EpicMonday 25: Bin ich so, wie ich bin – oder so, wie ich sein will?

Illustration eines antiken Philosophen in Toga, der erschöpft an einem modernen Büroarbeitsplatz vor einem Computer sitzt, umgeben von leeren Bürostühlen und urbaner Architektur.

Freundinnen & Freunde der Weisheit! Diese Woche etwas verspätet, die Hitze fordert ihren Tribut. Diese Woche befassen wir uns mit unserer Persönlichkeit und wie stark wir sie formen können.

Viele Menschen wünschen sich, gelassener, gewissenhafter oder kontaktfreudiger zu sein. Die psychologische Forschung zeigt: Unsere Persönlichkeit ist formbar – aber nur bis zu einem gewissen Grad. Zwar bestimmen genetische Anlagen zu einem grossen Teil, wie wir ticken. Doch auch unser Umfeld, unsere Erfahrungen und bewusste Entscheidungen prägen mit, wer wir sind – und wer wir werden können.

Psychologinnen und Psychologen unterscheiden dabei fünf zentrale Persönlichkeitsmerkmale: emotionale Stabilität, Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und soziale Verträglichkeit. Diese „Big Five“ sind keine festen Kategorien, sondern Kontinua – man kann also durchaus an einer Eigenschaft arbeiten, ohne sich grundlegend zu verändern. Studien belegen, dass gezielte Übungen wie Tagespläne, kleine Mutproben oder sogenannte Wenn-Dann-Pläne (z. B. „Wenn ich auf der Party allein bin, spreche ich jemanden an“) dabei helfen können, gewünschte Eigenschaften zu stärken. Voraussetzung ist jedoch: Die Veränderung muss aus einem inneren Antrieb heraus erfolgen – nicht aus gesellschaftlichem Druck.

Besonders gut lassen sich Eigenschaften wie Extraversion oder Gewissenhaftigkeit beeinflussen. Andere wie Offenheit oder Verträglichkeit sind tiefer verankert – oft durch kulturelle oder familiäre Prägungen – und lassen sich nur schwer und meist nur mit Unterstützung verändern. Entscheidend ist dabei weniger der Wunsch nach einem Idealbild als vielmehr die Frage: Was tut mir gut? In welchen Situationen möchte ich mich anders verhalten – und warum?

Letztlich geht es nicht darum, sich neu zu erfinden, sondern sich besser kennenzulernen. Persönlichkeit verändert sich nicht über Nacht, sondern schrittweise – ähnlich wie ein Muskel, der durch Training wächst. Und sie verändert sich nachhaltiger, wenn Entwicklung und Selbstakzeptanz Hand in Hand gehen. Wer sich unter permanentem Optimierungsdruck verbiegt, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren. Veränderung braucht deshalb mehr als Methoden – sie braucht Mass und Sinn.

Denkanstoss zum Wochenbeginn

„Alle Unruhe im Menschen entspringt aus der Phantasie.“ – Franz Grillparzer (1791–1872)

ProductivityPorn-Tipp der Woche: Klare Strukturen für Meetings

Meetings sind oft Zeitfresser. Setze klare Agenden, halte sie so kurz wie möglich und stelle sicher, dass am Ende jeder weiss, was zu tun ist.

Aus dem Archiv: Vier Worte und ein Notizbuch – für einen besseren Schlaf

Wer kennt das nicht: Es ist drei Uhr morgens, draussen ist alles still – nur im eigenen Kopf herrscht Hochbetrieb. Gedanken kreisen, Aufgabenlisten wachsen, verpasste Chancen und ungeklärte Fragen drängen sich auf. An Schlaf ist kaum noch zu denken. Solche Nächte sind keine Seltenheit – sie gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch muss man diesem inneren Film wirklich tatenlos zusehen?

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EpicMind – Weisheiten für das digitale Leben „EpicMind“ (kurz für „Epicurean Mindset“) ist mein Blog und Newsletter, der sich den Themen Lernen, Produktivität, Selbstmanagement und Technologie widmet – alles gewürzt mit einer Prise Philosophie.


Disclaimer Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet. Das Artikel-Bild wurde mit ChatGPT erstellt und anschliessend nachbearbeitet.

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Michael Gisiger

Michael Gisiger

Erwachsenenbildner und Coach mit 20+ Jahren Erfahrung. Aus philosophischer Perspektive schreibe ich über Produktivität, PKM und Coaching – fundiert und praxisnah.