EpicMonday 40: Wie viel Persönlichkeit steckt schon bei der Geburt in uns?

Illustration eines antiken Philosophen in Toga, der erschöpft an einem modernen Büroarbeitsplatz vor einem Computer sitzt, umgeben von leeren Bürostühlen und urbaner Architektur.

Freundinnen & Freunde der Weisheit! Die Frage, ob unsere Persönlichkeit eher durch Gene oder durch Umwelt geprägt wird, beschäftigt die Forschung seit Jahrzehnten. Mittlerweile hat die Forschung einen komplexeren Blick auf die Thematik.

Heute zeichnet sich ein deutlich komplexeres Bild ab als früher: Weder einzelne „Persönlichkeitsgene“ noch einzelne prägende Lebensereignisse erklären zuverlässig, warum Menschen so unterschiedlich denken, fühlen und handeln.

Lange glaubte man, bestimmte Eigenschaften liessen sich direkt auf wenige Gene zurückführen — etwa Aggressivität, Extraversion oder Ängstlichkeit. Neuere genetische Forschung widerspricht jedoch dieser Vorstellung. Persönlichkeit entsteht offenbar durch das Zusammenspiel tausender kleiner genetischer Einflüsse, die jeweils nur minimale Effekte haben. Gleichzeitig zeigen Zwillingsstudien, dass Gene zwar eine wichtige Rolle spielen, aber keineswegs alles festlegen. Selbst eineiige Zwillinge entwickeln oft deutlich unterschiedliche Persönlichkeiten.

Überraschend ist auch, wie begrenzt der Einfluss einzelner Lebensereignisse zu sein scheint. Weder grosse Erfolge noch schwere Krisen verändern Menschen oft so stark, wie populäre Vorstellungen nahelegen. Persönlichkeit entwickelt sich vielmehr durch viele kleine Erfahrungen, Beziehungen und soziale Kontexte über lange Zeiträume hinweg. Forschende sprechen deshalb zunehmend von „poly-environmentalen“ Einflüssen — also einer Vielzahl kleiner Umwelteinflüsse statt einzelner prägender Schlüsselmomente.

Besonders interessant ist die Erkenntnis, dass Gene und Umwelt nicht getrennt voneinander wirken. Bestimmte genetische Veranlagungen können je nach Umfeld verstärkt, abgeschwächt oder sogar gar nicht sichtbar werden. Persönlichkeit erscheint dadurch weniger als starres Schicksal, sondern eher als dynamischer Entwicklungsprozess. Die Forschung deutet deshalb immer stärker darauf hin, dass Menschen formbarer und wandelbarer sind, als lange angenommen wurde.

Denkanstoss zum Wochenbeginn

„Es sind Persönlichkeiten, keine Prinzipien, die das Zeitalter bewegen.“ – Oscar Wilde (1854–1900)

ProductivityPorn-Tipp der Woche: Den Arbeitsweg sinnvoll nutzen

Wenn Du pendelst, kannst Du diese Zeit sinnvoll nutzen – sei es zum Lesen, Lernen oder zur mentalen Vorbereitung auf den Tag.

Aus dem Archiv: Schluss mit Meeting-Overload

Neulich in einem meiner Leadership-Kurse im Thema mündliche Kommunikation entspann sich eine unerwartet lebhafte Diskussion. Eigentlich ging es um das Thema Auftritt und Wirkung. Doch ein Teilnehmer meldete sich zu Wort und meinte mit hörbarer Frustration: „Ganz ehrlich, ich habe das Gefühl, die Hälfte meiner Zeit geht für Meetings drauf, die kaum etwas bringen.“ Sofort nickten mehrere andere, und schon bald tauschten wir Beispiele aus: endlose Online-Sitzungen ohne klare Agenda, spontane Ad-hoc-Meetings im Büro, bei denen am Schluss niemand wusste, was nun eigentlich entschieden wurde.

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EpicMind – Weisheiten für das digitale Leben „EpicMind“ (kurz für „Epicurean Mindset“) ist mein Blog und Newsletter, der sich den Themen Lernen, Produktivität, Selbstmanagement und Technologie widmet – alles gewürzt mit einer Prise Philosophie.


Disclaimer Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet. Das Artikel-Bild wurde mit ChatGPT erstellt und anschliessend nachbearbeitet.

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Michael Gisiger

Michael Gisiger

Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung. Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität, PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.