativer Emotionen. Vielmehr geht es darum, Strategien zu entwickeln, um mit Stressfaktoren umzugehen, die eigenen Stärken zu erkennen und auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter die persönliche Einstellung, das soziale Umfeld und die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen. Interessanterweise sind viele dieser Strategien bereits seit Jahrhunderten und Jahrtausenden bekannt, lange bevor der Begriff der Resilienz geprägt wurde. Sie finden sich z. B. bereits in den Schriften antiker Philosophen.&#xA;&#xA;George Bonanno, ein führender Resilienzforscher, definiert Resilienz als die Fähigkeit, angesichts von Widrigkeiten relativ stabile und gesunde Ebenen der psychischen und physischen Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Diese Definition unterstreicht, dass Resilienz nicht das Fehlen von Schwierigkeiten bedeutet, sondern die Fähigkeit, trotz dieser Schwierigkeiten weiter zu funktionieren und sich sogar weiterzuentwickeln.&#xA;&#xA;Früher wurde Resilienz oft als eine unveränderliche Persönlichkeitseigenschaft betrachtet. Die moderne Forschung zeigt jedoch, dass Resilienz ein dynamischer Prozess ist, der durch die Interaktion mit der Umwelt und durch gemachte Erfahrungen geprägt wird.&#xA;&#xA;Die Bedeutung der Selbstreflexion&#xA;&#xA;Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung von Resilienz ist die #Selbstreflexion. Sich regelmässig Zeit zu nehmen, um die eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster zu reflektieren, ist essenziell, um die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und effektive Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.&#xA;&#xA;Schon die antike Philosophie erkannte die Selbstreflexion als einen wichtigen Bestandteil eines guten Lebens. Seneca, der römische Philosoph und einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit, betonte die Bedeutung der regelmässigen Selbstprüfung: „Ein wirksames Mittel, das Seneca empfiehlt, um Fortschritte bei der Eindämmung der eigenen Schwächen zu erzielen, ist das Gespräch mit anderen oder auch mit sich selbst, Letzteres am besten schriftlich. Das zwingt uns, Worte zu finden, Verhalten zu beschreiben und den Gedanken eine Form zu geben. Das schafft Klarheit. Damit verbunden ist ein erneutes Bedenken und Durcharbeiten des Problems.“ (Kitzler 2024, S. 221) Diese Praxis hilft uns, unsere Stärken und Schwächen zu erkennen und Verhaltensmuster zu identifizieren, die uns daran hindern, resilient zu sein.&#xA;&#xA;Das schriftliche Festhalten der eigenen Gedanken und Erkenntnisse kann diesen Prozess zusätzlich unterstützen. Durch das Formulieren und das Strukturieren von Gedanken werden Probleme klarer und neue Lösungsansätze können leichter erkannt werden. Hier können z. B. ein regelmässig geführtes Tagebuch oder auch die sog. Morning Pages helfen.&#xA;&#xA;Die Bedeutung von Sinn und Werten&#xA;&#xA;Neben der Selbstreflexion spielt die Orientierung an Sinn und Werten eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Resilienz. Menschen, die ein klares Verständnis ihrer Werte haben und ihr Leben danach ausrichten, verfügen über einen inneren Kompass, der ihnen auch in stürmischen Zeiten Orientierung und Halt bietet.&#xA;&#xA;Die antike Philosophie betonte, dass ein glückliches und erfülltes Leben nicht in Reichtum, Ansehen oder Macht zu finden ist, sondern in der Ausrichtung des eigenen Handelns an moralischen Prinzipien und der Sorge um das eigene Seelenleben. Traumatische Erfahrungen können die eigene Lebensgeschichte nachhaltig prägen und die Sinnsuche erschweren. Dennoch birgt die Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen auch die Chance, gestärkt und mit einem tieferen Verständnis für sich selbst und die Welt hervorzugehen. Die Frage, wie die eigenen Erfahrungen positiv genutzt und für andere Menschen fruchtbar gemacht werden können, kann dabei helfen, neue Perspektiven zu gewinnen und die eigene Lebensgeschichte neu zu bewerten.&#xA;&#xA;Resilienz ist mehr als Selbstoptimierung&#xA;&#xA;Obwohl Resilienz viele Vorteile mit sich bringt, ist es wichtig, den Fokus nicht auf eine reine Selbstoptimierung zu legen. Die ständige Optimierung der eigenen Leistung und die Jagd nach dem „perfekten“ Leben können zu #Stress, Überforderung und letztendlich zu einem Gefühl der Unzufriedenheit führen.&#xA;&#xA;Das Streben nach #Glück und Erfolg sollte daher nicht mit dem Zwang zur ständigen Verbesserung und Leistungsmaximierung verwechselt werden. Stattdessen geht es darum, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu erkennen und ein Leben zu führen, das im Einklang mit den eigenen Werten und Zielen steht. Dies bedeutet auch, sich selbst mit seinen Unvollkommenheiten und Fehlern zu akzeptieren. Epikur, der griechische Philosoph und Begründer der nach ihm benannten philosophischen Schule des Epikureismus, betonte die Wichtigkeit der Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit als ersten Schritt zur Genesung. (Kitzler 2014, S. 209). Diese Akzeptanz ist entscheidend, um eine gelassene und ausgewogene Lebensführung zu ermöglichen.&#xA;&#xA;Resilienz bedeutet, die Balance zwischen den Anforderungen des Lebens und den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu finden. Es geht nicht darum, ein perfektes Leben zu führen, sondern darum, mit den Unvollkommenheiten des Lebens umzugehen und aus ihnen zu lernen. Dieser Ansatz verhindert, dass man sich in einem endlosen Kreislauf der Selbstoptimierung verliert, der letztlich mehr schaden als nutzen kann.&#xA;&#xA;Zusammenfassung: Wie kann man Resilienz aufbauen?&#xA;&#xA;Resilienz ist eine Fähigkeit, die erlernt und gestärkt werden kann. Folgende Punkte können dazu beitragen:&#xA;&#xA;Selbstreflexion: Regelmässige Selbstbeobachtung und die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen helfen, Stärken und Schwächen zu erkennen.&#xA;Sinn und Werte: Die Orientierung an Sinn und Werten im Leben gibt Halt und Orientierung, insbesondere in schwierigen Zeiten.&#xA;Akzeptanz: Die Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, sind wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Resilienz.&#xA;Flexibilität: Die Fähigkeit, die eigene Denkweise anzupassen, Situationen neu zu bewerten und sich auf veränderte Gegebenheiten einzustellen, trägt zur Stärkung der Resilienz bei.&#xA;&#xA;Indem wir diese Punkte in unserem Leben berücksichtigen und uns bewusst mit ihnen auseinandersetzen, können wir unsere Resilienz stärken und uns besser für die Herausforderungen des Lebens wappnen. Resilienz ist somit nicht nur eine wertvolle Fähigkeit, sondern eine Lebenshaltung, die uns befähigt, auch unter Stress mit Stärke und Zuversicht zu reagieren.&#xA;&#xA;Wie kann das gelingen? Meine Empfehlung: Befasst euch mit antiker philosophischer Lebenspraxis, lest Seneca, lest Epikur.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/ein-etwas-anderer-blick-auf-resilienz-philosophische-lebenspraxis&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Literatur&#xA;Folgende Bücher des deutschen Philosophen und Filmproduzenten (!) Albert Kitzler empfehle ich für den Einstieg:&#xA;&#xA;Albert Kitzler (2014): Wie lebe ich ein gutes Leben? Philosophie für Praktiker, München: Pattloch.&#xA;Albert Kitzler (2024): Gelassenheit: Eine philosophische Lebensschule, München: Droemer Knaur.&#xA;&#xA;Bildquelle&#xA;Antonio Zucchi (1726–1796): A Greek Philosopher and His Disciples, National Trust, Nostell Priory, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;#Philosophie | #Coaching&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;_blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://d3d00swyhr67nd.cloudfront.net/w1200h1200/collection/NTIII/NOST/NTIII_NOST_960060_2-001.jpg" alt="Zucchi: A Greek Philosopher and His Disciples"/></p>

<p>Vor einiger Zeit habe ich <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/stress-oder-doch-strain">hier im Blog „Vater der Stressforschung“ Hans Selye</a> und seine Forschung vorgestellt. Gegen Ende des Beitrags bin ich dann kurz auf das Konzept der <a href="https://epicmind.ch/tag:Resilienz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resilienz</span></a> zu sprechen gekommen: Wie schaffen es bestimmte Menschen, sich durch Herausforderungen zu behaupten und daran zu wachsen, die andere als unerträglich empfinden? Dieser Frage will ich in diesem Blogbeitrag nachgehen. Was also verbirgt sich hinter dem Begriff Resilienz, wie kann man diese Fähigkeit entwickeln, und vor allem, was hat das mit Philosophie zu tun?</p>



<h2 id="was-ist-resilienz" id="was-ist-resilienz">Was ist Resilienz?</h2>

<p>Resilienz, abgeleitet vom lateinischen <em>resilire</em> (zurückspringen, abprallen), war ursprünglich ein Begriff aus der Materialforschung und bezeichnete die physikalische Eigenschaft eines Werkstoffs, nach extremem Druck von aussen wieder zu seiner ursprünglichen Form zurückzufinden. Heute meinen wir damit die Fähigkeit eines Menschen, sich an schwierige Lebensumstände anzupassen und Krisen zu bewältigen.</p>

<p><strong>Resilienz ist somit nicht gleichbedeutend mit dem Ignorieren von Problemen oder dem Verdrängen negativer Emotionen.</strong> Vielmehr geht es darum, Strategien zu entwickeln, um mit Stressfaktoren umzugehen, die eigenen Stärken zu erkennen und auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter die persönliche Einstellung, das soziale Umfeld und die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen. Interessanterweise sind viele dieser Strategien bereits seit Jahrhunderten und Jahrtausenden bekannt, lange bevor der Begriff der Resilienz geprägt wurde. Sie finden sich z. B. bereits in den Schriften antiker Philosophen.</p>

<p><a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/parenting-matters/202405/how-resilient-are-you">George Bonanno, ein führender Resilienzforscher</a>, definiert Resilienz als die Fähigkeit, angesichts von Widrigkeiten relativ stabile und gesunde Ebenen der psychischen und physischen Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Diese Definition unterstreicht, dass Resilienz nicht das Fehlen von Schwierigkeiten bedeutet, sondern die Fähigkeit, trotz dieser Schwierigkeiten weiter zu funktionieren und sich sogar weiterzuentwickeln.</p>

<p><a href="https://www.nytimes.com/2020/06/18/health/resilience-relationships-trauma.html">Früher wurde Resilienz</a> oft als eine unveränderliche Persönlichkeitseigenschaft betrachtet. Die <a href="https://www.nzz.ch/report-und-debatte/mit-resilienz-gegen-krisen-kann-man-widerstandskraft-tatsaechlich-trainieren-ld.1835610">moderne Forschung zeigt jedoch</a>, dass Resilienz ein dynamischer Prozess ist, der durch die Interaktion mit der Umwelt und durch gemachte Erfahrungen geprägt wird.</p>

<h2 id="die-bedeutung-der-selbstreflexion" id="die-bedeutung-der-selbstreflexion">Die Bedeutung der Selbstreflexion</h2>

<p>Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung von Resilienz ist die <a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstreflexion" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstreflexion</span></a>. Sich regelmässig Zeit zu nehmen, um die eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster zu reflektieren, ist essenziell, um die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und effektive Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.</p>

<p><strong>Schon die antike Philosophie erkannte die Selbstreflexion als einen wichtigen Bestandteil eines guten Lebens.</strong> Seneca, der römische Philosoph und einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit, betonte die Bedeutung der regelmässigen Selbstprüfung: <em>„Ein wirksames Mittel, das Seneca empfiehlt, um Fortschritte bei der Eindämmung der eigenen Schwächen zu erzielen, ist das Gespräch mit anderen oder auch mit sich selbst, Letzteres am besten schriftlich. Das zwingt uns, Worte zu finden, Verhalten zu beschreiben und den Gedanken eine Form zu geben. Das schafft Klarheit. Damit verbunden ist ein erneutes Bedenken und Durcharbeiten des Problems.“</em> (Kitzler 2024, S. 221) Diese Praxis hilft uns, unsere Stärken und Schwächen zu erkennen und Verhaltensmuster zu identifizieren, die uns daran hindern, resilient zu sein.</p>

<p><strong>Das schriftliche Festhalten der eigenen Gedanken und Erkenntnisse kann diesen Prozess zusätzlich unterstützen.</strong> Durch das Formulieren und das Strukturieren von Gedanken werden Probleme klarer und neue Lösungsansätze können leichter erkannt werden. Hier können z. B. ein <a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/modern-minds/202301/10-good-reasons-to-keep-a-journal">regelmässig geführtes Tagebuch</a> oder auch die sog. <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/meine-erste-30-day-challenge-2024-tagliche-morning-pages"><em>Morning Pages</em></a> helfen.</p>

<h2 id="die-bedeutung-von-sinn-und-werten" id="die-bedeutung-von-sinn-und-werten">Die Bedeutung von Sinn und Werten</h2>

<p>Neben der Selbstreflexion spielt <strong>die Orientierung an Sinn und Werten</strong> eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Resilienz. Menschen, die ein klares Verständnis ihrer Werte haben und ihr Leben danach ausrichten, verfügen über einen inneren Kompass, der ihnen auch in stürmischen Zeiten Orientierung und Halt bietet.</p>

<p>Die antike Philosophie betonte, dass ein glückliches und erfülltes Leben nicht in Reichtum, Ansehen oder Macht zu finden ist, sondern in der Ausrichtung des eigenen Handelns an moralischen Prinzipien und der Sorge um das eigene Seelenleben. Traumatische Erfahrungen können die eigene Lebensgeschichte nachhaltig prägen und die Sinnsuche erschweren. Dennoch birgt die Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen auch die Chance, gestärkt und mit einem tieferen Verständnis für sich selbst und die Welt hervorzugehen. Die Frage, wie die eigenen Erfahrungen positiv genutzt und für andere Menschen fruchtbar gemacht werden können, kann dabei helfen, neue Perspektiven zu gewinnen und die eigene Lebensgeschichte neu zu bewerten.</p>

<h2 id="resilienz-ist-mehr-als-selbstoptimierung" id="resilienz-ist-mehr-als-selbstoptimierung">Resilienz ist mehr als Selbstoptimierung</h2>

<p>Obwohl Resilienz viele Vorteile mit sich bringt, ist es wichtig, den Fokus nicht auf eine reine Selbstoptimierung zu legen. Die ständige Optimierung der eigenen Leistung und die Jagd nach dem „perfekten“ Leben können zu <a href="https://epicmind.ch/tag:Stress" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Stress</span></a>, Überforderung und letztendlich zu einem Gefühl der Unzufriedenheit führen.</p>

<p><strong>Das Streben nach <a href="https://epicmind.ch/tag:Gl%C3%BCck" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Glück</span></a> und Erfolg sollte daher nicht mit dem Zwang zur ständigen Verbesserung und Leistungsmaximierung verwechselt werden.</strong> Stattdessen geht es darum, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu erkennen und ein Leben zu führen, das im Einklang mit den eigenen Werten und Zielen steht. Dies bedeutet auch, sich selbst mit seinen Unvollkommenheiten und Fehlern zu akzeptieren. Epikur, der griechische Philosoph und Begründer der nach ihm benannten philosophischen Schule des Epikureismus, betonte die Wichtigkeit der Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit als ersten Schritt zur Genesung. (Kitzler 2014, S. 209). Diese Akzeptanz ist entscheidend, um eine gelassene und ausgewogene Lebensführung zu ermöglichen.</p>

<p>Resilienz bedeutet, die Balance zwischen den Anforderungen des Lebens und den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu finden. Es geht nicht darum, ein perfektes Leben zu führen, sondern darum, mit den Unvollkommenheiten des Lebens umzugehen und aus ihnen zu lernen. Dieser Ansatz verhindert, dass man sich in einem endlosen Kreislauf der Selbstoptimierung verliert, der letztlich mehr schaden als nutzen kann.</p>

<h2 id="zusammenfassung-wie-kann-man-resilienz-aufbauen" id="zusammenfassung-wie-kann-man-resilienz-aufbauen">Zusammenfassung: Wie kann man Resilienz aufbauen?</h2>

<p>Resilienz ist eine Fähigkeit, <a href="https://hbr.org/2020/09/what-really-makes-us-resilient">die erlernt und gestärkt werden kann</a>. Folgende Punkte können dazu beitragen:</p>
<ul><li><strong>Selbstreflexion:</strong> Regelmässige Selbstbeobachtung und die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen helfen, Stärken und Schwächen zu erkennen.</li>
<li><strong>Sinn und Werte:</strong> Die Orientierung an Sinn und Werten im Leben gibt Halt und Orientierung, insbesondere in schwierigen Zeiten.</li>
<li><strong>Akzeptanz:</strong> Die Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, sind wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Resilienz.</li>
<li><strong>Flexibilität:</strong> Die Fähigkeit, die eigene Denkweise anzupassen, Situationen neu zu bewerten und sich auf veränderte Gegebenheiten einzustellen, trägt zur Stärkung der Resilienz bei.</li></ul>

<p>Indem wir diese Punkte in unserem Leben berücksichtigen und uns bewusst mit ihnen auseinandersetzen, können wir unsere Resilienz stärken und uns besser für die Herausforderungen des Lebens wappnen. Resilienz ist somit nicht nur eine wertvolle Fähigkeit, sondern eine Lebenshaltung, die uns befähigt, auch unter Stress mit Stärke und Zuversicht zu reagieren.</p>

<p>Wie kann das gelingen? Meine Empfehlung: Befasst euch mit antiker philosophischer Lebenspraxis, lest Seneca, lest Epikur.</p>

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<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/ein-etwas-anderer-blick-auf-resilienz-philosophische-lebenspraxis">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Literatur</strong>
Folgende Bücher des deutschen Philosophen und Filmproduzenten (!) Albert Kitzler empfehle ich für den Einstieg:</p>
<ul><li>Albert Kitzler (2014): <em>Wie lebe ich ein gutes Leben? Philosophie für Praktiker</em>, München: Pattloch.</li>
<li>Albert Kitzler (2024): <em>Gelassenheit: Eine philosophische Lebensschule</em>, München: Droemer Knaur.</li></ul>

<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Zucchi">Antonio Zucchi</a> (1726–1796): A Greek Philosopher and His Disciples, National Trust, Nostell Priory, <a href="https://picryl.com/media/antonio-zucchi-1726-1796-a-greek-philosopher-and-his-disciples-9600602-national-f92f3a">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:Philosophie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Philosophie</span></a> | <a href="https://epicmind.ch/tag:Coaching" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Coaching</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
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      <pubDate>Fri, 28 Jun 2024 08:12:41 +0000</pubDate>
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