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    <title>Selbstmanagement &amp;mdash; EpicMind</title>
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    <description>Weisheiten für das digitale Leben</description>
    <pubDate>Mon, 18 May 2026 09:58:25 +0000</pubDate>
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      <title>Selbstmanagement &amp;mdash; EpicMind</title>
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      <title>Besser leben mit Seneca</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Atelier/Werkstatt von Gerrit van Honthorst: Der Tod Senecas&#xA;&#xA;Wenn ich heute Menschen zuhöre – im Zug, im Büro, beim Abendessen oder auch einfach online –, dann höre ich erstaunlich oft dieselben Untertöne: Erschöpfung, Gereiztheit, Vergleichsdruck, diffuse Unruhe. Viele leben in materiellem Wohlstand und wirken gleichzeitig innerlich erschöpft. Man optimiert Schlaf, Ernährung, Produktivität und Freizeitgestaltung, und dennoch bleibt häufig das Gefühl zurück, dass irgendetwas nicht stimmt. Und doch: Noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten, unser Leben angenehm zu gestalten, und gleichzeitig so grosse Mühe, Ruhe zu finden.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;In solchen Momenten lohnt sich manchmal der Blick weit zurück. Manche Probleme sind nämlich erstaunlich konstant geblieben. Der römische Philosoph Seneca schrieb vor fast zweitausend Jahren an seinen Bruder Gallio über Zorn, Ehrgeiz, Angst, Reichtum, öffentliche Meinung und die Schwierigkeit, ein gutes Leben zu führen (De vita beata, eigentlich ad Gallionem de vita beata, deutsch „An Gallio über das glückliche Leben“). Seine Welt war brutaler als unsere, politisch noch instabiler und von existenziellen Risiken geprägt. Trotzdem wirken viele seiner Gedanken heute fast irritierend aktuell. Vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht auf Komfort abzielen, sondern auf innere Stabilität.&#xA;&#xA;1. Lerne, Dich nicht von Deinen Gefühlen regieren zu lassen&#xA;&#xA;Seneca fordert keine Gefühllosigkeit. Er verlangt nicht, dass man kalt oder unberührt wird. Ihm geht es vielmehr um das, was die Stoa „Apatheia“ nennt – nicht Gleichgültigkeit, sondern Freiheit gegenüber den eigenen emotionalen Ausschlägen. Wer ständig zwischen Euphorie und Verzweiflung schwankt, wird zum Spielball der Umstände.&#xA;&#xA;Er formuliert das überraschend klar: „… da Alles verbannt ist, was uns entweder reizt oder schreckt.“ III (4.)&#xA;&#xA;Und an anderer Stelle schreibt er von einer „… sicher gestellten Ruhe und Erhabenheit der Seele …“ V (1.)&#xA;&#xA;Ich finde bemerkenswert, wie modern das klingt. Unsere Gegenwart lebt geradezu von emotionaler Übersteuerung. Empörung erzeugt Reichweite, Angst bindet Aufmerksamkeit und digitale Plattformen belohnen starke Reaktionen. Wer permanent online ist, lebt oft in einem künstlich erhöhten Erregungszustand. Man reagiert auf jede Nachricht, jede Krise, jede Provokation. Ruhe wirkt beinahe verdächtig.&#xA;&#xA;Seneca würde darin vermutlich keine Freiheit sehen, sondern Abhängigkeit. Nicht die Welt regiert dann unser Leben, sondern unsere Reaktionen auf sie. Gerade deshalb erscheint mir seine Forderung nach innerem Gleichgewicht heute weniger wie antike Weisheit und mehr wie eine Form geistiger Selbstverteidigung.&#xA;&#xA;2. Besitze Dinge, aber lasse Dich nicht von ihnen besitzen&#xA;&#xA;Kaum etwas widerspricht der Gegenwart so sehr wie Senecas Verhältnis zum Reichtum. Er verteufelt Besitz nicht grundsätzlich. Er war selbst wohlhabend und politisch einflussreich. Gerade deshalb ist seine Position interessant. Das Problem ist für ihn nicht der Besitz, sondern die seelische Bindung daran.&#xA;&#xA;Er schreibt: „Ich will Reichthümer, sowohl vorhandene, als mir abgehende, auf gleiche Weise verachten …“ XX (2.)&#xA;&#xA;Und weiter: „… er erklärt, man müsse jene Dinge verachten, nicht damit man sie nicht besitze, sondern damit man sie nicht mit Angst besitze …“ XXI (3.)&#xA;&#xA;Das trifft einen empfindlichen Punkt moderner Gesellschaften. Heute wird Konsum oft nicht mehr nur als Luxus verstanden, sondern als Ausdruck der eigenen Identität. Wohnungen, Kleidung, Reisen oder technische Geräte dienen nicht selten dazu, sich selbst darzustellen. Wer bin ich? Die Antwort lautet immer häufiger: Schau an, was ich besitze.&#xA;&#xA;Das Problem beginnt dort, wo Besitz psychologisch notwendig wird. Dann erzeugt Wohlstand nicht Ruhe, sondern Verlustangst. Man hat plötzlich nicht mehr Dinge, sondern die Dinge haben einen selbst. Seneca würde vermutlich sagen: Wer seinen inneren Wert vom Äusseren abhängig macht, lebt ständig auf unsicherem Boden.&#xA;&#xA;Interessanterweise klingt das keineswegs asketisch. Es ist vielmehr ein Plädoyer für innere Unabhängigkeit. Reichtum darf angenehm sein. Er darf das Leben erleichtern. Er darf aber nicht darüber entscheiden, ob ein Mensch sich selbst achtet.&#xA;&#xA;3. Ein gutes Leben entsteht nicht nur für Dich allein&#xA;&#xA;Einer der schönsten Gedanken Senecas ist vielleicht auch einer der unbequemsten. Der Mensch, so schreibt er, lebt nicht nur für sich selbst. Sinn entsteht erst in Beziehung zu anderen.&#xA;&#xA;„Ich will so leben, als wüßte ich, ich sei für Andere geboren …“ XX (2.)&#xA;&#xA;Und weiter: „Mich, den Einzelnen, hat sie Allen, mir, dem Einzelnen, Alle geschenkt.“ XX (3.)&#xA;&#xA;Das steht quer zu einer Kultur, die Selbstverwirklichung oft fast ausschliesslich individuell denkt. Natürlich ist persönliche Freiheit wichtig. Doch viele Menschen erleben irgendwann, dass reine Selbstoptimierung seltsam leer werden kann. Karriere, Status oder Erlebnisjagd ersetzen keine Verbundenheit.&#xA;&#xA;Ich habe manchmal den Eindruck, dass unsere Gesellschaft das Gemeinschaftliche verlernt hat. Man spricht viel über Selbstschutz, #Selbstmanagement und Selbstvermarktung – aber erstaunlich wenig darüber, wem man eigentlich nützt. Genau dort setzt Seneca an. Ein sinnvolles Leben entsteht nicht allein aus persönlichem Genuss, sondern aus Beziehung, Verantwortung und Grosszügigkeit.&#xA;&#xA;Das klingt zunächst moralisch. Tatsächlich ist es aber auch psychologisch plausibel. Menschen brauchen das Gefühl, Teil von etwas Grösserem zu sein als ihrer eigenen Biografie.&#xA;&#xA;4. Masshalten ist keine Schwäche, sondern eine Kunst&#xA;&#xA;Die Antike kannte noch keine sozialen Medien, keine Streamingplattformen und keine digitale Dauerablenkung. Dennoch verstand Seneca bereits etwas Grundsätzliches über den Menschen: Grenzenlosigkeit macht selten glücklich.&#xA;&#xA;„Alles, was ich besitze, will ich weder auf schmutzige Weise hüten, noch verschwenderisch verstreuen …“ XX (3.)&#xA;&#xA;Und über den Genuss schreibt er knapp: „… die Mäßigung darin erfreut.“ X (3.)&#xA;&#xA;Beinahe banal. Natürlich soll man Mass halten. Doch genau das scheint modernen Gesellschaften immer schwerer zu fallen. Unsere Welt ist auf Maximierung angelegt: mehr Leistung, mehr Sichtbarkeit, mehr Konsum, mehr Unterhaltung, mehr Effizienz. Selbst Erholung wird optimiert.&#xA;&#xA;Dabei entsteht oft ein paradoxes Ergebnis. Menschen haben unendlich viele Möglichkeiten und verlieren gerade dadurch ihre innere Ruhe. Senecas Idee der Mässigung ist deshalb nicht kleinbürgerliche Bescheidenheit, sondern eine Form bewusster Selbstbegrenzung. Nicht alles, was möglich ist, muss ausgeschöpft werden. Vielleicht liegt darin sogar eine unterschätzte Form von Freiheit.&#xA;&#xA;5. Lebe nach Deinem Gewissen, nicht nach der Menge&#xA;&#xA;Kaum eine Passage wirkt aktueller als Senecas Warnung vor der Macht der öffentlichen Meinung.&#xA;&#xA;„Nichts will ich der Meinung, Alles meiner Ueberzeugung wegen thun …“ XX (3.)&#xA;&#xA;Und schon ganz am Anfang des Werkes schreibt er: „… daß wir nicht nach Vernunftgründen, sondern nach Beispielen leben …“ I (3.)&#xA;&#xA;Man könnte meinen, dieser Satz sei für das Zeitalter sozialer Medien geschrieben worden. Noch nie war es so einfach, sich permanent mit anderen zu vergleichen. Zustimmung wird sichtbar gemacht, Meinungen werden öffentlich bewertet und soziale Anerkennung lässt sich in Zahlen messen.&#xA;&#xA;Das verändert Menschen. Viele beginnen irgendwann unbewusst, nicht mehr nach Überzeugung zu handeln, sondern nach Resonanz. Was wirkt gut? Was wird geliked? Was bringt Zustimmung? Seneca sieht darin eine Gefahr für die innere Freiheit. Wer sich ständig am Urteil der Menge orientiert, verliert irgendwann den Zugang zum eigenen Urteil.&#xA;&#xA;Bemerkenswert ist dabei, dass Seneca selbst kein weltfremder Einsiedler war. Er bewegte sich im Machtzentrum des römischen Reiches, war reich, politisch einflussreich und zugleich ständig bedroht. Gerade deshalb wirken seine Gedanken glaubwürdig. Er schrieb nicht aus sicherer Distanz über die Versuchungen von Ruhm und Macht, sondern mitten aus ihnen heraus.&#xA;&#xA;Warum Seneca heute wieder gelesen werden sollte&#xA;&#xA;Vielleicht erleben stoische Denker gerade deshalb eine Renaissance. Nicht weil Menschen plötzlich wieder ernsthaft antike Philosophie lesen würden, sondern weil moderne Gesellschaften permanent Bedürfnisse erzeugen und gleichzeitig kaum Orientierung bieten. Allerdings wird die Stoa heute oft missverstanden. Viele behandeln sie wie ein weiteres Werkzeug der Selbstoptimierung: effizienter arbeiten, härter werden, produktiver funktionieren, emotional unangreifbar erscheinen. In sozialen Medien wirkt der Stoiker nicht selten wie ein asketischer Hochleistungsmensch mit Morgenroutine und perfekter Selbstkontrolle.&#xA;&#xA;Damit verfehlt man Seneca allerdings ziemlich gründlich. Die Stoa ist keine Technik zur Leistungssteigerung und auch keine emotionslose Business-Philosophie für Menschen mit Kalender-App und Koffeinproblem. Seneca interessiert sich nicht dafür, wie Du mehr erreichst, sondern wie Du innerlich freier wirst. Er verspricht kein perfektes Leben, keine dauernde Zufriedenheit und schon gar keine Wellness-Philosophie. Seine Texte handeln vielmehr davon, wie man trotz Unsicherheit, Verlust, Druck und menschlicher Schwäche Haltung bewahren kann.&#xA;&#xA;Seine Gedanken sind nämlich unbequem. Sie verlangen Disziplin, Selbstbeobachtung und die Bereitschaft, sich nicht vollständig von Konsum, öffentlicher Meinung oder Emotionen treiben zu lassen. Gerade darin liegt ihre Aktualität.&#xA;&#xA;Interessanterweise war Seneca selbst keine makellose Figur und lebte keineswegs immer nach seinen eigenen Idealen. Doch vielleicht macht gerade das seine Texte menschlich. Er schrieb nicht als unfehlbarer Weiser, sondern als jemand, der dieselben Spannungen kannte wie wir: Ehrgeiz und Zweifel, Komfort und Gewissen, Macht und innere Unruhe.&#xA;&#xA;Die Ruhe, die wir verlernt haben&#xA;&#xA;Je älter ich werde, desto weniger überzeugen mich einfache Glücksversprechen. Viele moderne Ratgeber versprechen Optimierung, Effizienz oder mentale Kontrolle. Seneca interessiert sich für etwas anderes: Charakter. Für ihn entsteht ein gutes Leben nicht aus maximalem Genuss, sondern aus innerer Haltung.&#xA;&#xA;Das wirkt zunächst streng. Gleichzeitig liegt darin etwas Tröstliches. Denn äussere Umstände lassen sich nur begrenzt kontrollieren. Die eigene Haltung dagegen zumindest teilweise schon. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ein römischer Philosoph aus dem ersten Jahrhundert plötzlich wieder relevant erscheint. Nicht weil er einfache Lösungen bietet, sondern weil er uns daran erinnert, dass ein ruhiger Geist wahrscheinlich wertvoller ist als ein perfekt kuratiertes Leben.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/besser-leben-mit-seneca&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Atelier/Werkstatt von Gerrit van Honthorst (1592–1656): Der Tod Senecas, Centraal Museum, Utrecht, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;#Philosophie | #ProductivityPorn&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/12/The_Death_of_Seneca_from_the_workshop_of_Gerard_van_Honthorst_Centraal_Museum_4498.jpg/1280px-The_Death_of_Seneca_from_the_workshop_of_Gerard_van_Honthorst_Centraal_Museum_4498.jpg" alt="Atelier/Werkstatt von Gerrit van Honthorst: Der Tod Senecas"/></p>

<p>Wenn ich heute Menschen zuhöre – im Zug, im Büro, beim Abendessen oder auch einfach online –, dann höre ich erstaunlich oft dieselben Untertöne: Erschöpfung, Gereiztheit, Vergleichsdruck, diffuse Unruhe. Viele leben in materiellem Wohlstand und wirken gleichzeitig innerlich erschöpft. Man optimiert Schlaf, Ernährung, Produktivität und Freizeitgestaltung, und dennoch bleibt häufig das Gefühl zurück, dass irgendetwas nicht stimmt. Und doch: Noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten, unser Leben angenehm zu gestalten, und gleichzeitig so grosse Mühe, Ruhe zu finden.</p>



<p>In solchen Momenten lohnt sich manchmal der Blick weit zurück. Manche Probleme sind nämlich erstaunlich konstant geblieben. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Seneca">römische Philosoph Seneca</a> schrieb vor fast zweitausend Jahren an seinen Bruder Gallio über Zorn, Ehrgeiz, Angst, Reichtum, öffentliche Meinung und die Schwierigkeit, ein gutes Leben zu führen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/De_vita_beata"><em>De vita beata</em></a>, eigentlich <em>ad Gallionem de vita beata</em>, deutsch <a href="http://www.zeno.org/Philosophie/M/Seneca,+Lucius+Annaeus/Vom+gl%C3%BCckseligen+Leben">„An Gallio über das glückliche Leben“</a>). Seine Welt war brutaler als unsere, politisch noch instabiler und von existenziellen Risiken geprägt. Trotzdem wirken viele seiner Gedanken heute fast irritierend aktuell. Vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht auf Komfort abzielen, sondern auf innere Stabilität.</p>

<h2 id="1-lerne-dich-nicht-von-deinen-gefühlen-regieren-zu-lassen" id="1-lerne-dich-nicht-von-deinen-gefühlen-regieren-zu-lassen">1. Lerne, Dich nicht von Deinen Gefühlen regieren zu lassen</h2>

<p>Seneca fordert keine Gefühllosigkeit. Er verlangt nicht, dass man kalt oder unberührt wird. Ihm geht es vielmehr um das, was die Stoa <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apatheia">„Apatheia“</a> nennt – nicht Gleichgültigkeit, sondern Freiheit gegenüber den eigenen emotionalen Ausschlägen. Wer ständig zwischen Euphorie und Verzweiflung schwankt, wird zum Spielball der Umstände.</p>

<p>Er formuliert das überraschend klar: <em>„… da Alles verbannt ist, was uns entweder reizt oder schreckt.“</em> III (4.)</p>

<p>Und an anderer Stelle schreibt er von einer <em>„… sicher gestellten Ruhe und Erhabenheit der Seele …“</em> V (1.)</p>

<p>Ich finde bemerkenswert, wie modern das klingt. Unsere Gegenwart lebt geradezu von emotionaler Übersteuerung. Empörung erzeugt Reichweite, Angst bindet Aufmerksamkeit und digitale Plattformen belohnen starke Reaktionen. Wer permanent online ist, lebt oft in einem künstlich erhöhten Erregungszustand. Man reagiert auf jede Nachricht, jede Krise, jede Provokation. Ruhe wirkt beinahe verdächtig.</p>

<p>Seneca würde darin vermutlich keine Freiheit sehen, sondern Abhängigkeit. Nicht die Welt regiert dann unser Leben, sondern unsere Reaktionen auf sie. Gerade deshalb erscheint mir seine Forderung nach innerem Gleichgewicht heute weniger wie antike Weisheit und mehr wie eine Form geistiger Selbstverteidigung.</p>

<h2 id="2-besitze-dinge-aber-lasse-dich-nicht-von-ihnen-besitzen" id="2-besitze-dinge-aber-lasse-dich-nicht-von-ihnen-besitzen">2. Besitze Dinge, aber lasse Dich nicht von ihnen besitzen</h2>

<p>Kaum etwas widerspricht der Gegenwart so sehr wie Senecas Verhältnis zum Reichtum. Er verteufelt Besitz nicht grundsätzlich. Er war selbst wohlhabend und politisch einflussreich. Gerade deshalb ist seine Position interessant. Das Problem ist für ihn nicht der Besitz, sondern die seelische Bindung daran.</p>

<p>Er schreibt: <em>„Ich will Reichthümer, sowohl vorhandene, als mir abgehende, auf gleiche Weise verachten …“</em> XX (2.)</p>

<p>Und weiter: <em>„… er erklärt, man müsse jene Dinge verachten, nicht damit man sie nicht besitze, sondern damit man sie nicht mit Angst besitze …“</em> XXI (3.)</p>

<p>Das trifft einen empfindlichen Punkt moderner Gesellschaften. Heute wird Konsum oft nicht mehr nur als Luxus verstanden, sondern als Ausdruck der eigenen Identität. Wohnungen, Kleidung, Reisen oder technische Geräte dienen nicht selten dazu, sich selbst darzustellen. Wer bin ich? Die Antwort lautet immer häufiger: Schau an, was ich besitze.</p>

<p>Das Problem beginnt dort, wo Besitz psychologisch notwendig wird. Dann erzeugt Wohlstand nicht Ruhe, sondern Verlustangst. Man hat plötzlich nicht mehr Dinge, sondern die Dinge haben einen selbst. Seneca würde vermutlich sagen: Wer seinen inneren Wert vom Äusseren abhängig macht, lebt ständig auf unsicherem Boden.</p>

<p>Interessanterweise klingt das keineswegs asketisch. Es ist vielmehr ein Plädoyer für innere Unabhängigkeit. Reichtum darf angenehm sein. Er darf das Leben erleichtern. Er darf aber nicht darüber entscheiden, ob ein Mensch sich selbst achtet.</p>

<h2 id="3-ein-gutes-leben-entsteht-nicht-nur-für-dich-allein" id="3-ein-gutes-leben-entsteht-nicht-nur-für-dich-allein">3. Ein gutes Leben entsteht nicht nur für Dich allein</h2>

<p>Einer der schönsten Gedanken Senecas ist vielleicht auch einer der unbequemsten. Der Mensch, so schreibt er, lebt nicht nur für sich selbst. Sinn entsteht erst in Beziehung zu anderen.</p>

<p><em>„Ich will so leben, als wüßte ich, ich sei für Andere geboren …“</em> XX (2.)</p>

<p>Und weiter: <em>„Mich, den Einzelnen, hat sie Allen, mir, dem Einzelnen, Alle geschenkt.“</em> XX (3.)</p>

<p>Das steht quer zu einer Kultur, die Selbstverwirklichung oft fast ausschliesslich individuell denkt. Natürlich ist persönliche Freiheit wichtig. Doch viele Menschen erleben irgendwann, dass reine Selbstoptimierung seltsam leer werden kann. Karriere, Status oder Erlebnisjagd ersetzen keine Verbundenheit.</p>

<p>Ich habe manchmal den Eindruck, dass unsere Gesellschaft das Gemeinschaftliche verlernt hat. Man spricht viel über Selbstschutz, <a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstmanagement" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstmanagement</span></a> und Selbstvermarktung – aber erstaunlich wenig darüber, wem man eigentlich nützt. Genau dort setzt Seneca an. Ein sinnvolles Leben entsteht nicht allein aus persönlichem Genuss, sondern aus Beziehung, Verantwortung und Grosszügigkeit.</p>

<p>Das klingt zunächst moralisch. Tatsächlich ist es aber auch psychologisch plausibel. Menschen brauchen das Gefühl, Teil von etwas Grösserem zu sein als ihrer eigenen Biografie.</p>

<h2 id="4-masshalten-ist-keine-schwäche-sondern-eine-kunst" id="4-masshalten-ist-keine-schwäche-sondern-eine-kunst">4. Masshalten ist keine Schwäche, sondern eine Kunst</h2>

<p>Die Antike kannte noch keine sozialen Medien, keine Streamingplattformen und keine digitale Dauerablenkung. Dennoch verstand Seneca bereits etwas Grundsätzliches über den Menschen: Grenzenlosigkeit macht selten glücklich.</p>

<p><em>„Alles, was ich besitze, will ich weder auf schmutzige Weise hüten, noch verschwenderisch verstreuen …“</em> XX (3.)</p>

<p>Und über den Genuss schreibt er knapp: <em>„… die Mäßigung darin erfreut.“</em> X (3.)</p>

<p>Beinahe banal. Natürlich soll man Mass halten. Doch genau das scheint modernen Gesellschaften immer schwerer zu fallen. Unsere Welt ist auf Maximierung angelegt: mehr Leistung, mehr Sichtbarkeit, mehr Konsum, mehr Unterhaltung, mehr Effizienz. Selbst Erholung wird optimiert.</p>

<p>Dabei entsteht oft ein paradoxes Ergebnis. Menschen haben unendlich viele Möglichkeiten und verlieren gerade dadurch ihre innere Ruhe. Senecas Idee der Mässigung ist deshalb nicht kleinbürgerliche Bescheidenheit, sondern eine Form bewusster Selbstbegrenzung. Nicht alles, was möglich ist, muss ausgeschöpft werden. Vielleicht liegt darin sogar eine unterschätzte Form von Freiheit.</p>

<h2 id="5-lebe-nach-deinem-gewissen-nicht-nach-der-menge" id="5-lebe-nach-deinem-gewissen-nicht-nach-der-menge">5. Lebe nach Deinem Gewissen, nicht nach der Menge</h2>

<p>Kaum eine Passage wirkt aktueller als Senecas Warnung vor der Macht der öffentlichen Meinung.</p>

<p><em>„Nichts will ich der Meinung, Alles meiner Ueberzeugung wegen thun …“</em> XX (3.)</p>

<p>Und schon ganz am Anfang des Werkes schreibt er: <em>„… daß wir nicht nach Vernunftgründen, sondern nach Beispielen leben …“</em> I (3.)</p>

<p>Man könnte meinen, dieser Satz sei für das Zeitalter sozialer Medien geschrieben worden. Noch nie war es so einfach, sich permanent mit anderen zu vergleichen. Zustimmung wird sichtbar gemacht, Meinungen werden öffentlich bewertet und soziale Anerkennung lässt sich in Zahlen messen.</p>

<p>Das verändert Menschen. Viele beginnen irgendwann unbewusst, nicht mehr nach Überzeugung zu handeln, sondern nach Resonanz. Was wirkt gut? Was wird geliked? Was bringt Zustimmung? Seneca sieht darin eine Gefahr für die innere Freiheit. Wer sich ständig am Urteil der Menge orientiert, verliert irgendwann den Zugang zum eigenen Urteil.</p>

<p>Bemerkenswert ist dabei, dass Seneca selbst kein weltfremder Einsiedler war. Er bewegte sich im Machtzentrum des römischen Reiches, war reich, politisch einflussreich und zugleich ständig bedroht. Gerade deshalb wirken seine Gedanken glaubwürdig. Er schrieb nicht aus sicherer Distanz über die Versuchungen von Ruhm und Macht, sondern mitten aus ihnen heraus.</p>

<h2 id="warum-seneca-heute-wieder-gelesen-werden-sollte" id="warum-seneca-heute-wieder-gelesen-werden-sollte">Warum Seneca heute wieder gelesen werden sollte</h2>

<p>Vielleicht <a href="https://modernstoicism.com/why-not-stoicism-by-massimo-pigliucci/">erleben stoische Denker gerade deshalb eine Renaissance</a>. Nicht weil Menschen plötzlich wieder ernsthaft antike Philosophie lesen würden, sondern weil moderne Gesellschaften permanent Bedürfnisse erzeugen und gleichzeitig kaum Orientierung bieten. Allerdings wird die Stoa heute oft missverstanden. <a href="https://www.eur.nl/en/news/whats-wrong-stoicism-today">Viele behandeln sie wie ein weiteres Werkzeug der Selbstoptimierung</a>: effizienter arbeiten, härter werden, produktiver funktionieren, emotional unangreifbar erscheinen. In sozialen Medien wirkt der Stoiker nicht selten wie ein asketischer Hochleistungsmensch mit Morgenroutine und perfekter Selbstkontrolle.</p>

<p>Damit verfehlt man Seneca allerdings ziemlich gründlich. Die Stoa ist keine Technik zur Leistungssteigerung und auch <a href="https://www.theguardian.com/books/2024/oct/28/the-stoicism-secret-how-ryan-holiday-became-a-silicon-valley-guru">keine emotionslose Business-Philosophie</a> für Menschen mit Kalender-App und Koffeinproblem. Seneca interessiert sich nicht dafür, wie Du mehr erreichst, sondern wie Du innerlich freier wirst. Er verspricht kein perfektes Leben, keine dauernde Zufriedenheit und schon gar keine Wellness-Philosophie. Seine Texte handeln vielmehr davon, wie man trotz Unsicherheit, Verlust, Druck und menschlicher Schwäche Haltung bewahren kann.</p>

<p>Seine Gedanken sind nämlich unbequem. <a href="./besser-lernen-mit-seneca">Sie verlangen Disziplin</a>, <a href="./pierre-hadot-philosophie-als-uebung">Selbstbeobachtung</a> und die Bereitschaft, sich nicht vollständig von Konsum, öffentlicher Meinung oder Emotionen treiben zu lassen. Gerade darin liegt ihre Aktualität.</p>

<p>Interessanterweise war Seneca selbst keine makellose Figur und lebte keineswegs immer nach seinen eigenen Idealen. Doch vielleicht macht gerade das seine Texte menschlich. Er schrieb nicht als unfehlbarer Weiser, sondern als jemand, der dieselben Spannungen kannte wie wir: Ehrgeiz und Zweifel, Komfort und Gewissen, Macht und innere Unruhe.</p>

<h2 id="die-ruhe-die-wir-verlernt-haben" id="die-ruhe-die-wir-verlernt-haben">Die Ruhe, die wir verlernt haben</h2>

<p>Je älter ich werde, desto weniger überzeugen mich einfache Glücksversprechen. Viele moderne Ratgeber versprechen Optimierung, Effizienz oder mentale Kontrolle. Seneca interessiert sich für etwas anderes: Charakter. Für ihn entsteht ein gutes Leben nicht aus maximalem Genuss, sondern aus innerer Haltung.</p>

<p>Das wirkt zunächst streng. Gleichzeitig liegt darin etwas Tröstliches. Denn äussere Umstände lassen sich nur begrenzt kontrollieren. Die eigene Haltung dagegen zumindest teilweise schon. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ein römischer Philosoph aus dem ersten Jahrhundert plötzlich wieder relevant erscheint. Nicht weil er einfache Lösungen bietet, sondern weil er uns daran erinnert, dass ein ruhiger Geist wahrscheinlich wertvoller ist als ein perfekt kuratiertes Leben.</p>

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<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/besser-leben-mit-seneca">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Bildquelle</strong>
Atelier/Werkstatt von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerrit_van_Honthorst">Gerrit van Honthorst</a> (1592–1656): <em>Der Tod Senecas</em>, Centraal Museum, Utrecht, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Death_of_Seneca_from_the_workshop_of_Gerard_van_Honthorst_Centraal_Museum_4498.jpg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:Philosophie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Philosophie</span></a> | <a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
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      <guid>https://epicmind.ch/besser-leben-mit-seneca</guid>
      <pubDate>Wed, 13 May 2026 08:47:19 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Kleine Veränderungen mit grosser Wirkung: Das EAST-Framework</title>
      <link>https://epicmind.ch/kleine-veranderungen-mit-grosser-wirkung-das-east-framework?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Friedrich: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes&#xA;&#xA;Was bringt Menschen dazu, ihr Verhalten zu ändern? Wie lässt sich #Lernen fördern, ohne moralischen Zeigefinger? Und wie können wir in Coachingprozessen wirkungsvolle Impulse setzen – ohne komplexe Theorien zu bemühen? In meiner Arbeit als Dozent und Coach bin ich immer wieder auf der Suche nach einfachen, fundierten und praxistauglichen Ansätzen. Einer dieser Ansätze begleitet mich inzwischen seit einiger Zeit: das EAST-Framework.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;EAST steht für Easy, Attractive, Social, Timely. Diese vier Begriffe fassen zentrale Prinzipien der Verhaltenswissenschaft in einer klaren, handlungsleitenden Struktur zusammen. Das Framework wurde 2014 vom Behavioural Insights Team (BIT) entwickelt – einem Spin-off der britischen Regierung – und hat sich seither in hunderten Projekten im öffentlichen und privaten Sektor bewährt. Ich nutze EAST im Unterricht, in Coachings und nicht zuletzt auch für mich selbst. Warum es so gut funktioniert – und wie Du es in Deinen eigenen Kontexten einsetzen kannst –, möchte ich Dir im Folgenden zeigen. Meine Ausführungen basieren auf dem offiziellen, überarbeiteten EAST Guide von 2024.&#xA;&#xA;Was ist EAST?&#xA;&#xA;Das EAST-Framework basiert auf der Idee, dass menschliches Verhalten systematisch veränderbar ist – wenn man versteht, wie Menschen Entscheidungen treffen. Anders als traditionelle Modelle der Motivation geht EAST davon aus, dass Verhalten stark durch das Umfeld, durch Routinen und durch soziale Einbettung geprägt ist.&#xA;&#xA;Die vier Prinzipien lauten:&#xA;&#xA;Easy – Verhalte Dich so, dass der gewünschte Weg der einfachste ist.&#xA;Attractive – Gestalte den Zielzustand ansprechend und aufmerksamkeitsstark.&#xA;Social – Nutze soziale Normen und Beziehungen als Verstärker.&#xA;Timely – Wähle den richtigen Moment für den Impuls.&#xA;&#xA;Diese vier Prinzipien lassen sich als Checkliste verwenden: Ist das Verhalten, das ich fördern will, einfach, attraktiv, sozial eingebettet und zum richtigen Zeitpunkt adressiert? Wenn nicht – wo kann ich ansetzen? Die Stärke des Modells liegt darin, dass es zugleich intuitiv und wissenschaftlich fundiert ist. Und: Es lässt sich sofort anwenden.&#xA;&#xA;Das EAST-Framework&#xA;&#xA;Die Geschichte von EAST&#xA;&#xA;EAST entstand aus einem konkreten Bedürfnis: Die britische Regierung wollte öffentliche Dienstleistungen verbessern, ohne neue Gesetze oder grosse Budgets einsetzen zu müssen. Stattdessen sollten psychologische Erkenntnisse genutzt werden, um bestehende Prozesse wirksamer zu gestalten. Das Behavioural Insights Team entwickelte zunächst komplexe Modelle, die später auf das Wesentliche reduziert wurden – das Framework EAST.&#xA;&#xA;Ein Beispiel: In Grossbritannien wurde die Anmeldung zur staatlichen Altersvorsorge auf ein opt-out-System umgestellt. Statt sich aktiv einschreiben zu müssen, waren alle automatisch dabei – wer nicht wollte, musste sich abmelden. Dieses einfache Default-Setting führte dazu, dass sich Millionen mehr Menschen beteiligten, vor allem in sozial benachteiligten Gruppen (Guide S. 9f.). Ähnliche Effekte konnten in der Schweiz beobachtet werden, als Energieversorger den Wechsel zu Ökostrom zur Standardoption machten (Guide S. 11).&#xA;&#xA;Seit seiner Veröffentlichung steht das Framework unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-SA 4.0) zur freien Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung – ein wichtiger Aspekt, insbesondere für den Bildungs- und Coachingbereich.&#xA;&#xA;EAST im Team: Verhalten gestalten statt verordnen&#xA;&#xA;In der Arbeit mit Teams – sei es in der Weiterbildung oder Organisationsentwicklung – zeigt sich immer wieder: Verhalten lässt sich nicht durch Appelle verändern, sondern durch Rahmenbedingungen. EAST bietet hierfür einen differenzierten, aber leicht verständlichen Ansatz.&#xA;&#xA;In der Praxis bedeutet das etwa:&#xA;&#xA;Easy: Prozesse werden so gestaltet, dass erwünschtes Verhalten der einfachste Weg ist (z. B. eine standardisierte Meeting-Struktur mit Fokus auf Austausch).&#xA;Attractive: Fortschritt wird sichtbar gemacht (z. B. durch Visualisierungen oder spielerische Elemente).&#xA;Social: Vorbilder im Team werden benannt und gefeiert.&#xA;Timely: Neue Routinen werden an Umbruchphasen gekoppelt, z. B. Projektstarts oder neue Rollen.&#xA;&#xA;In Workshops nutze ich das EAST-Framework als strukturierende Denkhilfe, um mit Gruppen Interventionen zu entwerfen oder bestehende Prozesse zu analysieren. Besonders hilfreich ist dabei die systematische Perspektive auf die vier Hebel: Was macht es schwer, das Gewünschte zu tun – und wie können wir es leichter machen? Was spricht Menschen an? Welche sozialen Dynamiken wirken? Und wann ist der richtige Moment für einen Impuls?&#xA;&#xA;EAST als Werkzeug im Selbstcoaching und beim Aufbau von Gewohnheiten&#xA;&#xA;EAST funktioniert nicht nur im Gruppenkontext. Auch im #Selbstmanagement entfaltet das Modell Wirkung – besonders beim Aufbau neuer #Habits. In diesem Kontext hat sich für mich folgendes Vorgehen bewährt:&#xA;&#xA;Easy: Friktionen abbauen – zum Beispiel durch Vorbereitungen am Vorabend (Sportkleidung bereitlegen, Apps vorkonfigurieren).&#xA;Attractive: Anreize sichtbar machen – etwa durch Fortschrittsverfolgung oder kleine Belohnungen.&#xA;Social: Gewohnheiten mit anderen teilen – sei es in Gruppen, über Apps oder mit einem Accountability Partner.&#xA;Timely: Zeitfenster nutzen – der Monatsanfang, der Montag oder ein beruflicher Wechsel bieten sich als „Frischstart-Momente“ an (Guide S. 42).&#xA;&#xA;Was EAST dabei besonders wertvoll macht: Es verschiebt die Perspektive weg vom „inneren Schweinehund“ hin zur Gestaltung der Umgebung. Wer aufhört, sich selbst zu pathologisieren, und stattdessen beginnt, sein Umfeld strategisch zu gestalten, kommt oft deutlich schneller ans Ziel und kann Habits dauerhaft verankern.&#xA;&#xA;asdf&#xA;&#xA;EAST im Einzel- und Teamcoaching&#xA;&#xA;Auch im Coaching eignet sich EAST hervorragend, um Veränderungsprozesse konkret und lösungsorientiert zu begleiten. Ich nutze das Framework regelmässig, wenn Klientinnen und Klienten mit Anliegen zu mir kommen wie:&#xA;&#xA;„Ich möchte mich beruflich neu orientieren, weiss aber nicht, wo ich anfangen soll.“&#xA;„Ich nehme mir ständig vor, mehr zu lesen / weniger zu unterbrechen / gesünder zu leben – aber es klappt nicht.“&#xA;&#xA;EAST hilft dabei, diese Anliegen in handhabbare Fragen zu übersetzen:&#xA;&#xA;Was wäre eine kleine Änderung, die es Dir einfacher macht?&#xA;Wie könnte Dein Ziel attraktiver gestaltet sein – in der Darstellung, in der Wahrnehmung?&#xA;Wer tut das schon – und wie könntest Du Dich mit diesen Menschen verbinden (social)?&#xA;Wann wäre ein guter Moment für einen ersten Schritt (timely)?&#xA;&#xA;In Teamcoachings ist EAST zudem hilfreich, um Spannungsfelder zu analysieren: Wo besteht eine Diskrepanz zwischen gewünschtem Verhalten und tatsächlichen Handlungsanreizen? Wo erzeugen Prozesse unbeabsichtigt Reibung? EAST sensibilisiert für solche „Verhaltensarchitekturen“ – und eröffnet pragmatische Wege zur Veränderung.&#xA;&#xA;Grenzen und ethische Fragen&#xA;&#xA;So hilfreich EAST auch ist: Das Modell ist kein Allheilmittel. Verhalten ist komplex, Kontext entscheidend. Was in einem Team funktioniert, kann in einem anderen kontraproduktiv sein. Die Autoren des Frameworks selbst warnen daher vor zu strikter Anwendung – jede Intervention sollte getestet und kontextualisiert werden (Guide S. 6).&#xA;&#xA;Zudem ist EAST in der Tradition des Nudging verankert – also der sanften Lenkung von Verhalten. Das wirft ethische Fragen auf: Wer entscheidet, was „wünschenswertes Verhalten“ ist? Und wann kippt eine Intervention in Manipulation? Auch hier gilt: Transparenz, Mitgestaltung und Feedbackschleifen sind zentrale Qualitätskriterien für den Einsatz in #Bildung und Coaching.&#xA;&#xA;Fazit&#xA;&#xA;Ich nutze EAST nicht, weil es gerade angesagt ist – sondern weil es wirkt. Es ist ein Werkzeugkasten, kein Dogma. Ein Modell, das hilft, Verhalten zu verstehen und gezielt zu beeinflussen – ob im Unterricht, in der Teamentwicklung oder in der persönlichen Selbststeuerung.&#xA;&#xA;Und: Es ist offen zugänglich. Das Framework steht unter einer Creative-Commons-Lizenz. Vielleicht ist das der grösste Wert von EAST – es ist nicht nur ein Modell über Verhalten, sondern auch ein Modell für Kooperation und Wissensweitergabe.&#xA;&#xA;Wenn Du also das nächste Mal vor der Frage stehst, wie Du bei Dir oder anderen Veränderung ermöglichen kannst, erinnere Dich an diese vier einfachen Prinzipien: Easy. Attractive. Social. Timely.&#xA;&#xA;Manchmal sind es gerade die einfachen Dinge, die nachhaltig wirken.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/kleine-veranderungen-mit-grosser-wirkung-das-east-framework&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Caspar David Friedrich (1774–1840): Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet. Die Illustrationen im Beitrag wurden mit NapkinAI erstellt.&#xA;&#xA;Topic&#xA;#ProductivityPorn | #Coaching&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;_blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ea/Caspar_David_Friedrich_-_Zwei_M%C3%A4nner_in_Betrachtung_des_Mondes.jpg/960px-Caspar_David_Friedrich_-_Zwei_M%C3%A4nner_in_Betrachtung_des_Mondes.jpg" alt="Friedrich: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes"/></p>

<p>Was bringt Menschen dazu, ihr Verhalten zu ändern? Wie lässt sich <a href="https://epicmind.ch/tag:Lernen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Lernen</span></a> fördern, ohne moralischen Zeigefinger? Und wie können wir in Coachingprozessen wirkungsvolle Impulse setzen – ohne komplexe Theorien zu bemühen? In meiner Arbeit als Dozent und Coach bin ich immer wieder auf der Suche nach einfachen, fundierten und praxistauglichen Ansätzen. Einer dieser Ansätze begleitet mich inzwischen seit einiger Zeit: das EAST-Framework.</p>



<p>EAST steht für <em>Easy, Attractive, Social, Timely</em>. Diese vier Begriffe fassen zentrale Prinzipien der Verhaltenswissenschaft in einer klaren, handlungsleitenden Struktur zusammen. Das Framework wurde 2014 vom Behavioural Insights Team (BIT) entwickelt – einem Spin-off der britischen Regierung – und hat sich seither in hunderten Projekten im öffentlichen und privaten Sektor bewährt. Ich nutze EAST im Unterricht, in Coachings und nicht zuletzt auch für mich selbst. Warum es so gut funktioniert – und wie Du es in Deinen eigenen Kontexten einsetzen kannst –, möchte ich Dir im Folgenden zeigen. Meine Ausführungen basieren auf dem <a href="https://www.bi.team/publications/east-four-simple-ways-to-apply-behavioural-insights/">offiziellen, überarbeiteten EAST Guide von 2024</a>.</p>

<h2 id="was-ist-east" id="was-ist-east">Was ist EAST?</h2>

<p>Das EAST-Framework basiert auf der Idee, dass menschliches Verhalten systematisch veränderbar ist – wenn man versteht, wie Menschen Entscheidungen treffen. Anders als traditionelle Modelle der Motivation geht EAST davon aus, dass Verhalten stark durch das Umfeld, durch Routinen und durch soziale Einbettung geprägt ist.</p>

<p>Die vier Prinzipien lauten:</p>
<ul><li><strong>Easy</strong> – Verhalte Dich so, dass der gewünschte Weg der einfachste ist.</li>
<li><strong>Attractive</strong> – Gestalte den Zielzustand ansprechend und aufmerksamkeitsstark.</li>
<li><strong>Social</strong> – Nutze soziale Normen und Beziehungen als Verstärker.</li>
<li><strong>Timely</strong> – Wähle den richtigen Moment für den Impuls.</li></ul>

<p><a href="https://www.inc.com/jessica-stillman/10-years-ago-behavioral-scientists-boiled-down-their-key-findings-to-just-4-letters-east-is-still-the-best-way-to-change-behavior/91184671">Diese vier Prinzipien lassen sich als Checkliste verwenden</a>: Ist das Verhalten, das ich fördern will, einfach, attraktiv, sozial eingebettet und zum richtigen Zeitpunkt adressiert? Wenn nicht – wo kann ich ansetzen? Die Stärke des Modells liegt darin, dass es zugleich intuitiv und wissenschaftlich fundiert ist. Und: Es lässt sich sofort anwenden.</p>

<p><img src="https://gisiger.biz/assets/storage/infographic/EAST-Framework-NapkinAI.png" alt="Das EAST-Framework"/></p>

<h2 id="die-geschichte-von-east" id="die-geschichte-von-east">Die Geschichte von EAST</h2>

<p>EAST entstand aus einem konkreten Bedürfnis: Die britische Regierung wollte öffentliche Dienstleistungen verbessern, ohne neue Gesetze oder grosse Budgets einsetzen zu müssen. Stattdessen sollten psychologische Erkenntnisse genutzt werden, um bestehende Prozesse wirksamer zu gestalten. Das Behavioural Insights Team entwickelte zunächst komplexe Modelle, die später auf das Wesentliche reduziert wurden – das Framework EAST.</p>

<p>Ein Beispiel: In Grossbritannien wurde die Anmeldung zur staatlichen Altersvorsorge auf ein <em>opt-out</em>-System umgestellt. Statt sich aktiv einschreiben zu müssen, waren alle automatisch dabei – wer nicht wollte, musste sich abmelden. Dieses einfache <em>Default</em>-Setting führte dazu, dass sich Millionen mehr Menschen beteiligten, vor allem in sozial benachteiligten Gruppen (Guide S. 9f.). Ähnliche Effekte konnten in der Schweiz beobachtet werden, als Energieversorger den Wechsel zu Ökostrom zur Standardoption machten (Guide S. 11).</p>

<p>Seit seiner Veröffentlichung steht das Framework unter einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons">Creative-Commons-Lizenz</a> (CC BY-NC-SA 4.0) zur freien Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung – ein wichtiger Aspekt, insbesondere für den Bildungs- und Coachingbereich.</p>

<h2 id="east-im-team-verhalten-gestalten-statt-verordnen" id="east-im-team-verhalten-gestalten-statt-verordnen">EAST im Team: Verhalten gestalten statt verordnen</h2>

<p>In der Arbeit mit Teams – sei es in der Weiterbildung oder Organisationsentwicklung – zeigt sich immer wieder: Verhalten lässt sich nicht durch Appelle verändern, sondern durch Rahmenbedingungen. EAST bietet hierfür einen differenzierten, aber leicht verständlichen Ansatz.</p>

<p>In der Praxis bedeutet das etwa:</p>
<ul><li><strong>Easy</strong>: Prozesse werden so gestaltet, dass erwünschtes Verhalten der einfachste Weg ist (z. B. eine standardisierte Meeting-Struktur mit Fokus auf Austausch).</li>
<li><strong>Attractive</strong>: Fortschritt wird sichtbar gemacht (z. B. durch Visualisierungen oder spielerische Elemente).</li>
<li><strong>Social</strong>: Vorbilder im Team werden benannt und gefeiert.</li>
<li><strong>Timely</strong>: Neue Routinen werden an Umbruchphasen gekoppelt, z. B. Projektstarts oder neue Rollen.</li></ul>

<p>In Workshops nutze ich das EAST-Framework als strukturierende Denkhilfe, um mit Gruppen Interventionen zu entwerfen oder bestehende Prozesse zu analysieren. Besonders hilfreich ist dabei die systematische Perspektive auf die vier Hebel: <em>Was macht es schwer, das Gewünschte zu tun – und wie können wir es leichter machen?</em> <em>Was spricht Menschen an? Welche sozialen Dynamiken wirken? Und wann ist der richtige Moment für einen Impuls?</em></p>

<h2 id="east-als-werkzeug-im-selbstcoaching-und-beim-aufbau-von-gewohnheiten" id="east-als-werkzeug-im-selbstcoaching-und-beim-aufbau-von-gewohnheiten">EAST als Werkzeug im Selbstcoaching und beim Aufbau von Gewohnheiten</h2>

<p>EAST funktioniert nicht nur im Gruppenkontext. Auch im <a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstmanagement" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstmanagement</span></a> entfaltet das Modell Wirkung – besonders beim Aufbau neuer <a href="https://epicmind.ch/tag:Habits" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Habits</span></a>. In diesem Kontext hat sich für mich folgendes Vorgehen bewährt:</p>
<ul><li><strong>Easy</strong>: Friktionen abbauen – zum Beispiel durch Vorbereitungen am Vorabend (Sportkleidung bereitlegen, Apps vorkonfigurieren).</li>
<li><strong>Attractive</strong>: Anreize sichtbar machen – etwa durch Fortschrittsverfolgung oder kleine Belohnungen.</li>
<li><strong>Social</strong>: Gewohnheiten mit anderen teilen – sei es in Gruppen, über Apps oder mit einem Accountability Partner.</li>
<li><strong>Timely</strong>: Zeitfenster nutzen – der Monatsanfang, der Montag oder ein beruflicher Wechsel bieten sich als „Frischstart-Momente“ an (Guide S. 42).</li></ul>

<p>Was EAST dabei besonders wertvoll macht: Es verschiebt die Perspektive weg vom „inneren Schweinehund“ hin zur Gestaltung der Umgebung. Wer aufhört, sich selbst zu pathologisieren, und stattdessen beginnt, sein Umfeld strategisch zu gestalten, kommt oft deutlich schneller ans Ziel und <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/habits-mehr-als-nur-automatisierte-handlungen">kann Habits dauerhaft verankern</a>.</p>

<p><img src="https://gisiger.biz/assets/storage/infographic/Habits-mit-EAST-NapkinAI.png" alt="asdf"/></p>

<h2 id="east-im-einzel-und-teamcoaching" id="east-im-einzel-und-teamcoaching">EAST im Einzel- und Teamcoaching</h2>

<p>Auch im Coaching eignet sich EAST hervorragend, um Veränderungsprozesse konkret und lösungsorientiert zu begleiten. Ich nutze das Framework regelmässig, wenn Klientinnen und Klienten mit Anliegen zu mir kommen wie:</p>
<ul><li>„Ich möchte mich beruflich neu orientieren, weiss aber nicht, wo ich anfangen soll.“</li>
<li>„Ich nehme mir ständig vor, mehr zu lesen / weniger zu unterbrechen / gesünder zu leben – aber es klappt nicht.“</li></ul>

<p>EAST hilft dabei, diese Anliegen in handhabbare Fragen zu übersetzen:</p>
<ol><li>Was wäre eine kleine Änderung, die es Dir <em>einfacher</em> macht?</li>
<li>Wie könnte Dein Ziel <em>attraktiver</em> gestaltet sein – in der Darstellung, in der Wahrnehmung?</li>
<li>Wer tut das schon – und wie könntest Du Dich mit diesen Menschen verbinden (<em>social</em>)?</li>
<li>Wann wäre ein guter Moment für einen ersten Schritt (<em>timely</em>)?</li></ol>

<p>In Teamcoachings ist EAST zudem hilfreich, um Spannungsfelder zu analysieren: Wo besteht eine Diskrepanz zwischen gewünschtem Verhalten und tatsächlichen Handlungsanreizen? Wo erzeugen Prozesse unbeabsichtigt Reibung? EAST sensibilisiert für solche „Verhaltensarchitekturen“ – und eröffnet pragmatische Wege zur Veränderung.</p>

<h2 id="grenzen-und-ethische-fragen" id="grenzen-und-ethische-fragen">Grenzen und ethische Fragen</h2>

<p>So hilfreich EAST auch ist: Das Modell ist kein Allheilmittel. Verhalten ist komplex, Kontext entscheidend. Was in einem Team funktioniert, kann in einem anderen kontraproduktiv sein. Die Autoren des Frameworks selbst warnen daher vor zu strikter Anwendung – jede Intervention sollte getestet und kontextualisiert werden (Guide S. 6).</p>

<p>Zudem ist EAST in der Tradition des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nudge"><em>Nudging</em></a> verankert – also der sanften Lenkung von Verhalten. Das wirft ethische Fragen auf: Wer entscheidet, was „wünschenswertes Verhalten“ ist? Und wann kippt eine Intervention in Manipulation? Auch hier gilt: Transparenz, Mitgestaltung und Feedbackschleifen sind zentrale Qualitätskriterien für den Einsatz in <a href="https://epicmind.ch/tag:Bildung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Bildung</span></a> und Coaching.</p>

<h2 id="fazit" id="fazit">Fazit</h2>

<p>Ich nutze EAST nicht, weil es gerade angesagt ist – sondern weil es wirkt. Es ist ein Werkzeugkasten, kein Dogma. Ein Modell, das hilft, Verhalten zu verstehen und gezielt zu beeinflussen – ob im Unterricht, in der Teamentwicklung oder in der persönlichen Selbststeuerung.</p>

<p>Und: Es ist offen zugänglich. Das Framework steht unter einer Creative-Commons-Lizenz. Vielleicht ist das der grösste Wert von EAST – es ist nicht nur ein Modell über Verhalten, sondern auch ein Modell für Kooperation und Wissensweitergabe.</p>

<p>Wenn Du also das nächste Mal vor der Frage stehst, wie Du bei Dir oder anderen Veränderung ermöglichen kannst, erinnere Dich an diese vier einfachen Prinzipien: <strong>Easy. Attractive. Social. Timely.</strong></p>

<p>Manchmal sind es gerade die einfachen Dinge, die nachhaltig wirken.</p>

<hr/>

<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/kleine-veranderungen-mit-grosser-wirkung-das-east-framework">Discuss...</a></p>

<hr/>

<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich">Caspar David Friedrich</a> (1774–1840): <em>Zwei Männer in Betrachtung des Mondes</em>, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Caspar_David_Friedrich_-_Zwei_M%C3%A4nner_in_Betrachtung_des_Mondes.jpg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet. Die Illustrationen im Beitrag wurden mit NapkinAI erstellt.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a> | <a href="https://epicmind.ch/tag:Coaching" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Coaching</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
]]></content:encoded>
      <guid>https://epicmind.ch/kleine-veranderungen-mit-grosser-wirkung-das-east-framework</guid>
      <pubDate>Sat, 17 May 2025 05:21:45 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Wie der Fokus auf Zahlen uns vom Wesentlichen ablenkt</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Adolph von Menzel: Menzels Schwester Emilie im Schlaf&#xA;&#xA;In unserer digitalisierten Welt werden wir zunehmend von Metriken begleitet. Egal ob es die Anzahl gelesener Seiten, die Schritte auf dem Fitness-Tracker oder die Schlafstatistik sind – Zahlen und Daten sind allgegenwärtig. Metriken können uns helfen, Fortschritte zu sehen und Orientierung zu schaffen. Doch sie bergen auch Risiken, die häufig übersehen werden. Sobald eine Kennzahl selbst zum Ziel wird, entfaltet sie oft nicht mehr die ursprünglich beabsichtigte Wirkung. &#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Diese Problematik wird durch das sogenannte Goodharts Gesetz treffend beschrieben: „Wenn eine Messgrösse zum Ziel wird, ist sie keine gute Messgrösse mehr.“ Dieser Gedanke des britischen Ökonomen Charles Goodhart stammt ursprünglich aus der Wirtschaft, zeigt jedoch auch im Bereich des Selbstmanagements seine Gültigkeit. In diesem Beitrag möchte ich beleuchten, wie sich eine übertriebene Fixierung auf Metriken im Alltag auswirken kann und wie wir uns stattdessen auf das Wesentliche konzentrieren können.&#xA;&#xA;Metriken und das eigentliche Ziel&#xA;&#xA;Zu Beginn ist es wichtig festzuhalten, dass Metriken an sich nichts Negatives sind. Sie können uns motivieren, Schritte nachzuverfolgen, Fortschritte sichtbar zu machen, Erfolge und damit die erfolgreiche Etablierung von #Habits zu dokumentieren. So weit, so gut – die Tücken beginnen, wenn wir uns so sehr auf diese Zahlen fokussieren, dass wir das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Ein Beispiel hierfür ist das Schlaftracking. Viele von uns tragen inzwischen Fitnesstracker oder Smartwatches, die unsere Schlafqualität überwachen. Die Idee dahinter klingt vernünftig: Ein gesunder Schlaf ist wichtig für unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden. Doch was passiert, wenn wir beginnen, unseren Schlaf nur noch an den Daten zu messen?&#xA;&#xA;Ich selbst habe erlebt, wie sich dieser Ansatz in eine Art „Schlafoptimierungswahn“ verwandeln kann. Das tägliche Überprüfen der Schlafstatistik erzeugte irgendwann den Druck, die perfekte Schlafbewertung zu erreichen. Diese Fixierung führte jedoch keineswegs zu besserem Schlaf – im Gegenteil. Die Sorge um die perfekte Schlafqualität sorgte für Unruhe und hinderte mich daran, entspannt einzuschlafen. Letztlich wird der Schlaf, der uns eigentlich Ruhe und Erholung bringen sollte, durch den Fokus auf die Kennzahlen gestört. In der Psychologie gibt es dafür sogar einen Namen: Orthosomnie – eine Form der Schlafstörung, die durch das übermässige Tracking und die daraus resultierenden Ängste hervorgerufen wird.&#xA;&#xA;Das Beispiel verdeutlicht, wie schnell der Wunsch nach Selbstoptimierung in Überforderung umschlagen kann, wenn Zahlen wichtiger werden als unser Wohlbefinden. Wir beginnen, unser Leben nach einem Raster zu organisieren, das uns am Ende mehr stresst als bereichert.&#xA;&#xA;Weitere Tücken des Metrik-Denkens&#xA;&#xA;Ein weiteres Beispiel findet sich im Bereich des Lesens. Wer seine Leseliste zu einem festen Ziel umwandelt – etwa eine bestimmte Anzahl von Büchern pro Jahr zu lesen – läuft Gefahr, sich auf die reine Quantität statt auf die Qualität des Gelesenen zu fokussieren. Die Motivation, „x Bücher pro Jahr“ zu lesen, kann dazu führen, dass wir Bücher oberflächlich und gehetzt konsumieren, um das Ziel zu erreichen. Doch was bleibt am Ende davon? Statt uns mit Inhalten auseinanderzusetzen und das Gelesene zu verinnerlichen, hetzen wir durch die Seiten und verlieren den eigentlichen Zweck aus den Augen: den Wunsch, unser Wissen zu erweitern und unsere Perspektive zu bereichern. &#xA;&#xA;In solchen Fällen wird aus einer sinnvollen Metrik – hier die Anzahl gelesener Bücher – eine leere Zielmarke, die uns oberflächlich weiterbringt, ohne uns wirklich zu bereichern.&#xA;&#xA;Prinzipien statt Metriken: Ein Perspektivwechsel&#xA;&#xA;Wie lässt sich diese Falle umgehen? Der Schlüssel liegt darin, Metriken als Orientierung zu nutzen, ohne ihnen die volle Kontrolle über unsere #Ziele zu überlassen. Statt uns von Zahlen dominieren zu lassen, können wir uns auf Prinzipien und Werte stützen, die das #Selbstmanagement wirklich fördern. Damit meine ich, dass wir uns fragen, was uns wirklich wichtig ist und wie unsere Handlungen diesem Zweck dienlich sein können.&#xA;&#xA;Hier sind einige Ansätze, die Dir dabei helfen können:&#xA;&#xA;Beim Schlafen loslassen: Nutze Deinen Fitnesstracker als Orientierungshilfe. Es geht nicht darum, jede Nacht eine perfekte Punktzahl zu erreichen, sondern grundsätzlich auf ausreichenden und erholsamen Schlaf zu achten. Wenn Du ab und zu eine schlechtere Nacht hast, ist das kein Grund zur Sorge. Ziel ist ein langfristig guter Schlafrhythmus, der Dir Energie und Erholung bringt.&#xA;&#xA;Fokus auf die Tiefe beim Lesen: Statt eine hohe Anzahl von Büchern pro Jahr anzustreben, konzentriere Dich auf Bücher, die Dich wirklich interessieren und von denen Du Dir neue Einsichten versprichst. Selbst wenn Du am Ende des Jahres „nur“ fünf Bücher gelesen hast, aber diese intensiv durchgearbeitet und reflektiert hast, wirst Du mehr davon haben als von einer endlosen Liste.&#xA;&#xA;Reflexion statt starrer Ziele: Überlege Dir in verschiedenen Bereichen Deines Lebens, ob Du Dich von einer Metrik leiten lässt, die Dir gar nicht wirklich weiterhilft. Frage Dich, welche Werte oder Prinzipien Dir eigentlich wichtig sind – zum Beispiel Gesundheit statt Fitnessscore oder Wissen statt Seitenzahlen. So schaffst Du Dir eine Orientierung, die Dir mehr Flexibilität und Zufriedenheit ermöglicht.&#xA;&#xA;Ein bewusstes Verhältnis zu Zahlen und Zielen&#xA;&#xA;Zahlen und Metriken können wertvolle Helfer sein – wenn wir sie als Wegweiser nutzen und nicht als Zielmarken. Wer sich dessen bewusst ist, kann Daten zur Orientierung heranziehen und gleichzeitig Raum für Flexibilität und Selbstfürsorge schaffen. Wir müssen nicht jede Kennzahl in unserem Leben optimieren, um Zufriedenheit oder Erfolg zu erreichen. Gerade im Selbstmanagement gilt: Weniger ist oft mehr.&#xA;&#xA;Goodharts Gesetz erinnert uns daran, dass wir das eigentliche Ziel stets im Blick behalten sollten. Denn wenn die Metrik zur Zielvorgabe wird, verliert sie ihren Wert. Letztlich geht es darum, eine Balance zu finden, die uns auf sinnvolle Weise weiterbringt, ohne dass wir uns in Zahlen verlieren.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/wie-der-fokus-auf-zahlen-uns-vom-wesentlichen-ablenkt&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Adolph von Menzel (1815–1905): Menzels Schwester Emilie im Schlaf, Hamburger Kunsthalle, Public DomainAdolfFriedrichErdmannvonMenzel(HamburgerKunsthalle).jpg).&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.&#xA;&#xA;Topic&#xA;#ProductivityPorn | #Coaching&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e1/Menzels_Schwester_Emilie_im_Schlaf_%28ca._1848%29_Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_%28Hamburger_Kunsthalle%29.jpg/960px-Menzels_Schwester_Emilie_im_Schlaf_%28ca._1848%29_Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_%28Hamburger_Kunsthalle%29.jpg" alt="Adolph von Menzel: Menzels Schwester Emilie im Schlaf"/></p>

<p>In unserer digitalisierten Welt werden wir zunehmend von Metriken begleitet. Egal ob es die Anzahl gelesener Seiten, die Schritte auf dem Fitness-Tracker oder die Schlafstatistik sind – Zahlen und Daten sind allgegenwärtig. Metriken können uns helfen, Fortschritte zu sehen und Orientierung zu schaffen. Doch sie bergen auch Risiken, die häufig übersehen werden. Sobald eine Kennzahl selbst zum Ziel wird, entfaltet sie oft nicht mehr die ursprünglich beabsichtigte Wirkung.</p>



<p>Diese Problematik wird durch das sogenannte <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Goodhart%27s_law"><strong>Goodharts Gesetz</strong></a> treffend beschrieben: „Wenn eine Messgrösse zum Ziel wird, ist sie keine gute Messgrösse mehr.“ Dieser Gedanke des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Goodhart">britischen Ökonomen Charles Goodhart</a> stammt ursprünglich aus der Wirtschaft, zeigt jedoch auch im Bereich des Selbstmanagements seine Gültigkeit. In diesem Beitrag möchte ich beleuchten, wie sich eine übertriebene Fixierung auf Metriken im Alltag auswirken kann und wie wir uns stattdessen auf das Wesentliche konzentrieren können.</p>

<h2 id="metriken-und-das-eigentliche-ziel" id="metriken-und-das-eigentliche-ziel">Metriken und das eigentliche Ziel</h2>

<p>Zu Beginn ist es wichtig festzuhalten, dass Metriken an sich nichts Negatives sind. Sie können uns motivieren, Schritte nachzuverfolgen, Fortschritte sichtbar zu machen, Erfolge und damit <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/habits-mehr-als-nur-automatisierte-handlungen">die erfolgreiche Etablierung</a> von <a href="https://epicmind.ch/tag:Habits" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Habits</span></a> zu dokumentieren. So weit, so gut – die Tücken beginnen, wenn wir uns so sehr auf diese Zahlen fokussieren, dass wir das <a href="./den-eigenen-weg-finden-wie-harry-frankfurt-uns-helfen-kann-ziele-im-leben-zu">eigentliche Ziel</a> aus den Augen verlieren. Ein Beispiel hierfür ist das Schlaftracking. Viele von uns tragen inzwischen Fitnesstracker oder Smartwatches, die unsere Schlafqualität überwachen. Die Idee dahinter klingt vernünftig: Ein gesunder Schlaf ist wichtig für unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden. Doch was passiert, wenn wir beginnen, unseren Schlaf nur noch an den Daten zu messen?</p>

<p>Ich selbst habe erlebt, wie sich dieser Ansatz in eine Art „Schlafoptimierungswahn“ verwandeln kann. Das tägliche Überprüfen der Schlafstatistik erzeugte irgendwann den Druck, die perfekte Schlafbewertung zu erreichen. Diese Fixierung führte jedoch keineswegs zu besserem Schlaf – im Gegenteil. Die Sorge um die perfekte Schlafqualität sorgte für Unruhe und hinderte mich daran, entspannt einzuschlafen. Letztlich wird der Schlaf, der uns eigentlich Ruhe und Erholung bringen sollte, durch den Fokus auf die Kennzahlen gestört. In der Psychologie gibt es dafür sogar einen Namen: <a href="https://www.handelsblatt.com/technik/digitaldictionary-orthosomnie-die-jagd-nach-dem-perfekten-schlaf/25609426.html"><strong>Orthosomnie</strong></a> – eine Form der Schlafstörung, die durch das übermässige Tracking und die daraus resultierenden Ängste hervorgerufen wird.</p>

<p>Das Beispiel verdeutlicht, wie schnell der Wunsch nach Selbstoptimierung in Überforderung umschlagen kann, wenn Zahlen wichtiger werden als unser Wohlbefinden. Wir beginnen, unser Leben nach einem Raster zu organisieren, das uns am Ende mehr stresst als bereichert.</p>

<h2 id="weitere-tücken-des-metrik-denkens" id="weitere-tücken-des-metrik-denkens">Weitere Tücken des Metrik-Denkens</h2>

<p>Ein weiteres Beispiel findet sich im Bereich des Lesens. Wer seine Leseliste zu einem festen Ziel umwandelt – etwa eine bestimmte Anzahl von Büchern pro Jahr zu lesen – läuft Gefahr, sich auf die reine Quantität statt auf die Qualität des Gelesenen zu fokussieren. Die Motivation, „x Bücher pro Jahr“ zu lesen, kann dazu führen, dass wir Bücher oberflächlich und gehetzt konsumieren, um das Ziel zu erreichen. Doch was bleibt am Ende davon? Statt uns mit Inhalten auseinanderzusetzen und das Gelesene zu verinnerlichen, hetzen wir durch die Seiten und verlieren den eigentlichen Zweck aus den Augen: den Wunsch, unser Wissen zu erweitern und unsere Perspektive zu bereichern.</p>

<p>In solchen Fällen wird aus einer sinnvollen Metrik – hier die Anzahl gelesener Bücher – eine leere Zielmarke, die uns oberflächlich weiterbringt, ohne uns wirklich zu bereichern.</p>

<h2 id="prinzipien-statt-metriken-ein-perspektivwechsel" id="prinzipien-statt-metriken-ein-perspektivwechsel">Prinzipien statt Metriken: Ein Perspektivwechsel</h2>

<p>Wie lässt sich diese Falle umgehen? Der Schlüssel liegt darin, Metriken als Orientierung zu nutzen, ohne ihnen die volle Kontrolle über unsere <a href="https://epicmind.ch/tag:Ziele" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ziele</span></a> zu überlassen. Statt uns von Zahlen dominieren zu lassen, <a href="./die-dringlichkeitsfalle-ueberwinden-und-mehr-zeit-fuer-das-wesentliche-finden">können wir uns auf Prinzipien und Werte stützen</a>, die das <a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstmanagement" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstmanagement</span></a> wirklich fördern. Damit meine ich, dass wir uns fragen, <strong>was uns wirklich wichtig ist</strong> und wie unsere Handlungen diesem Zweck dienlich sein können.</p>

<p>Hier sind einige Ansätze, die Dir dabei helfen können:</p>
<ol><li><p><strong>Beim Schlafen loslassen</strong>: Nutze Deinen Fitnesstracker als Orientierungshilfe. Es geht nicht darum, jede Nacht eine perfekte Punktzahl zu erreichen, sondern grundsätzlich auf ausreichenden und erholsamen Schlaf zu achten. Wenn Du ab und zu eine schlechtere Nacht hast, ist das kein Grund zur Sorge. Ziel ist ein langfristig guter Schlafrhythmus, der Dir Energie und Erholung bringt.</p></li>

<li><p><strong>Fokus auf die Tiefe beim Lesen</strong>: Statt eine hohe Anzahl von Büchern pro Jahr anzustreben, konzentriere Dich auf Bücher, die Dich wirklich interessieren und von denen Du Dir neue Einsichten versprichst. Selbst wenn Du am Ende des Jahres „nur“ fünf Bücher gelesen hast, aber diese intensiv durchgearbeitet und reflektiert hast, wirst Du mehr davon haben als von einer endlosen Liste.</p></li>

<li><p><strong>Reflexion statt starrer Ziele</strong>: Überlege Dir in verschiedenen Bereichen Deines Lebens, ob Du Dich von einer Metrik leiten lässt, die Dir gar nicht wirklich weiterhilft. Frage Dich, welche Werte oder Prinzipien Dir eigentlich wichtig sind – zum Beispiel Gesundheit statt Fitnessscore oder Wissen statt Seitenzahlen. So schaffst Du Dir eine Orientierung, die Dir mehr Flexibilität und Zufriedenheit ermöglicht.</p></li></ol>

<h2 id="ein-bewusstes-verhältnis-zu-zahlen-und-zielen" id="ein-bewusstes-verhältnis-zu-zahlen-und-zielen">Ein bewusstes Verhältnis zu Zahlen und Zielen</h2>

<p>Zahlen und Metriken können wertvolle Helfer sein – wenn wir sie als Wegweiser nutzen und nicht als Zielmarken. Wer sich dessen bewusst ist, kann Daten zur Orientierung heranziehen und gleichzeitig Raum für Flexibilität und Selbstfürsorge schaffen. Wir müssen nicht jede Kennzahl in unserem Leben optimieren, um Zufriedenheit oder Erfolg zu erreichen. Gerade im Selbstmanagement gilt: Weniger ist oft mehr.</p>

<p>Goodharts Gesetz erinnert uns daran, dass wir das eigentliche Ziel stets im Blick behalten sollten. Denn wenn die Metrik zur Zielvorgabe wird, verliert sie ihren Wert. Letztlich geht es darum, eine Balance zu finden, die uns auf sinnvolle Weise weiterbringt, ohne dass wir uns in Zahlen verlieren.</p>

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<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/wie-der-fokus-auf-zahlen-uns-vom-wesentlichen-ablenkt">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adolph_von_Menzel">Adolph von Menzel</a> (1815–1905): <em>Menzels Schwester Emilie im Schlaf</em>, Hamburger Kunsthalle, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Menzels_Schwester_Emilie_im_Schlaf_(ca._1848)_Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_(Hamburger_Kunsthalle).jpg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a> | <a href="https://epicmind.ch/tag:Coaching" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Coaching</span></a></p>

<div class="signature">
    <img src="https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png" alt="Michael Gisiger" class="profile-pic u-photo">
    <div class="signature-content">
        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
    </div>
</div>
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      <guid>https://epicmind.ch/wie-der-fokus-auf-zahlen-uns-vom-wesentlichen-ablenkt</guid>
      <pubDate>Thu, 07 Nov 2024 18:03:53 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Den eigenen Weg finden: Wie Harry Frankfurt uns helfen kann, Ziele im Leben zu setzen</title>
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      <description>&lt;![CDATA[John William Godward: When the Heart is Young &#xA;Manchmal lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen und die Perspektive eines Philosophen einzunehmen. Harry G. Frankfurts 2004 an der Standfort University gehaltenen Tanner Lectures über die Bedingungen des Menschseins, welche unter dem Titel Sich selbst ernst nehmen 1] auf Deutsch erschienen, bieten überraschende Inspirationen für das Setzen von Zielen im #Selbstmanagement und im Selbstcoaching. Die uralte, tief [philosophische Frage nach dem guten Leben und danach, wie wir leben sollen oder wollen, findet auch im persönlichen Zielsetzungsprozess ihre Entsprechung. Auch wenn diese Fragen in diesem Kontext in einer vereinfachten Form auftreten, bleibt ihr philosophischer Kern bestehen und bietet wertvolle Einsichten für eine lebensbejahende Praxis.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Sich selbst ernst nehmen und den eigenen Willen erkennen&#xA;&#xA;Sich selbst ernst zu nehmen, bedeutet nicht, sich einfach so hinzunehmen, wie man ist. „Um zu wissen, wie man leben soll, muss man sich fragen, um wen oder was man sich sorgen soll und wie man die Wichtigkeit der Dinge, die einem wichtig sind, zueinander bestimmen kann“ [S. 38]. Es geht darum, herauszufinden, welche Werte und #Ziele deinem Leben Sinn und Richtung geben. Dabei sind Lebensziele wichtig, die nicht nur instrumentellen Wert haben.&#xA;&#xA;Die Bedeutung des Willens&#xA;&#xA;Die Frage nach dem „Wie“ des Lebens ist eng mit dem eigenen Willen verknüpft. „Die Quelle praktischer normativer Autorität ist nicht die Vernunft, sondern der Wille“ [S. 14]. Vernunft spielt zwar eine Rolle bei der Zielfindung, letztendlich ist es jedoch der Wille, der die Ziele bestimmt und uns antreibt. Es ist wichtig, „etwas zu finden, mit dem man sich von ganzem Herzen identifizieren kann“ [S. 7].&#xA;&#xA;Ziele mit Herz und Verstand setzen&#xA;&#xA;Dabei geht es nicht darum, wahllos irgendwelchen Zielen hinterherzujagen. Vielmehr „muss man ein Gefüge von Endzwecken finden, um die herum man sein Leben organisieren kann“ [S. 7]. Diese Endzwecke bilden den Kompass, der uns durchs Leben leitet. Die bewusste Akzeptanz dieser Ziele ist essenziell: „Die Akzeptanz dieser Ziele ist für einen selbst unabdingbar“ [S. 7].&#xA;&#xA;Bewusste Planung und Reflexion&#xA;&#xA;Um die eigenen Ziele zu erreichen, ist es unerlässlich, sich über die eigene Situation klar zu werden. Planung und Zielsetzung sollten nicht auf Zufall basieren, sondern auf bewussten Entscheidungen. Vertraute Verfahren und Massstäbe können dabei helfen, den Überblick zu behalten und fokussiert zu bleiben. „Die praktische Vernunft ist unter anderem ein Verfahren zur Beantwortung der Frage, für welches Vorgehen zum Erreichen unserer Ziele die besten Gründe sprechen“ [S. 23].&#xA;&#xA;Vergangenheit und Gegenwart in Einklang bringen&#xA;&#xA;Vergangenheit und Gegenwart spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des eigenen Lebens. „Es ist wichtig, sich nicht von der Geschichte einschränken zu lassen, sondern die gegenwärtige Situation zu bewältigen“ [S. 17]. #Selbstreflexion und das Nachdenken über die eigenen Wünsche ist dabei zentral: Will man sich mit ihnen identifizieren oder sich von ihnen distanzieren?&#xA;&#xA;| Wer war Harry G. Frankfurt? |&#xA;|---|&#xA;| Harry Gordon Frankfurt (1929–2023) war ein einflussreicher US-amerikanischer Philosoph. Geboren in Pennsylvania, erlangte er 1954 seinen Doktortitel an der Johns Hopkins University. Seine akademische Laufbahn führte ihn an renommierte Institutionen wie die Yale University und die Princeton University, wo er bis zu seiner Emeritierung 2002 lehrte. Frankfurts Forschung konzentrierte sich auf Ethik, Philosophie des Geistes und Handlungstheorie. Er wurde besonders für seine Arbeiten zur Willensfreiheit und sein populäres Werk On Bullshit bekannt. Als Mitglied der American Academy of Arts and Sciences hinterliess Frankfurt ein bedeutendes philosophisches Erbe, das über akademische Kreise hinaus Beachtung fand. |&#xA;&#xA;Diskrepanz zwischen Wunsch und Motivation&#xA;&#xA;Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Motivation ist ein weiterer wichtiger Aspekt: „Es wird Situationen geben, in denen der Wunsch, der das Handeln motiviert, nicht der Wunsch ist, von dem man motiviert werden möchte“ [S. 25]. Sich seiner Motive und Dispositionen bewusst zu werden, ist daher unerlässlich, um ein authentisches Leben im Einklang mit sich selbst zu führen.&#xA;&#xA;Die Rolle der Liebe&#xA;&#xA;Liebe spielt eine besondere Rolle bei der Frage, wie man leben soll. „Liebe ist ein wichtiges Element, um herauszufinden, wie man leben soll“ [S. 51]. Sie zeigt uns, was uns wirklich wichtig ist und welche Menschen und Dinge unserem Leben Sinn verleihen. Dabei gilt es, zwischen fundamentalen und personenspezifischen Notwendigkeiten des Willens zu unterscheiden. „Die von der Liebe geschaffenen Notwendigkeiten sind Notwendigkeiten des Willens“ [S. 51].&#xA;&#xA;Liebe als unkontrollierbare Kraft&#xA;&#xA;Liebe ist dabei keine rationale Entscheidung, die man einfach treffen kann. „Liebe ist keine Entscheidung, sondern schafft Gründe“ [S. 35]. Man kann sich weder zwingen, zu lieben, noch die Liebe einfach abstellen. Sie entspringt oft vielschichtigen Ursachen und entzieht sich unserer bewussten Kontrolle.&#xA;&#xA;Wie kann ich das konkret umsetzen?&#xA;&#xA;Beginne damit, regelmässig Zeit für Selbstreflexion und die Frage nach dem „Wie“ des Lebens einzuplanen. Nutze einen festen wöchentlichen Termin, an dem du dich mit deinen Wünschen, Zielen und der Art und Weise, wie du dein Leben führen möchtest, auseinandersetzt. Stelle dir dabei Fragen wie: „Welche Ziele sind mir wirklich wichtig?“, „Identifiziere ich mich von ganzem Herzen mit diesen Zielen?“, und „Wie möchte ich mein Leben gestalten, um diesen Zielen gerecht zu werden?“ Nutze ein Tagebuch oder ein Journal, um deine Gedanken und Fortschritte festzuhalten. Versuche ausserdem, Entscheidungen bewusst zu treffen und dir deiner inneren Motive klar zu werden. Führe nach Möglichkeit auch regelmässige Gespräche mit einer dir vertrauten Person, um Feedback und neue Perspektiven zu erhalten. Indem du diese Praktiken integrierst, stellst du sicher, dass deine Ziele authentisch und im Einklang mit deinem wahren Selbst sind, und du einen klaren, bewussten Weg findest, dein Leben zu gestalten.&#xA;&#xA;Zusammenfassung&#xA;&#xA;Frankfurts Vorlesungen bieten tiefgehende Einsichten, die weit über die Philosophie hinausreichen und praktische Anwendungen im Alltag finden können. Seine Überlegungen zum Willen, zur Bedeutung von Zielen und zur Rolle der Liebe geben wertvolle Impulse auch für das Setzen persönlicher Ziele. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du aus den Vorlesungen mitnehmen kannst:&#xA;&#xA;Eigenen Willen als Antriebskraft nutzen: Dein Wille, nicht die Vernunft, ist die treibende Kraft hinter deinen Entscheidungen und Zielen.&#xA;Lebensziele bewusst und authentisch setzen: Entwickle ein Gefüge von Endzwecken, die deinem Leben echte Bedeutung und Richtung verleihen.&#xA;Liebe als Wegweiser verstehen: Erkenne, dass Liebe entscheidend dafür ist, was dir wirklich wichtig ist und dein Handeln leitet.&#xA;&#xA;---&#xA;💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/epicmind.ch/den-eigenen-weg-finden-wie-harry-frankfurt-uns-helfen-kann-ziele-im-leben-zu&#34;Discuss.../a&#xA;&#xA;---&#xA;Fussnote&#xA;[1] Harry G. Frankfurt (2016): Sich selbst ernst nehmen, Berlin: Suhrkamp.&#xA;&#xA;Bildquelle&#xA;John William Godward (1861–1922): When the Heart is Young, Privatsammlung, Public Domain.&#xA;&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet, die Kurzbiografie hat Perplexity.ai aufgrund des Wikipedia-Eintrags erstellt.&#xA;&#xA;Topics&#xA;#Philosophie | #ProductivityPorn&#xA;&#xA;div class=&#34;signature&#34;&#xD;&#xA;    &lt;img&#xD;&#xA;        src=&#34;https://www.gisiger.biz/assets/storage/epicmind/michael-gisiger-round-2.png&#34;&#xD;&#xA;        alt=&#34;Michael Gisiger&#34;&#xD;&#xA;        class=&#34;profile-pic u-photo&#34;&#xD;&#xA;      div class=&#34;signature-content&#34;&#xD;&#xA;        h2 class=&#34;p-author p-name&#34; rel=&#34;author&#34;Michael Gisiger/h2&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;        p class=&#34;p-note&#34;&#xD;&#xA;            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.&#xD;&#xA;            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,&#xD;&#xA;            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.&#xD;&#xA;        /p&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;p class=&#34;signature-links&#34;a href=&#34;https://www.michaelgisiger.ch/&#34; target=&#34;blank&#34;Website/a · a href=&#34;https://nerdculture.de/@gisiger&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;me&#34;Mastodon/a · a href=&#34;https://nolto.social/profile/michaelgisiger&#34; target=&#34;blank&#34;Nolto/a · a href=&#34;https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social&#34; target=&#34;blank&#34;Bluesky/a · a href=&#34;https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLEFOLLOWS&amp;amp;followMember=michaelgisiger&#34; target=&#34;_blank&#34;LinkedIn/a/p&#xD;&#xA;    /div&#xD;&#xA;/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5a/When_the_heart_is_young%2C_by_John_William_Godward.jpg/800px-When_the_heart_is_young%2C_by_John_William_Godward.jpg" alt="John William Godward: When the Heart is Young "/>
Manchmal lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen und die Perspektive eines Philosophen einzunehmen. Harry G. Frankfurts 2004 an der Standfort University gehaltenen Tanner Lectures über die Bedingungen des Menschseins, welche unter dem Titel <em>Sich selbst ernst nehmen</em> [1] auf Deutsch erschienen, bieten überraschende Inspirationen für das Setzen von Zielen im <a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstmanagement" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstmanagement</span></a> und im Selbstcoaching. Die uralte, tief <a href="./ein-etwas-anderer-blick-auf-resilienz-philosophische-lebenspraxis">philosophische Frage nach dem guten Leben und danach, wie wir leben sollen</a> oder wollen, findet auch im persönlichen Zielsetzungsprozess ihre Entsprechung. Auch wenn diese Fragen in diesem Kontext in einer vereinfachten Form auftreten, bleibt ihr philosophischer Kern bestehen und bietet wertvolle Einsichten für eine lebensbejahende Praxis.</p>



<h2 id="sich-selbst-ernst-nehmen-und-den-eigenen-willen-erkennen" id="sich-selbst-ernst-nehmen-und-den-eigenen-willen-erkennen">Sich selbst ernst nehmen und den eigenen Willen erkennen</h2>

<p>Sich selbst ernst zu nehmen, bedeutet nicht, sich einfach so hinzunehmen, wie man ist. „Um zu wissen, wie man leben soll, muss man sich fragen, um wen oder was man sich sorgen soll und wie man die Wichtigkeit der Dinge, die einem wichtig sind, zueinander bestimmen kann“ [S. 38]. <strong>Es geht darum, herauszufinden, welche Werte und <a href="https://epicmind.ch/tag:Ziele" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ziele</span></a> deinem Leben Sinn und Richtung geben.</strong> Dabei sind Lebensziele wichtig, die nicht nur instrumentellen Wert haben.</p>

<h2 id="die-bedeutung-des-willens" id="die-bedeutung-des-willens">Die Bedeutung des Willens</h2>

<p>Die Frage nach dem „Wie“ des Lebens ist eng mit dem eigenen Willen verknüpft. „Die Quelle praktischer normativer Autorität ist nicht die Vernunft, sondern der Wille“ [S. 14]. Vernunft spielt zwar eine Rolle bei der Zielfindung, letztendlich ist es jedoch der Wille, der die Ziele bestimmt und uns antreibt. Es ist wichtig, „etwas zu finden, mit dem man sich von ganzem Herzen identifizieren kann“ [S. 7].</p>

<h2 id="ziele-mit-herz-und-verstand-setzen" id="ziele-mit-herz-und-verstand-setzen">Ziele mit Herz und Verstand setzen</h2>

<p><strong>Dabei geht es nicht darum, wahllos irgendwelchen Zielen hinterherzujagen.</strong> Vielmehr „muss man ein Gefüge von Endzwecken finden, um die herum man sein Leben organisieren kann“ [S. 7]. Diese Endzwecke bilden den Kompass, der uns durchs Leben leitet. Die bewusste Akzeptanz dieser Ziele ist essenziell: „Die Akzeptanz dieser Ziele ist für einen selbst unabdingbar“ [S. 7].</p>

<h2 id="bewusste-planung-und-reflexion" id="bewusste-planung-und-reflexion">Bewusste Planung und Reflexion</h2>

<p>Um die eigenen Ziele zu erreichen, ist es unerlässlich, <a href="https://text.tchncs.de/gisiger/die-kunst-des-moglichen-selbst-coaching-mit-effectuation">sich über die eigene Situation klar zu werden</a>. <strong>Planung und Zielsetzung sollten nicht auf Zufall basieren, sondern auf bewussten Entscheidungen.</strong> Vertraute Verfahren und Massstäbe können dabei helfen, den Überblick zu behalten und fokussiert zu bleiben. „Die praktische Vernunft ist unter anderem ein Verfahren zur Beantwortung der Frage, für welches Vorgehen zum Erreichen unserer Ziele die besten Gründe sprechen“ [S. 23].</p>

<h2 id="vergangenheit-und-gegenwart-in-einklang-bringen" id="vergangenheit-und-gegenwart-in-einklang-bringen">Vergangenheit und Gegenwart in Einklang bringen</h2>

<p>Vergangenheit und Gegenwart spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des eigenen Lebens. „Es ist wichtig, sich nicht von der Geschichte einschränken zu lassen, sondern die gegenwärtige Situation zu bewältigen“ [S. 17]. <a href="https://epicmind.ch/tag:Selbstreflexion" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Selbstreflexion</span></a> und <strong>das Nachdenken über die eigenen Wünsche ist dabei zentral</strong>: Will man sich mit ihnen identifizieren oder sich von ihnen distanzieren?</p>

<table>
<thead>
<tr>
<th>Wer war Harry G. Frankfurt?</th>
</tr>
</thead>

<tbody>
<tr>
<td><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Frankfurt"><strong>Harry Gordon Frankfurt</strong></a> (1929–2023) war ein einflussreicher US-amerikanischer Philosoph. Geboren in Pennsylvania, erlangte er 1954 seinen Doktortitel an der Johns Hopkins University. Seine akademische Laufbahn führte ihn an renommierte Institutionen wie die Yale University und die Princeton University, wo er bis zu seiner Emeritierung 2002 lehrte. Frankfurts Forschung konzentrierte sich auf Ethik, Philosophie des Geistes und Handlungstheorie. Er wurde besonders für seine Arbeiten zur Willensfreiheit und sein populäres Werk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/On_Bullshit"><em>On Bullshit</em></a> bekannt. Als Mitglied der American Academy of Arts and Sciences hinterliess Frankfurt ein bedeutendes philosophisches Erbe, das über akademische Kreise hinaus Beachtung fand.</td>
</tr>
</tbody>
</table>

<h2 id="diskrepanz-zwischen-wunsch-und-motivation" id="diskrepanz-zwischen-wunsch-und-motivation">Diskrepanz zwischen Wunsch und Motivation</h2>

<p>Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Motivation ist ein weiterer wichtiger Aspekt: „Es wird Situationen geben, in denen der Wunsch, der das Handeln motiviert, nicht der Wunsch ist, von dem man motiviert werden möchte“ [S. 25]. <strong>Sich seiner Motive und Dispositionen bewusst zu werden, ist daher unerlässlich, um ein authentisches Leben im Einklang mit sich selbst zu führen.</strong></p>

<h2 id="die-rolle-der-liebe" id="die-rolle-der-liebe">Die Rolle der Liebe</h2>

<p>Liebe spielt eine besondere Rolle bei der Frage, wie man leben soll. „Liebe ist ein wichtiges Element, um herauszufinden, wie man leben soll“ [S. 51]. Sie zeigt uns, was uns wirklich wichtig ist und welche Menschen und Dinge unserem Leben Sinn verleihen. Dabei gilt es, zwischen fundamentalen und personenspezifischen Notwendigkeiten des Willens zu unterscheiden. „Die von der Liebe geschaffenen Notwendigkeiten sind Notwendigkeiten des Willens“ [S. 51].</p>

<h2 id="liebe-als-unkontrollierbare-kraft" id="liebe-als-unkontrollierbare-kraft">Liebe als unkontrollierbare Kraft</h2>

<p>Liebe ist dabei keine rationale Entscheidung, die man einfach treffen kann. „Liebe ist keine Entscheidung, sondern schafft Gründe“ [S. 35]. Man kann sich weder zwingen, zu lieben, noch die Liebe einfach abstellen. Sie entspringt oft vielschichtigen Ursachen und entzieht sich unserer bewussten Kontrolle.</p>

<h2 id="wie-kann-ich-das-konkret-umsetzen" id="wie-kann-ich-das-konkret-umsetzen">Wie kann ich das konkret umsetzen?</h2>

<p>Beginne damit, regelmässig <strong>Zeit für Selbstreflexion und die Frage nach dem „Wie“ des Lebens einzuplanen</strong>. Nutze einen festen wöchentlichen Termin, an dem du dich mit deinen Wünschen, Zielen und der Art und Weise, wie du dein Leben führen möchtest, auseinandersetzt. Stelle dir dabei Fragen wie: „Welche Ziele sind mir wirklich wichtig?“, „Identifiziere ich mich von ganzem Herzen mit diesen Zielen?“, und „Wie möchte ich mein Leben gestalten, um diesen Zielen gerecht zu werden?“ <strong>Nutze ein Tagebuch oder ein Journal, um deine Gedanken und Fortschritte festzuhalten.</strong> Versuche ausserdem, Entscheidungen bewusst zu treffen und dir deiner inneren Motive klar zu werden. Führe nach Möglichkeit auch regelmässige Gespräche mit einer dir vertrauten Person, um Feedback und neue Perspektiven zu erhalten. Indem du diese Praktiken integrierst, stellst du sicher, dass deine Ziele authentisch und im Einklang mit deinem wahren Selbst sind, und du einen klaren, bewussten Weg findest, dein Leben zu gestalten.</p>

<h2 id="zusammenfassung" id="zusammenfassung">Zusammenfassung</h2>

<p>Frankfurts Vorlesungen bieten tiefgehende Einsichten, die weit über die Philosophie hinausreichen und praktische Anwendungen im Alltag finden können. Seine Überlegungen zum Willen, zur Bedeutung von Zielen und zur Rolle der Liebe geben wertvolle Impulse auch für das Setzen persönlicher Ziele. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du aus den Vorlesungen mitnehmen kannst:</p>
<ul><li><strong>Eigenen Willen als Antriebskraft nutzen</strong>: Dein Wille, nicht die Vernunft, ist die treibende Kraft hinter deinen Entscheidungen und Zielen.</li>
<li><strong>Lebensziele bewusst und authentisch setzen</strong>: Entwickle ein Gefüge von Endzwecken, die deinem Leben echte Bedeutung und Richtung verleihen.</li>
<li><strong>Liebe als Wegweiser verstehen</strong>: Erkenne, dass Liebe entscheidend dafür ist, was dir wirklich wichtig ist und dein Handeln leitet.</li></ul>

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<h4 id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts" id="kommentieren-nur-für-write-as-accounts">💬 Kommentieren (nur für write.as-Accounts)</h4>

<p><a href="https://remark.as/p/epicmind.ch/den-eigenen-weg-finden-wie-harry-frankfurt-uns-helfen-kann-ziele-im-leben-zu">Discuss...</a></p>

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<p><strong>Fussnote</strong>
[1] Harry G. Frankfurt (2016): <em>Sich selbst ernst nehmen</em>, Berlin: Suhrkamp.</p>

<p><strong>Bildquelle</strong>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_William_Godward">John William Godward</a> (1861–1922): When the Heart is Young, Privatsammlung, <a href="https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:When_the_heart_is_young,_by_John_William_Godward.jpg">Public Domain</a>.</p>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet, die Kurzbiografie hat Perplexity.ai aufgrund des Wikipedia-Eintrags erstellt.</p>

<p><strong>Topics</strong>
<a href="https://epicmind.ch/tag:Philosophie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Philosophie</span></a> | <a href="https://epicmind.ch/tag:ProductivityPorn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ProductivityPorn</span></a></p>

<div class="signature">
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        <h2 class="p-author p-name">Michael Gisiger</h2>

        <p class="p-note">
            Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung.
            Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität,
            PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.
        </p>

<p class="signature-links"><a href="https://www.michaelgisiger.ch/" target="_blank">Website</a> · <a href="https://nerdculture.de/@gisiger" target="_blank">Mastodon</a> · <a href="https://nolto.social/profile/michael_gisiger" target="_blank">Nolto</a> · <a href="https://bsky.app/profile/gisiger.bsky.social" target="_blank">Bluesky</a> · <a href="https://www.linkedin.com/comm/mynetwork/discovery-see-all?usecase=PEOPLE_FOLLOWS&amp;followMember=michaelgisiger" target="_blank">LinkedIn</a></p>
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      <pubDate>Wed, 03 Jul 2024 19:37:53 +0000</pubDate>
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